Neues Ölbekämpfungsschiff „LÜTT MATTEN“ – Taufe morgen in Sassnitz
Das neue Ölbekämpfungs- und Mehrzweckarbeitsschiff „LÜTT MATTEN“ steht kurz vor seiner offiziellen Indienststellung. Die Probefahrten des Neubaus aus der niederländischen Damen-Werft in Gorinchem sind erfolgreich verlaufen. Damit wird ab morgen ein modernes und leistungsfähiges Einsatzmittel für die Bekämpfung von Meeresverschmutzungen in der Ostsee und hier insbesondere im Raum Rügen und der Pommerschen Bucht zur Verfügung stehen.
Das Havariekommando hatte bei dem Neubauprojekt die Federführung – von der europaweiten Ausschreibung über den Bau bis hin zur anstehenden Übergabe. Das Schiff geht nach der Fertigstellung in treuhänderisches Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern über und wird künftig in Sassnitz stationiert.
„Die Ostsee ist Lebensraum, Wirtschaftsraum und Naturerbe zugleich. Mit der LÜTT MATTEN stärken wir unsere Fähigkeit, schnell und wirksam auf Schadstoffunfälle zu reagieren und unsere Küsten zu schützen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Gerade im Raum Rügen mit zunehmendem Schiffsverkehr ist eine leistungsfähige maritime Notfallvorsorge von großer Bedeutung.“
Die „LÜTT MATTEN“ wurde als modernes Ölbekämpfungs- und Mehrzweckarbeitsschiff konzipiert. Das rund 24 Meter lange und 9 Meter breite Spezialschiff ist mit einem modernen Ölauffangsystem samt entsprechenden Tanks sowie über einen leistungsstarken Kran, einem Schlepphaken und einer Schwerlastwinde ausgestattet, die unter anderem Bergungs- und Schleppaufgaben ermöglichen. Dank eines Tiefgangs von rund zwei Metern kann es auch in flachen Küstengewässern eingesetzt werden.
Neben der Schadstoffunfallbekämpfung kann das Schiff auch für weitere maritime Aufgaben eingesetzt werden – etwa bei der Ankerbergung, bei Transportaufgaben oder für unterstützende Tätigkeiten auf See. Insbesondere soll die LÜTT MATTEN aber auch für Gewässermonitoringaufgaben eingesetzt werden. Hierfür verfügt das Schiff über einen so genannten Moonpool, eine Öffnung im Rumpf des Schiffes, die das Aussetzen spezieller Messsonden erlaubt. Zudem wird aktuell die Beschaffung eines Laborcontainers vorbereitet.
„Mit der LÜTT MATTEN erhalten wir ein modernes und vielseitiges Schiff, das die maritime Notfallvorsorge in der östlichen Ostsee nachhaltig stärken wird“, so der Leiter des Havariekommandos Dr. Robby Renner. „Die LÜTT MATTEN wird sich in ein schlagkräftiges System von Schiffen und Geräten integrieren, das die Menschen entlang der Küste und unsere Umwelt vor den Auswirkungen von Unfällen schützt.“
Bei Bau und Betrieb des Schiffes wurde ein neues Konzept umgesetzt: Beschafft wurde die LÜTT MATTEN von den Küstenländern im Rahmen ihrer gemeinsamen Vorsorge zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen. Der nautische und technische Betrieb erfolgt durch die Reedereien Otto Wulf GmbH & Co. KG und Pegasus Shipping GmbH & Co. KG. Im Alltagsbetrieb kann das Schiff auch für gewerbliche Aufträge eingesetzt werden, wodurch die laufenden Kosten für die öffentliche Hand reduziert werden.
Im Einsatzfall steht das Schiff dem Land und dem Havariekommando zur Verfügung und muss innerhalb von zwei Stunden bereitgestellt werden. Die Einsatzleitung übernimmt im Falle einer komplexen Schadenlage das Havariekommando.
Der Neubau entstand in rund einem Jahr Bauzeit. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 8,2 Millionen Euro, die von den Küstenländern im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen entsprechend ihrer Anteile getragen werden, für MV bedeutet dies einen Anteil von etwa 1,4 Mio. Euro.
Die fünf norddeutschen Küstenländer stellen jährlich etwa 10,14 Millionen. Euro im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung zur Schadstoffunfallbekämpfung bereit. M-V hat in den letzten 23 Jahren (2003 bis 2025) circa 33,3 Millionen Euroin die Vorsorge zur Schadstoffunfallbekämpfung investiert.
Die feierliche Schiffstaufe und Indienststellung der „LÜTT MATTEN“ findet morgen (12. März 2026) im Hafen von Sassnitz statt. Die Taufpatenschaft übernimmt Dr. Sylva Rahm-Präger, Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis 34 auf Rügen und Vorsitzende des Ausschusses für Klimaschutz, Landwirtschaft und Umwelt im Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Als Vertreterin der Region, in der das Schiff künftig stationiert sein wird, wird sie dem neuen Ölbekämpfungs- und Mehrzweckarbeitsschiff symbolisch eine sichere Fahrt und erfolgreiche Einsätze zum Schutz der Ostsee wünschen.