Depot Stelling-Straße: Eine moderne Schatztruhe

Ein hochmoderner Gebäudekomplex sichert das kulturelle Erbe des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Bildunterschrift: Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue übergab symbolisch den Schlüssel für das Depot an Kultur- und Wissenschaftsministerin Bettina Martin. ©S. Scholz Details anzeigen
Bildunterschrift: Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue übergab symbolisch den Schlüssel für das Depot an Kultur- und Wissenschaftsministerin Bettina Martin. ©S. Scholz
Bildunterschrift: Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue übergab symbolisch den Schlüssel für das Depot an Kultur- und Wissenschaftsministerin Bettina Martin. ©S. Scholz
Bildunterschrift: Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue übergab symbolisch den Schlüssel für das Depot an Kultur- und Wissenschaftsministerin Bettina Martin. ©S. Scholz
Nr.049/26  | 27.03.2026  | WKM  | Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten

Am Freitag (27. März) stellten Kulturministerin Bettina Martin und der für den staatlichen Hochbau zuständige Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue bei einem Rundgang mit der Presse erstmals das neue Depot in der Johannes-Stelling-Straße der Öffentlichkeit vor.
Das Gebäude soll zukünftig sowohl durch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege (LAKD) mit seinen Abteilungen Landesarchiv und Landesarchäologie als auch durch die Staatlichen Schlösser Gärten und Kunstsammlung (SSGK) genutzt werden.
Das Einrichten des Gebäudes sowie die Umzüge von Personal, Abteilungen und Kulturgütern laufen seit Oktober 2025 und werden insgesamt etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen.

„Dieses neue Archivgebäude ist eine moderne Schatztruhe für die kulturelle Identität unseres Landes. Erstmals können hier nun unsere Schätze, unsere Landeskulturgüter und Archivbestände an einem zentralen Ort untergebracht werden. Hier werden sie unter hochmodernen Bedingungen restauriert, konserviert und wissenschaftlich aufgearbeitet. Damit stellt die Landesregierung sicher, dass bedeutende Zeugnisse unserer Landesgeschichte dauerhaft für kommende Generationen gesichert werden. Wir investieren in die Bewahrung unserer kulturellen Identität.

Für die Arbeit des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege und die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen ist das eine ganz erhebliche Verbesserung. Forschungsgeräte, Bestände, Werkstätten und alle Mitarbeitenden unter einem Dach zu haben, wird ein viel besseres Arbeiten und auch intensivere Forschung ermöglichen“, so Kulturministerin Bettina Martin.


Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue bezeichnet dieses Gebäude als die „Schatzkammer des Landes. Ich finde, das beschreibt sehr gut, worum es hier geht: um den Schutz, die Bewahrung und die Aufarbeitung unseres kulturellen Erbes. Und das zentral gebündelt an einem Ort. Was bislang über viele Standorte verteilt war, wird hier erstmals zusammengeführt. Damit schaffen wir nicht nur bessere Möglichkeiten für die Lagerung und Restaurierung, sondern auch für die wissenschaftliche Arbeit und den langfristigen Erhalt dieser wertvollen Bestände.

Das Gebäude ist weit mehr als ein klassisches Depot. Es vereint zwei Anforderungen, die auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinen: zum einen maximale Sicherheit für empfindliche, wertvolle Kulturgüter, zum anderen aber auch eine offene und funktionale Arbeitsumgebung für die Beschäftigten. Genau diese Verbindung macht den besonderen Charakter dieses Projekts aus.“

 


Die Verwahrung der Kulturgüter erfolgt nach einem strengen Sicherheitskonzept, weshalb nur Teile des Gebäudes für externe Nutzerinnen und Nutzer oder Gäste zu sehen sind.
Die Ein- und Ausgangsschleuse mit einem Lastkran und großen Toren im Eingangsbereich ist der zentrale Punkt, an dem Kulturgüter und archäologische Schätze eintreffen oder das Depot verlassen.
Hier stellten die SSGK, der Abteilungsleiter Hochbau im Finanzministerium, Stefan Wenzl, der Leiter des Staatliche Hochbau Schwerin (SB-L), Dr. Andreas Werner, und die Direktorin des LAKD, Dr. Ramona Dornbusch, die Funktionsweise und die Nutzung des Gebäudes vor.

„Für unsere Fachbereiche Landesarchiv und Landesarchäologie schaffen wir erstmals durchgehend optimale Arbeitsbedingungen: Ein integrierter Workflow ohne Standortwechsel und Medienbrüche ermöglicht bessere Erhaltung, schnellere Verfügbarkeit und effizientere Nutzung. In der Archäologie eröffnen sich damit völlig neue Perspektiven – von der Anlieferung bis zur 3D-Dokumentation und Restaurierung in einem klar abgestimmten Gesamtprozess.“, erklärt Dr. Ramona Dornbusch, Direktorin des LAKD.

Dazu die Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen (SSGK), Dr. Pirko Zinnow:
"Mit dem neuen Depot ist ein zentraler Baustein für die Zukunft unserer Kunstsammlungen in Mecklenburg-Vorpommern entstanden.

Erstmals können wir wesentliche Teile unseres Bestandes an einem Ort unter optimalen konservatorischen Bedingungen zusammenführen.

Die Bündelung der bislang dezentral untergebrachten Bestände bedeutet für uns einen entscheidenden Fortschritt: Sie verbessert nicht nur Schutz und Pflege der Objekte, sondern erleichtert auch unsere Arbeitsabläufe in Restaurierung, Forschung und Leihverkehr ganz erheblich.

Gemeinsam mit den neuen Werkstätten entsteht hier ein Ort, an dem Bewahrung, wissenschaftliche Arbeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit eng miteinander verzahnt sind. Dieses Haus ist damit weit mehr als ein Depot. Es steht für unsere Verantwortung, die Zeugnisse unserer Geschichte lebendig zu halten und zu bewahren."


Die Arbeitsräume, zu denen es aus dem Schleusenbereich weiter geht, bieten alle technischen Möglichkeiten, um frisch eingetroffene Funde zu reinigen, zu vermessen und in 3D zu dokumentieren. Inklusive einer Röntgenanlage und einer Kühlzellen für besonders empfindliche Objekte.

In den Werkstätten des Gebäudes können Fundobjekte durch Expertinnen und Experten fachgerecht konserviert und restauriert werden.

Für die wissenschaftliche Bearbeitung gibt es einen Vorlageraum, der bei dem Rundgang vorgestellt wurde. In diesem halböffentlichen Bereich können auch externe Forschende an Objekten forschen und sie in Augenschein nehmen.

Dadurch, dass sich Bestand, Fundobjekte, Arbeitsräume und Geräte nach dem Umzug alle am selben Standort befinden werden, wird der Bestand damit erstmals seit Jahrzehnten wieder in vollem Umfang benutzbar sein.

Dazu zählen auch die Bestände der Abteilung Landesarchäologie: das Ortsaktenarchiv, das Fotoarchiv und das Fundarchiv. Die Abteilung Landesarchiv wird hier das gesamte benutzbare Archivgut zusammenführen: die schriftliche Landesüberlieferung von 1158-2025. Nur das Historische Archiv Pommern wird im vorpommerschen Landesteil verbleiben.

Durch die Umzüge wird die Arbeit von LAKD und SSGK auch schrittweise in Schwerin zusammengeführt, so dass Mitarbeitende und Arbeitsmittel nicht mehr räumlich getrennt sind
Bislang angemietete Standorte wie die Räumlichkeiten der Landesarchäologie auf Schloss Wiligrad und Schwerin Süd können so schrittweise zusammengeführt werden.

 

 

Der etwa 85 Mio. Euro teure Neubau erstreckt sich über eine Nutzfläche von etwa 20.000 m². Das entspricht der Fläche von drei Fußballfeldern.

Das Gebäude unterteilt sich in einen gemeinschaftlich genutzten Werkstattbereich und drei spezialisierte Depot-Cluster für Papier, Archäologie, Bildende Kunst und Kunstgewerbe. Es bündelt damit erstmals die bislang dezentral gelagerten Bestände des Landes und schafft moderne Arbeitsbedingungen für Restaurierung, Konservierung und wissenschaftliche Aufarbeitung. Damit übernimmt das Land sichtbar Verantwortung für sein kulturelles Erbe und sorgt dafür, dass bedeutende Zeugnisse der Landesgeschichte dauerhaft gesichert und für kommende Generationen bewahrt werden.

Auch gestalterisch wird dieser Anspruch sichtbar: Klare Formen, reduzierte Materialien und eine bewusst geschlossene Fassadengestaltung stehen für Sicherheit und Schutz, während die Werkstattbereiche eine helle und zugängliche Arbeitsatmosphäre bieten.

Auch die Dimensionen des Depots sind beachtlich: Insgesamt stehen rund 91.000 Regalmeter zur Verfügung. Aneinandergereiht entspricht das in etwa der Strecke von Schwerin nach Rostock.

 

Ein weiterer zentraler Punkt, den Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue an diesem Tag unterstrich, ist die Nachhaltigkeit: „Dieses Gebäude zeigt, was staatliches Bauen heute neben Funktionalität und Baukultur leistet. Es wurde konsequent auf energieeffiziente Lösungen gesetzt: Fernwärme, moderne Klima- und Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung, begrünte Dachflächen und eine leistungsstarke Photovoltaikanlage. Allein durch die PV-Anlage können jährlich rund 225 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Damit übererfüllt der Bau die geltenden Energiestandards deutlich. Das ist ein klares Signal für nachhaltiges und zukunftsorientiertes Bauen in Mecklenburg-Vorpommern. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die regionale Wertschöpfung.

Von insgesamt 99 beteiligten Handwerksbetrieben kommen 64 aus Mecklenburg-Vorpommern. Das entspricht 65 Prozent. Dieses Projekt stärkt also nicht nur die kulturelle Infrastruktur, sondern auch die regionale Wirtschaft. Es zeigt, dass große Bauvorhaben des Landes ganz konkret vor Ort wirken und die regionale Wirtschaft stärken.“

 

 

 

Die an diese Pressemitteilung angehängten Bilder dürfen für die Berichterstattung zu dieser PM kostenfrei verwendet werden. Eine Archivierung ist nicht gestattet.

Sollte zwingend ein Fotografenname angegeben werden müssen, können Sie "S.Scholz" angeben.

 

Bildunterschrift: Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue übergab symbolisch den Schlüssel für das Depot an Kultur- und Wissenschaftsministerin Bettina Martin.

Anlagen

049 - Depot Stellingstr..pdf (PDF, 0,37 MB)

20260327 Depot Geue Martin.jpg (JPG, 2,38 MB)
Bildunterschrift: Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue übergab symbolisch den Schlüssel für das Depot an Kultur- und Wissenschaftsministerin Bettina Martin.