Wal in der Wismarer Bucht: Einsatzkräfte setzen alles daran, dem Tier zu helfen
In der Wismarer Bucht arbeiten Einsatzkräfte weiter mit Hochdruck daran, einem Buckelwal den Weg zurück in tiefere Gewässer zu ermöglichen. Trotz eines geschwächten Zustands besteht weiterhin die Chance, dass sich das Tier aus eigener Kraft befreien kann.
Um dem Wal eine Chance auf Rettung zu geben, wurde auf Empfehlung des Umweltministeriums ein Sperrgebiet im Umkreis von 500 Metern eingerichtet. Der zuständige Minister Dr. Till Backhaus appelliert eindringlich an die Bevölkerung, dieses strikt einzuhalten. Gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei Wismar hat er sich auf dem Wasser ein Bild der Lage gemacht und erklärte: „Der Wal muss jetzt unbedingt in Ruhe gelassen werden. Jede Annäherung bedeutet zusätzlichen Stress und kann seine Situation weiter verschlechtern.“
Der Minister dankte ausdrücklich allen Beteiligten vor Ort: „Ich danke insbesondere Greenpeace, dem Deutschen Meeresmuseum, dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung sowie der Wasserschutzpolizei Wismar für ihren hochprofessionellen und engagierten Einsatz. Alle ziehen hier an einem Strang, um dem Tier zu helfen.“
Gleichzeitig wurde das weitere Vorgehen intensiv abgestimmt. Auch mögliche Worst-Case-Szenarien, wie eine Bergung, wurden vorsorglich besprochen. Dennoch besteht weiterhin eine reale Chance, dass sich der Wal selbst befreit. Dies ist ihm nahe Boltenhagen und in der Wismarbucht aufgrund gestiegener Wasserstände bereits zweimal gelungen. Aktuell hält sich das Tier in unmittelbarer Nähe zu einer Fahrrinne mit mehreren Metern Wassertiefe auf und könnte aus eigener Kraft wieder in tieferes Wasser gelangen.
Das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung verwies darauf, dass bei dem Tier ein Seil im Maul festgestellt wurde. Teile davon konnten bereits entfernt werden. Da der Wal sein Maul jedoch nicht öffnet, ist weiterhin unklar, wo genau sich das Seil verhakt hat und wie stark es das Tier beeinträchtigt.
Experten erklärten, dass Buckelwale erfahrungsgemäß nicht gezielt in flache Gewässer kommen, um zu sterben. Das Verhalten des Tieres – aktive Bewegungen und der Versuch, sich zu befreien – spreche dafür, dass weiterhin Hoffnung besteht, dass er es in den Atlantik zurückschafft.
Zu kursierenden Vorwürfen, einzelne Fachleute seien von der Rettungsaktion ausgeschlossen worden, stellte Backhaus klar: „Niemand wurde ausgeschlossen. Wir setzen auf Zusammenarbeit und bündeln die Expertise aller Beteiligten.“ Im Hinblick auf den Meeresbiologen Robert Marc Lehmann erklärte der Minister: „Ich habe ein persönliches Gespräch angeboten. Wir suchen die Kooperation.“
Gleichzeitig verwies Backhaus auf die bestehenden Strukturen: „Für Mecklenburg-Vorpommern besteht eine vertragliche Zusammenarbeit mit dem Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Alle Beteiligten leisten hervorragende Arbeit.“ Zugleich wird geprüft, ob künftig auch das Havariekommando stärker in vergleichbare Lagen eingebunden werden kann, um auf zusätzliche technische Ressourcen zurückgreifen zu können.
Die Lage wird weiterhin eng beobachtet. Ziel bleibt, dem Tier eine eigenständige Rückkehr in tiefere Gewässer zu ermöglichen.