Mit Künstlicher Intelligenz verantwortungsvoll umgehen

Land unterbreitet zahlreiche Angebote für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte

Nr.059-26  | 30.03.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

Mecklenburg-Vorpommern setzt verstärkt auf einen kompetenten und reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Schulalltag. Ziel ist es, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen zu befähigen, die Chancen der Technologie sinnvoll zu nutzen und ihre Grenzen kritisch zu hinterfragen. „In der Schule wird Künstliche Intelligenz zur individuellen Lernförderung von Schülerinnen und Schülern eingesetzt. Aber KI hilft auch Lehrkräften beim Erstellen von Unterrichtsmaterialien“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Wie wir diese neuen Möglichkeiten gewinnbringend einsetzen können, ist vor allem eine Frage der Medienkompetenz.“ 

Lehrkräften steht eine Handreichung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz zur Verfügung. Der Handlungsleitfaden „Gemeinsam die Welt der generativen KI-Systeme erkunden“ klärt auf, was generative KI-Systeme sind und was sie leisten können. Lehrkräfte erfahren, wie sie diese Anwendungen zur Unterrichtsvorbereitung nutzen und wie sie Aufgaben erstellen, die weniger anfällig dafür sind, ausschließlich von einer generativen KI erledigt werden zu können. 

Das Land hat zudem die Regelungen bei der Leistungsbewertung angepasst. „Bei Hausaufgaben und bei Hausarbeiten muss deutlich werden, wo die Eigenleistung der Schülerin bzw. des Schülers liegt und die Urheberschaft muss klar erkennbar sein“, erklärte die Bildungsministerin. „In der aktuellen Leistungsbewertungsverordnung heißt es: „Sofern bei der Erstellung von Hausaufgaben und Hausarbeiten externe Hilfen oder Quellen verwendet wurden, sind diese vollumfänglich anzugeben und kenntlich zu machen. Dies gilt auch für die Nutzung generativer Anwendungen im Rahmen der Künstlichen Intelligenz.“ 

Um den Einsatz von KI im Unterricht zu unterstützen, macht das Land viele Angebote. Dazu zählen Fortbildungen, Webinare, digitale Materialien und konkrete Anwendungen für den Unterricht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung der Lehrkräfte. In der vergangenen Woche hat das Bildungsministerium zum Beispiel die Fachtagung „KI in MV“ in Rostock veranstaltet. Die Fortbildung verzeichnete 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter 300 Vertretungen von Schulleitungen. Im Zentrum stand die Frage, wie die neue Technologie pädagogisch sinnvoll, rechtssicher und verantwortungsvoll in der Schule eingesetzt werden kann. Geplant ist auch, dass sich der bestehende Podcast „IQ M-V trifft“ mit dem ersten KI-Gesetz und Deepfakes befasst. 

Ein weiteres Beispiel ist das KI-gestützte Feedbacksystem „FelloFish“, das derzeit in einem Pilotprojekt getestet wird. Schülerinnen und Schüler erhalten automatisierte Rückmeldungen zu ihrem Lernfortschritt. „Kinder und Jugendliche brauchen Feedback beim Lernen. Das verleiht ihnen Sicherheit im Anwenden ihrer Lernstrategien. Hier bietet KI eine große Hilfestellung“, sagte Oldenburg weiter. Das datenschutzkonforme Tool „FelloFish“ ist ein KI-Tool, das Schülerinnen und Schülern Echtzeitfeedback zu den Aufgaben gibt, die sie gelöst haben. Sie erhalten Hinweise, wie sie ihre Schreibkompetenzen verbessern können und Rückmeldungen, die ihre Motivation stärken. 

Im Mittelpunkt im Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Schule steht ein ganzheitlicher Ansatz: KI wird als Querschnittaufgabe in allen Fächern verankert. Neben der Anwendung geht es insbesondere um das Verständnis der Funktionsweise, von Möglichkeiten und Grenzen sowie um kritisches Denken und Eigenverantwortung. „Künstliche Intelligenz kann eine große Hilfe sein und eröffnet beim Lernen neue Möglichkeiten. In der Schule geht es jedoch in erster Linie um die Vermittlung einer guten und soliden Allgemeinbildung. Die Bereitschaft, sich anzustrengen und eigenständiges Arbeiten gehören weiterhin dazu“, betonte Oldenburg. 

Der Umgang mit KI wird auch in den Rahmenplänen verankert, hier insbesondere im Fach Informatik und Medienbildung. Seit dem Schuljahr 2019/2020 steht an allen weiterführenden Schulen ab der Jahrgangsstufe 5 das einstündige Unterrichtsfach „Informatik und Medienbildung“ auf dem Stundenplan. Schülerinnen und Schüler erlangen in diesem Fach grundlegendes Wissen über Mediennutzung, Mediengestaltung und Medienkritik. Es schafft die Grundlagen für die Nutzung digitaler Medien in den anderen Fächern, die sich damit stärker auf die inhaltliche Auseinandersetzung, die Wirkung von Medien sowie deren verantwortungsbewusste Nutzung konzentrieren können.