Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus
Susanne Bowen: Lehren aus der Geschichte sind Verantwortung für die Zukunft
Mecklenburg-Vorpommern gedenkt am heutigen 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus. Die Staatssekretärin im Kulturministerium, Susanne Bowen, hat am Dienstag an der landesweiten Gedenkveranstaltung „Erinnern, Betrauern, Wachrütteln“ in Wöbbelin und Ludwigslust teilgenommen. Die Veranstaltungsreihe erinnert seit 2008 an Menschen, die aufgrund psychischer Erkrankungen, geistiger oder körperlicher Beeinträchtigungen durch die Nationalsozialisten entrechtet, zwangssterilisiert, deportiert oder ermordet wurden.
„Mehr denn je mahnt uns der 27. Januar für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte einzutreten. Die Verbrechen der Nationalsozialisten waren das Ergebnis von Rassismus, Menschenverachtung und Demokratiefeindlichkeit. Nur wenn wir aus der Geschichte lernen und die Erinnerung wachhalten, können wir die Demokratie und unsere Freiheit schützen“, sagte Staatssekretärin Bowen. „Es ist wichtig, dass wir an die vielfältigen Opfergruppen der Nationalsozialisten erinnern. Neben Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt, entrechtet und ermordet wurden, ist auch den Menschen mit psychischen oder physischen Beeinträchtigungen unvorstellbares Leid angetan worden. Es ist eine zentrale Aufgabe, an die Schicksale dieser Menschen zu erinnern, an Orten, die mit diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte verbunden sind“, so Bowen weiter.
„Der 27. Januar ist ein Aufruf an uns alle, Verantwortung zu übernehmen, nicht nur in der Erinnerung an das Leid der Vergangenheit, sondern auch im Engagement für eine gerechte und inklusive Gesellschaft“, ergänzte die Staatssekretärin.
„Das bedeutet, dass wir uns nicht nur der Geschichte bewusst werden, sondern auch die Lehren aus ihr ziehen und aktiv eine bessere Zukunft gestalten. Würdevoll erinnern, die Geschichte bewahren und den Blick in die Zukunft richten, das sind unsere gemeinsamen Ziele.“
Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Im Jahr 1996 hatte der damalige Bundespräsident den 27. Januar zum zentralen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt.