Zwischen Segelregatta und Schlossromantik: Das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern auf der Jubiläums-ITB Berlin 2026
Mecklenburg-Vorpommern mit sieben Tourismusakteuren in der Bundeshauptstadt / Internationalisierung und Event-Land Mecklenburg-Vorpommern im Fokus / Segelsportveranstaltung SailGP in Sassnitz, Festival Airbeat One in Neustadt-Glewe und Staatliche Schlösser, Museen und Kunstsammlungen sind touristische Leuchttürme 2026
Vom 3. bis 5. März präsentiert sich das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern auf der wichtigsten touristischen Fachmesse, der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, die in diesem Jahr ihr 60. Jubiläum feiert. Mit dabei sind sieben Partner aus dem Land: die Usedom Tourismus GmbH, die Five E Group unter anderem mit dem Land Fleesensee und der Weißen Wiek, das Unternehmen Mecklenburger Radtour, die Baltic Manors Association, der Busreisekontor Mecklenburg-Vorpommern, die Bernsteinreiter Urlaub & Meer GmbH sowie das Pommersche Landesmuseum Greifswald. Auf der ITB geht es sowohl um Fragen der Internationalisierung des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern, um die Bedeutung Mecklenburg-Vorpommerns als Event-Land und um neue Kooperationen im Tourismus. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein beliebtes und stark nachgefragtes Urlaubsland, das durch eine hohe Inlandsnachfrage geprägt ist. Weiteres Potential besteht insbesondere darin, noch mehr internationale Gäste für unser Bundesland zu gewinnen. Mecklenburg-Vorpommern kann mit seiner einzigartigen Natur, der Küste und den zahlreichen Binnenseen punkten. Das reicht jedoch nicht aus“, sagte Jochen Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit.
„Neben einer attraktiven Infrastruktur gilt es immer wieder neue Anreize zu schaffen, um Gäste für das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern zu begeistern. Dazu zählen auch Veranstaltungen. MV ist auch Eventland: Kultur, Sport, Festivals und Konzerte ziehen jedes Jahr tausende Gäste an. Unser Ziel ist es, den Nordosten noch stärker auf die internationale Bühne zu bringen. Das wollen wir mit einer konzertierten Marketingarbeit im Verbund, mit Kampagnen und Kooperationen erreichen“, so Schulte weiter.“ Als Beispiele nannte der Staatssekretär internationale Formate wie die „Formel 1“ des Segelsports, den Sail GP in Sassnitz, das über die Landesgrenzen hinaus bekannte Festival Airbeat One in Neustadt- Glewe oder den Festivalsommer der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.
Der Geschäftsführer der MV Tourismus GmbH, Peter Kranz, fügte hinzu: „Die Präsentation des Urlaubslandes auf der weltgrößten Reisemesse, der ITB Berlin, soll dazu beitragen, Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubsland national und international weiter zu positionieren. Mit starken Partnern aus dem Land setzen wir in diesem Jahr bewusst auf die Wirkung von Sport- und Musik-Events mit internationaler Note, die über die Landesgrenzen hinaus strahlen.“
MV Tourismus GmbH setzt mit Marktbearbeitung im Verbund wichtige Impulse für Internationalisierung des Landes / Internationale Kampagnen erzielen eine Reichweite von mehr als 42 Millionen
Seit Ende 2024 widmet sich Mecklenburg-Vorpommern inzwischen mit mehr als 60 Partnerinnen und Partnern im Urlaubsland, die in Marktpools organisiert sind und durch die MV Tourismus GmbH koordiniert werden, verstärkt der Internationalisierung des Landes. Kernstück der gemeinsamen Arbeit bildet die Internationale Marktstrategie, die die für den Nordosten wichtigen internationalen Märkte in den Blick nimmt: Skandinavien, Österreich, die Schweiz, die Niederlande sowie Polen. Dabei treten die Teilnehmenden der Markt-Pools, darunter der Eigenbetrieb Binzer Bucht, Aktivreiseveranstalter wie die Mecklenburger Radtour oder der Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte, sowohl bei Events direkt vor Ort an internationale Veranstalter beziehungsweise im Rahmen von Online-Maßnahmen und Medienkooperationen an potenzielle Gäste heran. Darunter fallen Maßnahmen wie die Herbstkampagne „WOWoplevelser for hele familien!“ in Dänemark oder die Influencer-Kooperationen mit 1000things.at in Österreich. Wichtige Partner in der gemeinsamen Arbeit sind dabei die Deutsche Zentrale für Tourismus, die groß angelegte internationale Kampagnen zu den Themen „Family and Friends in Nature“ und „City Life“ aufsetzt, sowie die Außenhandelskammern in den entsprechenden Märkten. Durch die Kampagnenarbeit im Rahmen der Markt-Pools konnte allein für das Jahr 2025 eine Reichweite von mehr als 42 Millionen erzielt werden.
Darüber hinaus arbeitet Mecklenburg-Vorpommern über die Kooperation Visit Northern Germany, ein Zusammenschluss der norddeutschen Bundesländer, daran, Gäste aus Belgien und Polen für Mecklenburg-Vorpommern zu begeistern. Nicht zuletzt setzen die sieben Städte Rostock, Wismar, Schwerin, Stralsund, Greifswald, Güstrow und Neubrandenburg im Rahmen des Städteverbundes in Polen und den Niederlanden Anreize für einen Urlaub im Nordosten.
Neue Attraktion im Fokus
Mit im Reisegepäck zur ITB Berlin hat die MV Tourismus GmbH eine ganze Palette an Neuigkeiten für das Urlaubsjahr 2026, die auch ein internationales Publikum begeistern sollen. Stararchitekt Francis Kéré baut im mecklenburgischen Plüschow das Museum Ehrhardt und in Binz wird das HYPARFORUM von sich reden machen. Neu ist auch die Galerie der Romantik im Pommerschen Landesmuseum in der Universitäts- und Hansestadt. Ziel der neuen Ausstellung ist es, Greifswald dauerhaft als Caspar-David-Friedrich-Stadt und das Pommersche Landesmuseum als kulturellen Leuchtturm der Romantik im Norden zu etablieren. Unter dem Titel „Ausblicke ins Unendliche“ werden Gäste in der sogenannten Kapelle zu Beginn eines Rundgangs multimedial auf Friedrichs poetische Bildwelt eingestimmt. Auch das Staatliche Museum Schwerin erstrahlt in neuem Glanz. In der neuinszenierten Sammlung wird Kunst aus mehreren Epochen von Cranach bis Duchamp präsentiert. Das Ausstellungskonzept wurde im Zuge der Sanierung kinder- und familienfreundlicher, digitaler, interaktiver und zudem barrierefreier. Neu ist auch das Format „Gäste aus aller Welt“. Unter diesem Titel sollen in regelmäßigen Abständen herausragende Kunstwerke internationaler Museen gezeigt werden. Derzeit sind drei Gemälde von Rembrandt, eine Leihgabe aus dem Rijksmuseum Amsterdam, zu sehen: „Landschaft mit steinerner Brücke“, „Selbstporträt als Apostel Paulus“ sowie „Verleugnung Petri“. 2026 wird in Ludwigslust das 150-jährige Stadtjubiläum gefeiert. Höhepunkt wird die Wiederöffnung des Goldenen Saals im örtlichen Schloss im Mai anlässlich des 250-jährigen Jubiläums des Schlosses sein.
Unter dem Titel „The Netherlands Edition“ setzt auch das Festival Airbeat One am zweiten Juli-Wochenende in Neustadt-Glewe auf internationale Gäste. Das Festival für elektronische Musik will mit einer Bühnen-Show mit aufwändigen Licht‑, Laser‑ und Videoinstallationen Musik-Fans in den Bann ziehen. Rund 200.000 Gäste werden erwarten, darunter rund acht Prozent Gäste aus dem Ausland.
Eine Fortsetzung gibt es für den SailGP, die „Formel eins“ des Segelsports. Nach dem erfolgreichen Auftakt im Sommer 2025, bei dem das Event mit rund 13.000 Besucherinnen und Besuchern ausverkauft war, findet am 22. und 23. August 2026 die zweite Auflage der internationalen Segelveranstaltung „SailGP“ in Sassnitz auf Rügen statt. Bei dem Wettbewerb treten vor der Kulisse der Rügener Kreidefelsen 13 Nationen-Teams in F50-Katamaranen gegeneinander an und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Mit dabei ist auch die deutsche Crew um den zweimaligen olympischen Bronzemedaillengewinner Erik Heil, dessen Team vom mehrfachen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel als Miteigentümer unterstützt wird. Nicht zuletzt sollen die Guts- und Herrenhäuser des Landes unter dem Titel Baltic Manors Route Teil der internationalen Europäischen Kulturroute der Baltischen Gutshäuser werden.
Neues, jedoch von kurzer Dauer, gibt es auch auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst: Aus Anlass der Feierlichkeiten rund um das 300-jährige Jubiläum der Prerower Seemannskirche wird am 22. Mai 2026 für genau 72 Stunden das Gemälde „Mein Vater sieht einen Engel“ von Georg Baselitz präsentiert. Es zeigt seinen Vater, dem ein Engel am Strand von Prerow erscheint. Das Bild misst drei mal vier Meter und stammt aus dem Jahr 1996.
Rückenwind durch die Reiseanalyse 2026: MV erneut auf dem Treppchen der beliebtesten Reiseziele der Deutschen
Im Vorfeld der ITB Berlin ist auch die Reiseanalyse 2026 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) vorgestellt worden. Demnach steht Mecklenburg-Vorpommern auf dem Treppchen der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Der Nordosten verzeichnet einen Marktanteil von 3,3 Prozent an allen 2025 angetretenen Urlaubsreisen der Deutschen (ab fünf Tagen Dauer) und liegt hinter Bayern (3,9 Prozent) und Schleswig-Holstein (4,2 Prozent).
„Ich freue mich, dass Mecklenburg-Vorpommern es wieder geschafft hat seinen Marktanteil zu erhöhen und gemeinsam mit Schleswig-Holstein und Bayern einen Spitzenplatz einzunehmen“, sagte Schulte. Ziel müsse es sein, hier weiter Boden gut zu machen.
Bilanz des Tourismusjahres 2025 in Zahlen / Zweitbestes Tourismusjahr seit der Wende
Von Januar bis Dezember 2025 wurden rund 8,2 Millionen Gäste (+1,7 Prozent) an das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern gemeldet, die etwa 33,3 Millionen Übernachtungen (+1,2 Prozent) im Urlaubsland verbracht haben. Die Zahlen belegen die weitere Erholung des Reisemarktes und bewegen sich inzwischen fast auf Vor-Corona-Niveau (zum Vergleich 2019: rund 8,4 Millionen Ankünfte, rund 34 Millionen Übernachtungen). Bundesweit sind die Übernachtungszahlen im Jahr 2025 um 0,3 Prozent gestiegen; gegenüber 2019 um 0,4 Prozent. Dazu Jochen Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern: „Mit Blick auf die Ankünfte und Übernachtungen setzt sich der Aufwärtstrend für unser Bundesland fort. Mecklenburg-Vorpommern ist gefragt. Gleichwohl verschärfen sich die Wettbewerbsbedingungen und Unternehmen sehen sich komplexen Herausforderungen wie beispielsweise dem Fachkräftemangel konfrontiert. Tourismus ist daher kein Selbstläufer. Im Gegenteil: Wir sind gut beraten, auf der Angebotsseite immer wieder neue Akzente zu setzen und Trends aufzugreifen, um aus der Vielzahl attraktiver Reiseangebote hervorzustechen. Mecklenburg-Vorpommern muss sich stärker in internationalen Quellmärkten wie Österreich, Polen oder Dänemark positionieren, um neue Gäste für unser Land zu gewinnen.“
Ein Blick auf die Reiseregionen zeigt, dass im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Mecklenburgische Ostseeküste (+2,8 Prozent) das stärkste Übernachtungswachstum verzeichnete, gefolgt von der Mecklenburgischen Seenplatte/Schweiz (+2,2 Prozent), Rügen/Hiddensee (+1,9 Prozent), Fischland-Darß-Zingst (+0,8 Prozent) sowie Westmecklenburg (+0,0 Prozent). Rückgänge gab es auf der Insel Usedom (-1,3 Prozent) und in der Region Vorpommern Festland (-2,5 Prozent)
Ein Blick auf die größten Städte zeigt, Wismar verzeichnete den stärksten Zuwachs bei den Übernachtungen (+11,3 Prozent). Weitere Städte hatten ebenfalls mehr Übernachtungsgäste: Neubrandenburg (+7,0 Prozent), Rostock (+3,9 Prozent) und Schwerin (+3,6 Prozent). In Stralsund (-2,5 Prozent) und Greifswald (-9,2 Prozent) nächtigten weniger Gäste.
Im Camping-Bereich schlägt mit 1,2 Millionen Ankünften (-3,1 Prozent) und rund 5,4 Millionen Übernachtungen (-2,6 Prozent) ein Minus zu Buche. Stärkstes Jahr bleibt hier das Jahr 2020 mit 5,6 Millionen Übernachtungen.
Internationaler Tourismus nach Erholung wieder leicht rückläufig
Im internationalen Reisegeschäft gab es im Jahr 2025 einen leichten Rückgang. Für 2025 wurden rund 338.000 Ankünfte (-7,2 Prozent) und rund 965.000 Übernachtungen (-1,8 Prozent) gemeldet. Folgende für Mecklenburg-Vorpommern wichtigen internationalen Märkte verzeichneten Zuwächse: Polen die stärksten (+7,4 Prozent), gefolgt von Österreich (+6,1 Prozent), der Tschechischen Republik (+5,8 Prozent) und der Schweiz (+0,4 Prozent). Aus dem bisher stärksten Markt, den Niederlanden, wurden Übernachtungsrückgänge (-7,5 Prozent) vermeldet. Weiterhin wurden aus Schweden (-7,1 Prozent) und Dänemark (-3,8 Prozent) weniger Übernachtungen vermeldet. „Die Einbrüche bei den Übernachtungen aus Schweden machen deutlich, wie wichtig eine Anbindung beispielsweise mit Fähren nach Skandinavien ist“, so Peter Kranz abschließend.