Durchstarten für lebendige Dörfer und Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern
Elf neue Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren haben im Rahmen des Landesprogramms „MV tut was. Klimaschutz vor Ort.“ ihre Fortbildung an der Hochschule Neubrandenburg abgeschlossen.
Noch steht der alte Imbiss „Büffelkuhle“ am See in Buchholz leer. Schon bald aber soll er wieder ein lebendiger Treffpunkt für alle in der Gegend werden - und das verdankt er nicht zuletzt einem Fortbildungsformat der Hochschule Neubrandenburg. Die „Büffelkuhle“ ist eines der Projekte, die als Ergebnis des Fortbildungskurses Dorfmoderation. der Hochschule jetzt im Land umgesetzt werden. „Wir gestalten gerade die Innenräume des alten Imbisses“, erzählt Teilnehmerin Renate Fabisch, die nun in ihrer Gemeinde als Dorfmoderatorin aktiv sein wird. „Wir planen im Frühjahr einen Subbotnik und möchten dann mit einem Osterfeuer in die Saison starten.“
Nach insgesamt sechs intensiven zweitägigen Fortbildungsterminen haben die Teilnehmenden des Kurses ihre Qualifizierung erfolgreich abgeschlossen. Am Samstag erhielten die neuen Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren an der Hochschule Neubrandenburg ihre Teilnahmebestätigung. Sie sind damit bestens vorbereitet, Projekte für Dorfentwicklung und Klimaschutz in ihren Gemeinden anzustoßen, hierfür Menschen zu gewinnen und die Projekte aktiv zu begleiten. Im Laufe des Kurses wurden ausgehend von der detaillierten Analyse ihres Dorfes - dem sogenannten „Dorfcheck“ - konkrete Projektideen zu Dorfentwicklung und Klimaschutz erarbeitet, die nun in die Umsetzung gehen. Einige der Dorfmoderatoren sehen sich dabei künftig als Vermittler und Vermittlerinnen, um Aktivitäten besser zu verknüpfen - etwa Veranstaltungen mit Angeboten der Schule. Andere möchten sich stärker für Kinder und Jugendliche engagieren und deren Ideen fördern. Zwei Dorfmoderatorinnen planen zudem, gemeinsam mit dem Format „Sprechen und Zuhören“ wieder mehr Menschen in ihren Gemeinden miteinander in den Austausch zu bringen.
Konkrete Zukunftsprojekte werden nun angestoßen
Das Fortbildungsangebot, das bereits zum neunten Mal stattfand, richtete sich an engagierte Menschen aus Dörfern und Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns, die das Miteinander vor Ort stärken und konkrete Zukunftsprojekte anstoßen wollen. Im Verlauf der Fortbildung vom September letzten Jahres bis Ende Januar setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit den Grundlagen von gelingender Kommunikation, mit Moderationstechniken und Methoden zur Aktivierung und Beteiligung unterschiedlicher Zielgruppen auseinander. Ebenso ging es um die Frage, wie man gut mit Konflikten umgeht, wie Dialoge zur Energiewende gestaltet werden können, wie kommunalpolitische Entscheidungen funktionieren und welches die rechtlichen Rahmenbedingungen des Ehrenamts sind. Ergänzt wurde das Programm durch ganz praktische Module zu Projektmanagement, Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten sowie zur Gewinnung und Motivation von Engagierten.
Fortbildungskurs in dieser Runde Teil des Landesprogramms MV tut was. Klimaschutz vor Ort.
Da der Fortbildungskurs in dieser Runde als Teil des Landesprogramms MV tut was. Klimaschutz vor Ort. stattfand, lag ein besonderer Schwerpunkt auf den Möglichkeiten zur Umsetzung von Klimaschutzprojekten im Dorf. „Wir haben erstmals das Thema Klimaschutz im Dorf in den Fortbildungskurs integriert“, so Johann Kaether, Koordinator der Fortbildung an der Hochschule Neubrandenburg. „Die Diskussionen im Kurs zeigen, dass Klimaschutz ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung von lebenswerten Dörfern in MV ist.“
Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus betont die Bedeutung des Programmbausteins innerhalb des landesweiten Programms MV tut was.: „Klimaschutz entscheidet sich nicht nur in Gesetzen, sondern vor allem vor Ort - in unseren Dörfern und Gemeinden. Mit den Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren stärken wir Menschen, die Verantwortung übernehmen, Beteiligung organisieren und konkrete Projekte anstoßen. Sie sind Brückenbauer zwischen Engagement, Kommune und Politik und damit ein zentraler Baustein von ‚MV tut was‘. Wer den ländlichen Raum stärken will, muss den Menschen dort Werkzeuge an die Hand geben - genau das tun wir mit diesem Programm.“
Die Teilnehmenden des Kurses blicken zufrieden auf den Kurs zurück. „Was ich aus der Fortbildung mitnehme, ist vor allem der intensive Austausch“, so Udo Wasielewski aus Torgelow am See. „Die Mischung aus Vereinsarbeit, kommunaler Erfahrung und neuen Ideen hat die Werkstatt zu einem echten Lern- und Vernetzungsraum gemacht.“
Prof. Dr. Peter Dehne, Projektleiter des Fortbildungsformates, freute sich bei der Übergabe der Teilnahmebestätigungen, „dass es in den Dörfern Mecklenburg-Vorpommerns viele Menschen gibt, die sich für Lebensqualität und Klimaschutz engagieren. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung der geplanten Projekte in Ihren Dörfern.“
Hintergrund
Fortbildungskurs: Dorfmoderation. Werkzeuge für Dorfentwicklung und Klimaschutz.
Die Fortbildung Dorfmoderation – Werkzeuge für Dorfentwicklung und Klimaschutz vermittelt Wissen und Werkzeuge, um Dialoge in der eigenen Gemeinde anzustoßen und zu begleiten, Ideen für den Klimaschutz und die Dorfentwicklung zu entwickeln sowie Projekte aktiv mitzugestalten. Die Teilnehmenden lernen, Prozesse zu moderieren, Ideen in die Tat umzusetzen und ihren Ort und ihre Gemeinde zukunftsfähig aufzustellen.
Der Fortbildungskurs ist Teil des Landesprogramms „MV tut was. Klimaschutz vor Ort.“ Das Programm versteht Klimaschutz als Chance für Beteiligung, für Zusammenhalt und für regionale Entwicklung der Kommunen im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns. Ziel des zweijährigen Programms ist es, konkrete Gestaltungsmöglichkeiten zu schaffen, den Nutzen von Klimaschutz konkret vor Ort sichtbar zu machen und gemeinsam mit Bürgern, Unternehmen, Kommunen sowie jungen Menschen Klimaschutzprojekte anzustoßen.
Das Programm „MV tut was. Klimaschutz vor Ort.“ wird ermöglicht durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und umgesetzt durch ein regionales Partnerkonsortium in Kooperation mit der Initiative Zukunftshandeln MV.
Weitere Informationen unter www.zukunftshandeln-mv.de/mv-tut-was
Kontakt
Für Fragen zum Kurs Dorfmoderation und Anfragen für Interviews mit den Teilnehmenden
Johann Kaether
Koordinator Fortbildungskurs Dorfmoderation
Hochschule Neubrandenburg
0395-5693-4703
dorfmoderation@hs-nb.de
Für Fragen zum Gesamtprogramm MV tut was. Klimaschutz vor Ort
Eva Mahnke
Programmkoordinatorin
fint e.V.
0177 – 7997075
eva.mahnke@fint.team
Anlagen
Abschluss Fortbildung Dorfmoderation
(PDF, 0,23 MB)
Abschluss Fortbildung Dorfmoderation