Backhaus eröffnet Saison der Nationalen Naturlandschaften MV
Anlässlich der Saisoneröffnung der Nationalen Naturlandschaften besucht Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus das Nationalparkamt Vorpommern in Born auf dem Darß. Im Zuge des Besuches wird auch das neue Verwaltungsgebäude des Nationalparkamtes eingeweiht:
„Neben wichtigen Projekten in der Natur ist es für die Verwaltung sicher ein Meilenstein, dass das Nationalparkamt Vorpommern den aufwendig sanierten Amtssitz wieder beziehen konnte“, erklärt der Minister und ergänzt: „Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat hier fast 5,4 Mio. Euro investiert und damit auch ein klares Bekenntnis zu diesem Standort abgegeben. Und es freut mich zu hören, dass die Leistungen fast vollständig von Betrieben aus unserem Land erbracht wurden, das Land ist ein wichtiger und zuverlässiger Auftraggeber. Damit haben wir jetzt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervorragende Arbeitsbedingungen geschaffen! Mit der Einrichtung von zwei Praktikantenquartieren, haben wir jetzt auch auf dem Darß die Möglichkeiten für junge Menschen verbessert, hier im Nationalparkamt zu lernen“, so Backhaus. Anschließend ging der Minister auf das Jahresthema „NaturBelebt“ ein, das die Nationalen Naturlandschaften des Landes verbindet. Die Schutzgebiete Mecklenburg-Vorpommerns seien die Hotspots der Wiederherstellungsanstrengungen des Landes, so Backhaus:
„Die 13 Nationalen Naturlandschaften in Mecklenburg-Vorpommerns umfassen insgesamt fast 18 Prozent der Landesfläche von Mecklenburg-Vorpommern. Seit den 1990er Jahren arbeiten drei Nationalparke, drei Biosphärenreservate und sieben Naturparke, in unserem Bundesland zusammen daran, Natur und Klima zu schützen, zu bewahren und erlebbar zu machen. Nicht zu vergessen auch das erste nationale Naturmonument in Deutschland – die Ivenacker Eichen. Sie stehen nicht nur für belebende Naturerlebnisse, sondern auch für vielfältige Aktivitäten, die der Natur ihren ursprünglichen Raum zurückgegeben haben.
Viel Natur wurde hier bereits „wieder belebt“, vielfältige Schutz- und Wiederherstellungsprojekte realisiert: Die Bandbreite reicht vom Abschluss der Waldbehandlung über den Rückbau von Gebäuden bis zur Wiederherstellung natürlicher Wasserhaushalte in Mooren, Seen und Fließgewässern. Auf einer Gesamtfläche von etwa 21.000 Hektar wurden Moorschutzprojekte umgesetzt und somit wirkungsvoller Klima- und Artenschutz betrieben. Mehr als die Hälfte der in MV wiedervernässten Moorflächen liegt in den Nationalen Naturlandschaften.
Im Nationalpark Müritz belaufen sich die renaturierten Moorflächen auf mehr als 2.400 Hektar. Darüber hinaus wurden an 32 Seen mit einer Fläche von über 1.400 Hektar Maßnahmen zur Wiederherstellung eines natürlichen Wasserhaushalts realisiert. Im Biosphärenreservat Schaalsee wurden in den vergangenen 25 Jahren etwa 1.500 Hektar Moorfläche renaturiert. Im Nationalpark Jasmund sind bereits 43 Moore vitalisiert worden. Weitere Großflächige Beispiele sind das Peenetal mit einer renaturierten Fläche von etwa 10.000 Hektar, der Osterwald auf dem Zingst, das Roggendorfer Moor im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee sowie die Ostrügensche Boddenlandschaft.
Für solche Projekte braucht es einen langen Atem, Fachwissen, Ortskenntnis, Kontakte und Partnerschaften. Besucher, Einheimische und lokale Akteure sollen die Erfolge, aber auch Herausforderungen bei der Wiederherstellung von Naturflächen miterleben und für kommende sensibilisiert werden. Ohne engagierten Einsatz Freiwilliger und die Mitwirkung von ehrenamtlich Tätigen geht es nicht. Sie verdienen unsere größte Anerkennung.
Im Nationalpark Vorpommersch Boddenlandschaft steht der Abschluss des größten Renaturierungsvorhabens an, dieses fügt sich somit hervorragend in das Jahresthema.
Im Sommer werden die letzten Deichabschnitte geöffnet. Es ist beeindruckend zu sehen, wie im größten Teil der Sundischen Wiese, im Nordteil und im Südteil, natürliche Wasser- und Überflutungsverhältnisse die Landschaft verwandeln. Aus der gepolderten Wiesenlandschaft entsteht ein großes Mosaik aus kleinen Gewässern, Röhrichten, aus künftigen Mooren, Moorwäldern und Weiden.
Auch hier erwarten wir nach Abschluss der Arbeiten eine schnelle Rückkehr der Natur. Der renaturierte Ottosee am Darßer Ort zeigt eindrücklich, wie schnell hier Entwicklungen nach Rückbau des alten Nothafens zu einem Strandsee voranschreiten und wie begeistert Naturfreunde Landschaft und Vogelwelt wahrnehmen. Natur, die belebt. Die Beobachtungsplattform am Ottosee wurde erneuert – sie wird nicht erweitert, um auch hier die Eingriffe in die Natur mit Maß umzusetzen. Es gibt durchaus Tageszeiten, da hat man die Plattform für sich allein.
Möglich wurde diese Entwicklung in der Kernzone des Nationalparks, weil der Inselhafen Prerow, mit der Seebrücke gebaut wurde und seinerseits neben all seinen ureigenen Funktionen zur Sicherheit auf See zu einem touristischen Highlight des Landes wurde. So wird der Naturschutzgedanke gepaart mit der Sicherheitsarchitektur des Landes und der touristischen Wertschöpfung.
Der Hafen und die Seebrücke haben die Bewährungsprobe bestanden. Der Winter wurde zu einer ganz besonderen Testphase. Der Seenotrettungskreuzer musste für 3 Wochen dem Eis ausweichen, dafür kamen unerwartet viele Besucher. Die 721 Meter lange Seebrücke bot dazu eine einmalige Gelegenheit. An keiner anderen Stelle boten sich vergleichbare Eindrücke. Die winterliche Eispracht auf der Ostsee lockte Besucher von nah und fern. An Spitzentagen, wie den Sonntagen am 8. und 15. Februar, wurden jeweils mehr als 3.500 Besucher gezählt, mehr als an gut besuchten Hochsommertagen. Damit wurden die Seebrücke und der Inselhafen Prerow auch im Winter zu einem neuen Besucher-Hotspot in M-V.
Seit der Eröffnung bis zum Ende 2025 kamen mehr als 600.000 Gäste auf die Seebrücke. Sonntag, der 02.11.2024 war dabei mit über 4.200 Besuchern der am stärksten frequentierte Tag. Durchschnittlich besuchten sie an Wochentagen ca. 1.400 und an den Wochenenden über 2.000 Menschen täglich.
Allein im ersten Jahr haben 2.200 schutzsuchende Boote den Inselhafen genutzt und die DGzRS hat zehn Havaristen in den Inselhafen gebracht. Als für die Fischerei zuständiger Minister freue ich mich sehr, dass der örtlich wirtschaftende Fischereibetreib mit der Hafenanlage ebenso zufrieden ist wie die Nutzer von DLRG und Feuerwehr.
Mit dem Inselhafen und der Seebrücke hat die Landesregierung somit wie geplant mehrere wichtige Aufgaben erfüllt:
Außerhalb der Kernzone des Nationalparks wurde am Idealstandort – d.h. ca. in der Mitte zwischen Warnemünde und Barhöft ein sicherer Standort für den Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“ der DGzRS geschaffen. Damit ist das stark befahrene Seegebiet der Kadetrinne sicherer geworden. Mit der Schutz- und Etappenfunktion des Inselhafens sind die Bedingungen für Wassersportler im Seegebiet erheblich verbessert worden. Auch die Meerwasserentsalzungsanlage zur Trinkwassergewinnung, die Abwasserbeseitigungsanlage und die Trafostation haben ihren Dienst getan. Insgesamt wurden im ersten Jahr 1.000 m³ Trinkwasser aus der Ostsee gewonnen.
Aber wir wollen nicht stehenbleiben, denn das Landesvorhaben hat noch weiteres Potential, das wir gern in Abstimmung mit der Gemeinde Ostseebad Prerow verwirklichen wollen. Dazu gehört eine Verbesserung der Regelungen zur Kurtaxe für die Hafennutzer, ein zwischen den Beteiligten abgestimmtes Konzept für Sonderveranstaltungen und besonders die Inbetriebnahme des Fahrgastschiffanlegers“, so Backhaus.