Nationalpark Jasmund: Skywalk mit vier Millionen Gästen touristisches Highlight
Anlässlich des Neujahrsempfangs im Nationalpark Jasmund am morigen Samstag (31. Januar 2026) zieht Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, eine Zwischenbilanz zu 15 Jahren UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“ sowie zur Leistungsfähigkeit des Natur- und Küstentourismus im Land. Der Empfang macht deutlich: Naturschutz, Umweltbildung und Tourismus sind in Mecklenburg-Vorpommern eng miteinander verzahnt – und zugleich eingebettet in größere gesellschaftliche und infrastrukturelle Fragestellungen, die das Land verantwortungsvoll steuert.
Der Neujahrsempfang findet am Vormittag im Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL statt und steht im Zeichen von 15 Jahren UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“. Seit der Anerkennung im Jahr 2011 wurden im Nationalpark-Zentrum insgesamt rund 4,3 Millionen Besucherinnen und Besucher gezählt. Allein im Jahr 2025 kamen etwa 435.000 Gäste, davon nutzten rund 415.000 Besucherinnen und Besucher den Skywalk Königsstuhl als besonderes touristisches Highlight. Der barrierearme Rundweg ermöglicht spektakuläre Einblicke in die Kreideküste, ohne sensible Lebensräume zu beeinträchtigen, und gilt bundesweit als Vorzeigeprojekt für nachhaltigen Naturtourismus.
Die Zahlen belegen, dass moderne Besucherangebote ein wirksames Instrument der naturverträglichen Besucherlenkung sind: Der überwiegende Teil der Gäste bewegt sich gezielt auf ausgewiesenen Wegen, während sensible Schutzbereiche entlastet werden. Ergänzt wird das Angebot durch rund 45.000 Teilnehmende an Führungen, Bildungs- und Veranstaltungsformaten. An einzelnen Tagen lag der Anteil internationaler Gäste im Welterbeforum bei bis zu 90 Prozent. Auch das Naturerbezentrum Prora verzeichnet mit stabil über 200.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich eine konstant hohe Nachfrage.
Auch aktuelle Herausforderungen im Küsten- und Meeresraum werden beim Neujahrsempfang nicht ausgeblendet. So bleibt die Situation um das seit mehr als einem Jahr vor Rügen liegende Tankschiff EVENTIN für viele Menschen in der Region ein sensibles Thema. Das Land begleitet den Vorgang weiterhin eng im Rahmen seiner Zuständigkeiten und bringt sich gegenüber dem Bund und auf internationaler Ebene für eine rechtssichere und umweltverträgliche Lösung ein. Gleiches gilt für Fragen rund um den Betrieb des LNG-Terminals Mukran, insbesondere mit Blick auf Lärmschutz, Genehmigungsverfahren und den Schutz sensibler Natur- und Küstenräume. Minister Backhaus betont in diesem Zusammenhang, dass wirtschaftliche Nutzung, Energieversorgungssicherheit und der Schutz von Natur und Umwelt stets in einem verantwortungsvollen Ausgleich stehen müssen.
Auch dem nahegelegenen Biosphärenreservat Südost-Rügen kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Es steht beispielhaft für den Anspruch Mecklenburg-Vorpommerns, Natur- und Landschaftsschutz, nachhaltigen Tourismus sowie wirtschaftliche Nutzung verantwortungsvoll miteinander zu verbinden. Gerade in einer Region, in der sensible Naturräume, internationale Schifffahrtswege, touristische Nutzung und energiepolitische Infrastruktur räumlich eng beieinanderliegen, zeigt sich, wie wichtig klare Schutzkonzepte, rechtssichere Verfahren und ein transparenter Dialog mit der Bevölkerung sind. Minister Backhaus unterstreicht, dass das Biosphärenreservat Südost-Rügen nicht nur ein Schutzraum von internationalem Rang ist, sondern auch ein Modellraum für nachhaltige Entwicklung, in dem Konflikte offen benannt, wissenschaftlich begleitet und lösungsorientiert bearbeitet werden müssen.
Ein besonderer Programmpunkt ist die offizielle Verabschiedung von Prof. Dr. Detlef Drenckhahn als Vorsitzender des Aufsichtsrates des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl. Prof. Drenckhahn hatte dieses Amt seit dem 9. Dezember 2011 inne und prägte die Entwicklung des Zentrums über 14 Jahre maßgeblich. Zu seinen wichtigsten Verdiensten zählen die strategische Weiterentwicklung des Standorts, die Förderung eines konstruktiven Miteinanders zwischen Land, Stadt und Akteuren vor Ort sowie sein persönlicher Einsatz für herausragende Projekte wie das UNESCO-Welterbeforum (Waldhalle) und den Skywalk Königsstuhl. Beide Projekte wären ohne sein Engagement und seine Überzeugungskraft kaum realisierbar gewesen. Die Laudatio auf Prof. Drenckhahn wird von Vertreterinnen und Vertretern des WWF gehalten. Im Anschluss wird Minister Backhaus ihm in einem persönlichen Beitrag für sein langjähriges Wirken danken.
Der Neujahrsempfang bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Naturschutz, Tourismus und Wissenschaft zusammen. Neben dem Rückblick auf 15 Jahre Welterbe stehen Perspektiven für Naturerlebnis, Besucherlenkung und nachhaltigen Tourismus im Mittelpunkt. Mecklenburg-Vorpommern setzt damit ein klares Zeichen: für den Schutz seiner einzigartigen Natur, für Transparenz bei konfliktträchtigen Themen – und für eine verantwortungsvolle Entwicklung von Natur, Infrastruktur und Lebensqualität.