Backhaus warnt vor Gefahr an Steilküsten – Vorsicht an Ostern
Nach einem aktuellen Rettungseinsatz an der Kreideküste im Nationalpark Jasmund appelliert Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus eindringlich an Einheimische und Gäste, die Gefahren an Steilküsten ernst zu nehmen – insbesondere mit Blick auf die bevorstehenden Osterfeiertage.
Am vergangenen Wochenende waren zwei Personen im Bereich eines kürzlich erfolgten Kreideabbruchs am Lenzer Bach in Kreideschlamm eingesunken und konnten sich nur mit Mühe befreien. Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren im Einsatz. Die Betroffenen wurden mit Anzeichen von Unterkühlung und Verletzungen versorgt.
„Gerade jetzt, wo viele Menschen die freien Tage für Ausflüge in die Natur nutzen, bitte ich eindringlich um Vorsicht. Die Steilküsten sind faszinierend, aber sie bergen erhebliche Gefahren – insbesondere nach Abbrüchen“, sagte Backhaus.
Nach Abbrüchen wird das Kreidematerial durch das Meer aufgeweicht und bildet tückischen Kreideschlamm. Dieser kann dazu führen, dass Menschen einsinken und sich aus eigener Kraft kaum befreien können. Zudem droht schnell eine Unterkühlung.
Hinzu kommt die ständige Gefahr weiterer Abbrüche:
Ein Aufenthalt unterhalb der Kreidefelsen ist lebensgefährlich.
„Diese Bereiche sind keine Abenteuerspielplätze. Wer sich dort aufhält oder versucht, Abbruchkanten zu erklimmen, bringt sich und andere in große Gefahr“, so Backhaus.
Trotz klarer Gefahrenlage kommt es immer wieder vor, dass Menschen gesperrte oder gefährdete Bereiche betreten – etwa um Fossilien zu sammeln oder die Abbruchstellen aus nächster Nähe zu erleben.
„Ich habe großes Verständnis für die Faszination unserer Natur. Aber diese Neugier darf nicht dazu führen, dass Menschen ihr Leben riskieren oder Rettungskräfte in gefährliche Einsätze bringen“, betonte Backhaus.
Rettungseinsätze an schwer zugänglichen Küstenabschnitten sind oft aufwendig und gefährlich. Jede vermeidbare Situation stellt auch für die Einsatzkräfte ein Risiko dar.
„Unsere Einsatzkräfte leisten Großartiges. Umso wichtiger ist es, dass wir alle dazu beitragen, solche Einsätze gar nicht erst notwendig werden zu lassen“, so Backhaus.
Das Ministerium rät allen Besucherinnen und Besuchern:
- Absperrungen und Warnhinweise unbedingt beachten
- Abstand zu Steilküsten und Abbruchkanten halten
- Uferbereiche unterhalb von Kreidefelsen meiden
- keine riskanten Annäherungen für Fotos oder Funde
„Natur erleben heißt auch, ihre Kräfte zu respektieren. Wer sich umsichtig verhält, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere“, sagte Backhaus.