20 Jahre Geflügelpest in MV

Nr.036/2026  | 13.02.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Am 14.02.2006 wurde erstmals in Deutschland bei zwei auf der Insel Rügen aufgefundenen Schwänen das hochpathogene aviäre Influenzavirus des Subtyps H5N1 (HPAI H5N1) nachgewiesen. In den folgenden Tagen wurden täglich weitere Tiere auf der Insel und dem angrenzenden Festland positiv auf HPAI H5N1 untersucht.

„Durch die zuvor erfolgte Erweiterung des Geltungsbereichs des Landeskatastrophenschutzgesetzes auf bestimmte Tierseuchen­fälle konnten neben den Krisenstrukturen der Veterinärbehörden auch die für Großschadenslagen vorhandenen Infrastrukturen des Katastrophenschutzes genutzt werden“, erinnert sich Agrarminister Dr. Till Backhaus an das damalige Geschehen.

„Es ist zu beachten, dass es 2006 erstmals in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in Deutschland, galt, einen Eintrag dieser hoch ansteckenden Tierseuche in einer nahezu unkontrollierbaren Population in freier Natur zu bekämpfen. Die notwendigen Tierseuchenmaßnahmen mussten damals auch aufgrund der örtlichen Gegebenheiten auf der Insel unter erschwerten Bedingungen durchgeführt werden und standen unter großem öffentlichem und medialem Interesse“, so der Minister weiter.

Mittlerweile ist die Geflügelpest in Europa und Deutschland angekommen. Während bis zum Herbst 2020 eine durch den Herbstvogelzug geprägte Saisonalilät in den Wintermonaten verbunden mit einer Abnahme der Virusaktivität und der Ausbruchszahlen in den Sommermonaten vorherrschte, kommen seit 2021 Infektionen mit HPAIV bei Wildvögeln und Ausbrüche in Geflügelhaltungen zunehmend ganzjährig vor.

Auch die Ausbruchszahlen in MV zeigen diese „Trendwende“ sehr deutlich. Seit 2006 bis Ende 2025 gab es insgesamt 168 amtliche Feststellungen von HPAI in Geflügelhaltungen in MV. Davon wurden 36 Ausbrüche in den Jahren 2006 bis 2020 und 132 ab dem Jahr 2021 festgestellt.

Das Land und die Tierseuchenkasse haben seit 2006 allein an Entschädigungen etwas mehr als 14 Mio. Euro gezahlt. Der tatsächliche Schaden für die Betriebe entlang der Wertschöpf­ungskette ist aber deutlich höher. Neben dem wirtschaftlichen Schaden für die Betriebe bedeutet der Verlust der Tiere für die Landwirtinnen und Landwirte immer auch eine enorme psychische Balstung, erklärt Backhaus:

„Auch in diesem Jahr haben wir in unserem Land bereits sechs Geflügelpestausbrüche festgestellt. Damit sind es seit September 2025 20 Ausbrüche mit etwa 383.000 Tieren, die an HPAI verendet sind oder tierschutzgerecht im Zuge der Seuchen­bekämpfungsmaßnahmen getötet werden mussten“, berichtet Minister Backhaus.

Mit Blick auf das kontinuierliche und zunehmende Seuchengeschehen setzt sich MV für die Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen zur Impfung gegen die Geflügelpest und andere Tierseuchen der Kategorie A ein. Für weitere konkrete Planungen in Richtung einer HPAI-Impfung seien noch weitere Voraussetzungen zu schaffen bzw. Eckpunkte mit allen Beteiligten abzustimmen, so Minister Backhaus.