„EU-Richtlinie zu gerechter Entlohnung endlich umsetzen.“

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt erinnert zum Equal Pay Day die Bundesregierung an die Entgelttransparenzrichtlinie.

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt (Mitte), Staatssekretärin Babette Bohlen und Lisanne Straka vom DGB Nord (3.v.r.) hissen vor dem Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz die Equal-Pay-Day-Fahne. @JM Details anzeigen
Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt (Mitte), Staatssekretärin Babette Bohlen und Lisanne Straka vom DGB Nord (3.v.r.) hissen vor dem Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz die Equal-Pay-Day-Fahne. @JM
Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt (Mitte), Staatssekretärin Babette Bohlen und Lisanne Straka vom DGB Nord (3.v.r.) hissen vor dem Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz die Equal-Pay-Day-Fahne. @JM
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Nr.15/26  | 27.02.2026  | JM  | Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz

„Ich bin froh, dass der Equal Pay Day weiter vorrückt. Der Equal Pay Day ist der Tag, der symbolisch das Ende des Zeitraums im Jahr markiert, in dem Frauen statistisch im Vergleich zu Männern unbezahlt arbeiten. In den letzten Jahren war er im März, dieses Jahr fällt er auf Ende Februar. Die Ungleichheit ist noch nicht beseitigt, daher werden wir so lange zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund als Teil des Aktionsbündnisses ‚Equal Pay Day M-V‘ darauf hinweisen, bis Frauen den Männern mit dem ersten Tag im Jahr gleichgestellt sind. Das Motto des Aktionstags ist sehr passend: ‚Equal Pay Day Every Day‘, also täglich gleichberechtigte Löhne“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt beim Hissen der Equal-Pay-Day-Flagge vor dem Ministerium.

„Das Bruttogehalt von Frauen in Mecklenburg-Vorpommern war letztes Jahr im Schnitt vier Prozent pro Stunde geringer als das der Männer. Das ist der sogenannte unbereinigte Gender Pay Gap. Laut Statistik ist dieser Abstand hierzulande deutlich geringer als bundesweit, da liegt der Durchschnitt bei rund 16 Prozent. Das ändert aber nichts an der ungleichen Bezahlung an sich. Mit Blick auf das Alter gibt es laut Statistischem Amt M-V in unserem Bundesland den größten Verdienstunterschied bei den 60- bis 64-Jährigen. Frauen unter 30 Jahren verdienen demnach hingegen durchschnittlich etwas mehr als ihre männlichen Alterskollegen. Das sind insgesamt gute Entwicklungen und Nachrichten. Die Entwicklung wollen wir fortführen. Ein wichtiger Bestandteil ist Transparenz. Hier muss die Bundesregierung nacharbeiten. Bis zum 7. Juni 2026 hat Deutschland die Pflicht, die EU-‚Richtlinie zur Stärkung der Anwendung des Grundsatzes des gleichen Entgelts für Männer und Frauen bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit durch Lohntransparenz und Durchsetzungsmechanismen‘ in deutsche Gesetzgebung umzusetzen. Die seit drei Jahren geltende EU-Richtlinie zielt auf Auskunfts-, Berichts- und Transparenzpflichten für Arbeitgebende sowie Informationsrechte für Beschäftigte. Die Richtlinie geht deutlich über derzeit geltendes Recht in Deutschland hinaus. Ich fordere die Bundesregierung auf, zügig die geltende Entgelttransparenzrichtlinie in Angriff zu nehmen. Denn Transparenz ist Voraussetzung für Gerechtigkeit“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.„Die rot-rote Landesregierung hat konkrete Maßnahmen eingeleitet, um mehr Gerechtigkeit herzustellen. Wir stärken Frauen und Mädchen in ihrer Berufsorientierung, so dass sie auch abseits der sozialen Berufe, in denen sie noch immer am häufigsten beschäftigt sind, die besser bezahlte, aber männlich dominierte Arbeitswelt in den Blick nehmen. Der Girls‘-und-Boys‘-Day ist dabei ein wichtiges Instrument. Wir stärken die Rechte der Arbeitnehmerinne und Arbeitnehmer mit dem Tariftreuegesetz, das uns als Landesregierung dazu verpflichtet, öffentliche Aufträge an tarifgebundene Unternehmen zu vergeben. Ich danke allen Partnerinnen, wie dem DGB Nord und der Vereinigung der Unternehmensverbände für MV und den Gewerkschaften, die uns auch auf unserem Weg unterstützen, um Frauen in der Gesellschaft gleichzustellen. Wir helfen mit verschiedenen Mentoringprogrammen Frauen dabei, fit für Spitzenämter zu sein“, so Ministerin Bernhardt.

Die neue Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung Monique Tannhäuser: „Das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm, das nun finalisiert ist, setzt auch hier an. Wir brauchen auf dem Weg zur Gleichstellung Maßnahmen und den Willen zum Umsetzen dieser Maßnahmen. Denn Einkommensungleichheit zieht sich wie ein roter Faden durch viele Erwerbsbiografien von Frauen. Bereits beim Berufseinstieg sind Frauen häufig schlechter bezahlt als Männer. Noch immer sind soziale, pflegerische und erzieherische Tätigkeiten überwiegend weiblich geprägt und strukturell unterbewertet. Gleichzeitig sind Führungspositionen und technische Berufe, die häufig besser vergütet werden, nach wie vor mehrheitlich männlich besetzt. Mit der Familiengründung verschärft sich die Lücke oft weiter. Frauen reduzieren deutlich häufiger ihre Arbeitszeit, übernehmen den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit und unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit. Teilzeit darf jedoch keine finanzielle und berufliche Sackgasse sein. Auch Altersarmut ist weiblich geprägt. Das dürfen wir nicht hinnehmen“, so die Landesbeauftragte Monique Tannhäuser.