Backhaus/ Mittelstädt: Höhere Wasserstände sind kein Teufelszeug
Agrar- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus und Hanka Mittelstädt, Brandenburgs Agrar- und Umweltministerin, haben sich bei Waren über die Umsetzung eines Praxisbeispiels für die Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (AUKM) „Moorschonende Stauhaltung“ informiert. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg hätten hinsichtlich des Wasserrückhaltes in der Landschaft als ostdeutsche moorreiche Flächenländer sehr ähnliche Interessen, erklärt Backhaus:
„Ich freue mich, dass wir uns zum Thema Wasserrückhalt hier und heute bilateral besprechen und auch unser gemeinsames Positionspapier unterzeichnen können. Die Botschaft ist für mich klar: Höhere Wasserstände sind kein Teufelszeug, sondern im Interesse aller. Man muss kein Klimaaktivist sein, um intakte Moorböden für notwendig zu erachten, und gleichzeitig zeigen wir beide anhand diverser Programme, dass auch eine Landnutzung auf nassen Moorböden möglich ist. Wir erleben turbulente Zeiten und die explodierenden Energiekosten durch den unsäglichen Krieg im Nahen Osten machen deutlich, dass es keine Alternative zum Klimaschutz und zur Abkehr von fossilen Brennstoffen gibt. Beides muss Hand in Hand miteinander gehen. Dabei tragen wir als Politiker in unseren Bundesländern eine große Verantwortung für die Menschen im ländlichen Raum. Diese Menschen wollen sich zu Recht mitgenommen fühlen auf dem Weg zu mehr energetischer Unabhängigkeit gepaart mit echter Wertschöpfung vor Ort von der alle miteinander profitieren.“
Hanka Mittelstädt ergänzt: „Die aktuelle Frühjahrstrockenheit macht einmal mehr deutlich, dass wir beim Stauregime umdenken müssen, wenn wir unsere Böden als Arbeitsgrundlage für die Landwirtschaft erhalten wollen. Ziel muss sein, das Wasser länger in der Landschaft zu halten. Zentrale Akteure sind hier die Wasser- und Bodenverbände, da sie das Wissen zu den örtlichen Wasserregimes bündeln und alle Interessen und Beteiligten kennen. Brandenburg unterstützt die Verbände bereits bei der Sanierung von Stauanlagen, allerdings ist die große Zahl der zu sanierenden Anlagen hier weiterhin eine Herausforderung. Im nächsten Schritt wollen wir die Wasser- und Bodenverbände dabei unterstützen, über die ANK-InAWi-Richtlinie des Bundes Personal für das Management der Moorböden zu gewinnen. Sie sind die wichtigen Brückenköpfe, um Planungen und Konzepte zu erstellen und mit den Flächennutzern und Eigentümern vor Ort investive Maßnahmen in der Fläche vorzubereiten. Uns ist klar, dass Moorschutz nur in enger Zusammenarbeit mit den Landnutzern gelingen kann. Es geht dabei nicht allein um Klima-, Natur- und Landschaftsschutz, sondern um die wirtschaftliche Existenz unserer Landwirtschaftsbetriebe in ansonsten strukturschwachen Regionen.“
Minister Dr. Till Backhaus und Ministerin Hanka Mittelstädt appellieren in einem Positionspapier an den Bund, die Mittel für den Moorschutz aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) zu erhöhen und verstetigen und die hierzu geplanten Fördermaßnahmen eng mit den Ländern abzustimmen.
(Gemeinsames Positionspapier zum Moorschutz in MV und BB im Anhang dieser PM)