Jochen Schulte: „Mecklenburg-Vorpommern wächst stärker als der Bund“
Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft ist im Jahr 2025 deutlich gewachsen. Nach aktuellen Berechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder stieg das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 1,4 Prozent. Bundesweit lag das Wachstum bei 0,2 Prozent. Damit gehört Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit Bremen zu den wachstumsstärksten Bundesländern. „Das ist ein starkes Signal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, sagt Staatssekretär Jochen Schulte.
Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Entwicklung differenziert. Während einzelne Unternehmen und Branchen unter Druck stehen, wächst die Wirtschaft insgesamt weiter. Besonders das Produzierende Gewerbe entwickelte sich deutlich positiv: Die Bruttowertschöpfung stieg hier um 3,4 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe sogar um 7,0 Prozent – deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt. „Das zeigt: Unsere industrielle Basis gewinnt weiter an Stärke. Gleichzeitig profitieren nicht alle Bereiche gleichermaßen“, so Staatssekretär Schulte.
Ein Blick auf die vergangenen Jahre unterstreicht die stabile Entwicklung: Seit 2020 ist die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern preisbereinigt um 5,0 Prozent gewachsen – stärker als in Deutschland insgesamt (4,6 Prozent). Unter den ostdeutschen Flächenländern weist Mecklenburg-Vorpommern damit die beste Entwicklung auf.
Die aktuellen Zahlen bestätigen damit auch die zuletzt differenzierte Einschätzung der wirtschaftlichen Lage im Land. Zwar bleibt die Situation für viele Unternehmen angespannt, von einer flächendeckenden Krise kann jedoch keine Rede sein. „Unsere Wirtschaft steht unter Druck – aber sie wächst. Das ist die entscheidende Botschaft“, betont Staatssekretär Schulte.
Das Wachstum im Jahr 2025 wird zudem durch eine Revision des Vorjahres beeinflusst. Die wirtschaftliche Entwicklung für 2024 wurde nachträglich nach unten korrigiert – ein in volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung übliches Verfahren, insbesondere in kleineren Volkswirtschaften.
„Entscheidend ist: Die aktuelle Entwicklung zeigt klar nach oben“, so Staatssekretär Schulte, der zugleich zu einer sachlichen Debatte aufruft: „Wer die wirtschaftliche Lage pauschal schlechtredet, trägt zur Verunsicherung bei – und erschwert damit genau die Investitionen, die wir jetzt brauchen.“ Viele der aktuellen Herausforderungen – von Energiepreisen über Bürokratie bis zur Nachfrage – würden auf Bundesebene entschieden. „Deshalb brauchen unsere Unternehmen jetzt verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Dafür setzen wir uns gemeinsam mit der Wirtschaft ein. Dabei ist unser Ziel klar: Arbeitsplätze sichern, Unternehmen stärken und Investitionen ermöglichen.“