Rostock: Staatssekretäre Schulte und Connemann bei Unternehmen vor Ort
Jochen Schulte: „Mit Innovation, modernen Technologien und gezielten Investitionen schaffen wir gute Arbeitsplätze und stärken die Wettbewerbsfähigkeit Mecklenburg-Vorpommerns nachhaltig“
Jochen Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute gemeinsam mit Gitta Connemann, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, im Rahmen einer Mittelstandsreise mehrere Stationen in Rostock eingelegt. Im Mittelpunkt stand der direkte Austausch vor Ort über Investitionen, Innovationen und die nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandorts Mecklenburg-Vorpommern.
„Was wir hier heute sehen, ist kein Zufall, sondern Ergebnis gezielter Förderung von Bund und Land. Mecklenburg-Vorpommern hat seine Arbeitsproduktivität in den vergangenen Jahren deutlich schneller gesteigert als der Bundesdurchschnitt – auf den höchsten Stand seit 1991. Getrieben wird das vor allem vom produzierenden Gewerbe, von Forschung und Innovation – genau dort, wo GRW- und Forschungs-Förderung ansetzen. Das zeigt ziemlich klar: Produktivität entsteht nicht durch Debatten über ‚Lifestyle‘ oder Arbeitszeitmodelle, sondern durch Investitionen in Technologie, Qualifikation und kluge Standortpolitik. Wer Wachstum will, sollte weniger über Lebensstile reden und mehr über Innovationsbedingungen“, so Staatssekretär Schulte.
Industrielle Wertschöpfung der Rottach Rostock GmbH
Erste Station war der Rostocker Standort der Rottach Werke Firmengruppe. Das mittelständische Unternehmen ist auf industrielle Blechverarbeitung sowie die Fertigung komplexer Schweiß- und Montagebaugruppen spezialisiert und beschäftigt rund 180 Mitarbeitende, davon 65 in Rostock. Beliefert werden Maschinen- und Anlagenbau, Offshore- und Hafenkranbau, Landtechnik sowie Energie- und Industriekunden.
Der Standort im Industriegebiet Marienehe wurde 2005 aufgebaut und ist eng mit regionalen maritimen Betrieben vernetzt. In den vergangenen Jahren wurden mit Unterstützung des Landes Produktionshalle, Maschinen und Logistikflächen errichtet bzw. erweitert, wodurch die Produktionsmöglichkeiten deutlich ausgebaut und die industrielle Basis am Standort gestärkt werden konnten.
Zuwendungsbescheid für die Innocent Meat GmbH
Im Anschluss besuchten die Staatssekretäre die 2020 gegründete Innocent Meat GmbH in Rostock. Das Unternehmen entwickelt automatisierte und softwaregestützte Fertigungsprozesse zur industriellen Herstellung von kultiviertem Fleisch aus tierischen Zellen. Zielkunden sind Unternehmen der fleischverarbeitenden Industrie, denen so eine skalierbare und standardisierte und zuverlässige Produktion neuartige Proteinprodukte ermöglicht wird.
Mit neuen technologischen Ansätzen trägt Innocent Meat zur innovativen Wertschöpfung bei und unterstreicht damit die Bedeutung der Querschnittstechnologie Bioökonomie der Regionalen Innovationsstrategie MV 2021–2027 für das Land Mecklenburg-Vorpommern. Unterstützt wird das Unternehmen unter anderem durch den Venture-Capital-Fonds Mecklenburg-Vorpommern. Das Unternehmen entwickelt derzeit eine Demonstrationsanlage mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Mio. Euro, die wöchentlich bis zu 10.000 Liter kultiviertes Hackfleisch produzieren kann. Staatssekretärin Connemann überreichte einen Zuwendungsbescheid des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Höhe von rund 413.000 Euro. Mit dieser Zuwendung soll gezielt an der Prozessoptimierung des automatisierten Produktionsverfahren gearbeitet werden, um die Zellausbeute gegenüber dem derzeitigen Standardprozess signifikant zu erhöhen.
Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik (IGP)
Abschließend besuchten die Staatssekretäre das Fraunhofer IGP in Rostock, einen zentralen Partner für Unternehmen aus Schiffbau, Offshore, Stahl- und Anlagenbau. Das IGP ist ein bedeutender Partner für die Unternehmen des Landes in diesen Bereichen und trägt mit über 200 Mitarbeitenden und rund 100 wissenschaftlichen Hilfskräften wesentlich zur Sicherung und Schaffung wissensbasierter Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern bei.
Das Land unterstützte das IGP in den vergangenen Jahren sowohl bei Forschungsprojekten als auch beim Ausbau der Infrastruktur, darunter ein Neubau für Büro- und Laborflächen mit rund 18,4 Millionen Euro Gesamtvolumen. Zudem ist das Institut zentral an der Forschungsfabrik Wasserstoff MV beteiligt, in der in Rostock Technologien für die Wasserstoffwirtschaft entwickelt werden.