Wal im Kirchsee wird rund um die Uhr betreut

Nr.093/2026  | 03.04.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Der vor der Insel Poel gestrandete Wal hat seine Liegeposition nicht verändert. Er werde durch die Wasserschutzpolizei und die Walwache an Land rund um die Uhr bewacht, erklärt Umweltminister Dr. Till Backhaus.

„Wir werden das Tier weiter begleiten – bis zum Schluss. Um ihm seine Situation angenehmer zu machen, wurde heute damit begonnen, den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt, zu benetzen. Ich bin der Berufsfeuerwehr dankbar, dass sie diese Aufgabe übernimmt. Der Vorgang soll alle zwei bis drei Stunden wiederholt werden. Diese Maßnahme ist selbstverständlich mit Veterinären abgestimmt. Ein Vermessungsboot hat bereits gestern behutsam das Terrain um den Wal sondiert, um damit die spätere Bergung des Tieres vorzubereiten. Auch eine Unterwasserdrohne ist gestern zum Einsatz gekommen. Damit haben wir nun erstmals Bilder von dem Tier, die seine Liegeposition und den Hautzustand darstellen. Die Aufnahmen werden nun tiermedizinisch ausgewertet. Die Bergung des Walkörpers wird eine technische Herausforderung, da die Wassertiefe in der Bucht zwischen 90 und 110 cm sehr gering ist. Bedauerlicher Weise nehmen seit dem Zeitpunkt, als klar wurde, dass das Tier nicht zu retten sein wird, die Anfeindungen gegen Beteiligte an der Hilfsmaßnehme zu – bis hin zu Morddrohungen. Natürlich verstehe ich, dass die Situation für die Menschen sehr emotional ist. Das Spektrum reicht von Trauer, Hilflosigkeit bis hin zu Wut. Auch ich bin traurig, dass wir dem majestätischen Tier nicht helfen können. Aber ich akzeptiere es nicht, dass Mitarbeitende auch im Privaten bedroht werden. Wenn strafrechtlich Relevante Aussagen getätigt werden, ob in sozialen Medien, per Zettel im Briefkasten oder per Email: Solches Verhalten werden wir zur Anzeige bringen. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich die Lage nun beruhigen wird, da auch der vielzitierte Robert Marc Lehman gestern seiner Community und auch mir gegenüber eingeräumt hat, dass es sinnlos wäre, zu versuchen, noch mögliche Reste eines Fischernetzes aus dem Maul des Wals zu entfernen. Solche Aktionen würden dem sterbenden Tier nur unnötig weiteres Leid bescheren. Wir müssen das Tier in Würde gehen lassen. So schwer uns das auch fällt – gerade an Tagen wie diesen.“