Bildungsministerium zieht Konsequenzen aus unzureichender Quellenprüfung

Unzureichende Prüfung der Quellenzuordnung wird konsequent und transparent aufgearbeitet

Nr.015-26  | 20.01.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

Das Bildungsministerium hat den Sachverhalt der unzureichenden Prüfung der Quellenzuordnung durch die Aufgabenkommission - auch wenn es sich um einen einmaligen Vorfall handelt - intensiv geprüft, analysiert und zieht daraus Schlussfolgerungen:

  • Die Aufgabenkommission für das Fach Geschichte und Politische Bildung wird neu berufen.
  • In zukünftigen, vergleichbaren Prüfungsaufgaben werden nur noch Primärquellen verwendet, auch wenn Sekundärquellen zulässig sind.
  • Evaluation des Qualitätssicherungsprozesses unter besonderer Beachtung von fachdidaktischer und quellenkritischer Prüfung.
  • Berufung eines externen Gremiums für das Fach Geschichte und Politische Bildung zur abschließenden Qualitätskontrolle.

Die Einordnung der Quelle ist für die Bearbeitung der Prüfungsfrage von marginaler Bedeutung. Die unzureichende Quellenprüfung durch die Aufgabenkommission hatte somit weder Einfluss auf die Bearbeitung der Aufgaben durch die Prüflinge noch auf das Gesamtprüfungsergebnis. Die statistische Auswertung der Prüfungsleistungen aus dem Jahr 2025 ergab eine Leistungssteigerung um 0,5 Punkte gegenüber dem Vorjahr auf 8,5 Punkte. Die Schülerinnen und Schüler wurden nicht benachteiligt.

Das Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) entwickelt für ca. 22.000 Prüflinge in 48 Fächern insgesamt 354 Prüfungssätze. Die zentralen Abschlüsse umfassen die Allgemeine Hochschulreife, die Fachhochschulreife, die Mittlere Reife sowie die Berufsreife. Prüfungsaufgaben werden für den Haupttermin, den zentralen Nachschreibtermin und für die notwendige Ersatzprüfung entwickelt.

Die Aufgabenkommission für die Erstellung der zentralen Abschlussprüfungen setzt sich aus Lehrkräften, Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktikern zusammen. Darüber hinaus werden für jedes Fach Lehrkräfte eingebunden, um die finale Abituraufgabe noch einmal zu prüfen. Im Fach Geschichte und Politische Bildung wird die Aufgabenentwicklung durch die Universität Greifswald fachdidaktisch begleitet. Weder die Abteilungsleitungen noch die Hausspitze sind aufgrund der Verschwiegenheitspflicht in die Aufgabenerstellung oder die Kontrolle der Aufgaben eingebunden.

Bei der Aufgabenentwicklung durchlaufen alle Prüfungen einen mindestens fünfstufigen Qualitätssicherungsprozess, der zwei Jahre vor dem Prüfungstermin beginnt. Zu diesem Prozess gehören unter anderem eine fachinterne und eine fachfremde Prüfung. In den naturwissenschaftlichen Fächern sowie in Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch erfolgt die Aufgabenentwicklung unter Beteiligung aller 16 Bundesländer sowie mit universitärer fachdidaktischer Begleitung drei Jahre vor dem Prüfungstermin.