Rom: Lehrkräfte informieren sich zu jüdischem Leben & Antisemitismus

Oldenburg: Fortbildung stärkt die Erinnerungsarbeit und die politische Bildung an Schulen

Nr.032-26  | 06.02.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

Das Bildungsministerium bietet vom 9. bis 13. Februar 2026 eine mehrtägige Fortbildung in Rom (Italien) für Lehrkräfte gesellschaftswissenschaftlicher Fächer an. An der Fortbildungsreise „Spuren jüdischen Lebens in Rom – Aufarbeitung antisemitischer Historie“ nehmen Lehrkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern und Lehrkräfte aus anderen Bundesländern teil. Begleitet wird die Reise von zwei Mitarbeitenden des Instituts für Qualitätsentwicklung des Bildungsministeriums und der KMK-Geschäftsstelle und an zwei Tagen von Bildungsministerin Simone Oldenburg.  

„Die Auseinandersetzung an authentischen Orten eröffnet Lehrkräften neue Perspektiven auf jüdisches Leben, Verfolgung und auf die Erinnerungskultur“, sagte die Bildungsministerin im Vorfeld der Fortbildung. „Diese Erfahrungen können direkt in den Unterricht einfließen und unterstützen dabei, junge Menschen für historische Verantwortung und demokratische Werte zu sensibilisieren. Weil das Thema bundesweit bedeutsam ist, haben wir das Format auch für Lehrkräfte aus anderen Bundesländern geöffnet.“  

Das Programm umfasst:

 

  • Besuch des Jüdischen Museums und der Großen Synagoge sowie geführter Rundgang durch das ehemalige Ghetto
  • Besichtigungen der jüdischen Katakomben, der Fosse Ardeatine sowie Teilnahme am Stolpersteinprojekt „Camminare nella memoria“ begleitet durch den Schauspieler Rosario Tedesco
  • Besuch der Deutschen Schule Rom mit Gesprächsrunde und anschließender Führung im Museo storico della Liberazione
  • Gedenkweg „Mille Passi“ („Der Weg der tausend Schritte“) zur Erinnerung an die Deportation der römischen Jüdinnen und Juden im Oktober 1943
  • Gesprächsrunde mit Herrn Dr. Gümpel Journalist und ARD-/RTL-Korrespondent über das Täter-Projekt https://www.ns-taeter-italien.org/it

Ziel der Fortbildung ist es, Lehrkräften ein vertieftes Verständnis für historische, kulturelle und gesellschaftliche Zusammenhänge jüdischen Lebens zu vermitteln und diese Erkenntnisse für den Unterricht zu nutzen. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen sowie der zunehmenden Sichtbarkeit antisemitischer Einstellungen liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Erinnerungskultur.  

Die Fortbildung stellt eine inhaltliche Erweiterung der bestehenden kooperationsbasierten Zusammenarbeit mit Yad Vashem im Bereich der Holocaust-Erziehung und der Antisemitismus-Bekämpfung dar.  

Die Teilnahme der Lehrkräfte erfolgt auf Grundlage eines vorangegangenen Bewerbungsverfahrens.