Schwesig: Die wirtschaftlichen Chancen von KI nutzen

Nr.63/20206  | 24.03.2026  | MPin  | Ministerpräsidentin

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute dafür geworben, die sich aus der Nutzung von künstlicher Intelligenz ergebenden wirtschaftlichen Chancen zu nutzen, gleichzeitig aber auch die Risiken für die Arbeitswelt zu beachten.

„Mit künstlicher Intelligenz sind Ängste vor dem massiven Verlust von Routinearbeitsplätzen in der Buchhaltung, im Kundenservice, durchaus auch bei Ingenieuren und Programmierern verbunden. Auf der anderen Seite muss KI programmiert, überwacht, gewartet und weiterentwickelt werden. Dafür braucht es Fachkräfte. Außerdem kann der strategische Einsatz von künstlicher Intelligenz im Unternehmen durchaus ein Mittel gegen den Fachkräftemangel sein“, erklärte Schwesig auf dem Jahresempfang der IHK zu Schwerin, der sich in diesem Jahr mit den Chancen Künstlicher Intelligenz befasst.

Die Landesregierung unterstütze die Wirtschaft bei der Erschließung neuer Potenziale. „Nach dem Ideenaufruf „Künstliche Intelligenz“ im vergangenen Jahr haben wir 900.000 Euro für Projektideen in Unternehmen bewilligt. Wir haben das Zukunftszentrum MV und das Kompetenzzentrum Arbeit 4.0 mv-works; Beide stehen Unternehmen bei Modernisierungsprozessen zur Seite. Die Landesregierung unterstützt die Wissenschaft und die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft durch das Zentrum für Künstliche Intelligenz und Data Science der Universität Rostock. Alles das wird mit Mitteln von Land, Bund und EU gefördert. Und wir erarbeiten weitere Fördermöglichkeiten für Anwendungen von Künstlicher Intelligenz, auch bei IT-Sicherheit und Cybersicherheit. Dafür haben wir noch einmal 1,5 Millionen Euro vorgesehen“, sagte Schwesig.

Es sei das gemeinsame Anliegen von Landesregierung und Wirtschaft, Mecklenburg-Vorpommern weiter wirtschaftlich voranzubringen und Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. Die Landesregierung setze in der Wirtschaftspolitik vier Schwerpunkte. Das Land unterstütze die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen. „Zwischen 2022 und 2024 haben wir insgesamt 185 Unternehmensansiedlungen oder Erweiterungen gefördert. Dadurch konnten etwa 5700 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen werden“, erläuterte Schwesig. Gerade der Industriestandort Schwerin entwickele sich gut. „Hier im Industriepark Schwerin hat sich Junge Fahrzeugbau angesiedelt. Ypsomed erweitert seine Produktion.“

Der zweite Schwerpunkt sei die gezielte Förderung von Wachstumsbranchen. „Der Tourismus hat 2024 sein zweitbestes Saisonergebnis erzielt und läuft 2025 auf ein noch besseres Ergebnis zu. Die maritime Wirtschaft hat auch dank der Unterstützung des Bundes neue Zukunftsperspektiven“. Auch die Gesundheitswirtschaft und die Land- und Ernährungswirtschaft befänden sich auf einem guten Weg. Handwerk und Mittelstand bildeten das wirtschaftliche Rückgrat des Landes.

Ein weiterer Schwerpunkt sei der Bürokratieabbau. „Ein Beispiel, wo wir vorangekommen sind, ist die Erhöhung der Wertgrenzen bei öffentlichen Ausschreibungen. Bauleistungen zum Beispiel können bis 200.000 Euro freihändig und bis eine Million Euro nach beschränkter Ausschreibung vergeben werden. Das bedeutet: Aufträge werden schneller vergeben. Kleine und mittlere Unternehmen haben bessere Chancen auf öffentliche Aufträge. Kommunen können schneller und unbürokratischer handeln“, sagte die Ministerpräsidentin.

Wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung sei auch der Ausbau der Infrastruktur. Mit dem Doppelhaushalt 2026/27 investiere das Land 1,7 Milliarden Euro bzw. 1,6 Milliarden Euro. „Dazu kommen die Investitionen aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes. Davon profitieren die Unternehmen und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ganz konkret. Wir halten die Investitionsquote weiter hoch. Das ist wichtig vor allem für die Bauwirtschaft und das Handwerk.“