MV bekommt neuen Geriatrieplan: Gesundheitskommission beschließt Strategie für eine gute Versorgung von älteren Menschen

Nr.068  | 10.04.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Die Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung des Landes Mecklenburg-Vorpommern (kurz: Gesundheitskommission MV) hat am Donnerstag nach umfangreichen Beratungen den neuen Geriatrieplan des Landes beschlossen. Der Geriatrieplan wurde vollständig überarbeitet und erweitert sowie an die aktuelle Versorgungssituation angepasst.

Neben konkreten Handlungsempfehlungen für die Akteure im Bereich der spezialisierten Medizin für ältere Menschen umfasst der neu aufgelegte Plan auch übergeordnete strategische Ziele für die geriatrische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern bis in das Jahr 2040, teilten die Vorsitzenden der Gesundheitskommission, Professor Dr. Steffen Fleßa und Gesundheitsministerin Stefanie Drese, nach der Sitzung des Expertengremiums mit.

„Durch den medizinischen Fortschritt und einem steigenden Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise werden die Menschen immer älter“, hob Fleßa hervor. Während die Zahl älterer Einwohnender stetig zunehme, gehe sowohl der Anteil junger Menschen als auch jener im erwerbsfähigen Alter zurück.

 „Der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in MV hat sich zwischen den Jahren 2000 und 2024 nahezu verdoppelt und liegt inzwischen bei 28 Prozent“, verdeutlichte Fleßa. Gleichzeitig habe sich der Anteil der unter 20-Jährigen um vier Prozentpunkte auf 17 Prozent und bei den 20- bis 64-Jährigen von 63 auf 55 Prozent verringert, so der Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer für Gesundheitsökonomie. Dieser Trend setze sich in den nächsten Jahrzehnten fort.

„Mit zunehmendem Alter steigt jedoch auch die Wahrscheinlichkeit für chronische Erkrankungen, Multimorbidität und Fragilität“, ergänzte Drese. „Deshalb nimmt die Geriatrie als spezialisierte Altersmedizin eine Schlüsselrolle ein, da sie die besonderen medizinischen, psychologischen und sozialen Bedürfnisse älterer Menschen in einem ganzheitlichen, interdisziplinären Ansatz berücksichtigt“, so die Ministerin.

Nach Aussage von Drese umfasst der neue Geriatrieplan sowohl die Darstellung der aktuellen Versorgungssituation in Mecklenburg-Vorpommern als auch konkrete Handlungsempfehlungen. „Wir wollen damit die Grundlage für eine flächendeckende, bedarfsorientierte, qualitativ gesicherte, vernetzte und wirtschaftlich tragfähige Versorgung geriatrischer Patientinnen und Patienten in unserem Land schaffen“, so Drese. Die Maßnahmen des Plans sollen in bestehende Strukturen eingebunden und bei Bedarf angepasst werden. Mit dem Beschluss des Geriatrieplans wird zudem eine der Forderungen des Altenparlaments 2024 erfüllt.

Einen Schwerpunkt des neuen Plans bildet die bessere Verzahnung von Prävention, Akutmedizin, Rehabilitation und palliativen Angeboten. „Geriatrie ist keine isolierte Disziplin, sondern betrifft viele medizinische und pflegerische Bereiche gleichermaßen. Dem tragen wir mit dem neuen Konzept Rechnung und stärken die geriatrische Kompetenz in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung“, sagte Drese.

Ein eigenes Kapitel widmet der Geriatrieplan zudem erstmals auch telemedizinischen Angeboten, von denen insbesondere mobilitätsbeeinträchtige oder besonders ländlich lebende Personen profitieren können. „Durch die Telemedizin können bestehende Versorgungsstrukturen sinnvoll ergänzt und neue Zugänge geschaffen werden“, so Fleßa. Das werde derzeit bereits in der tele-neurologischen Versorgung oder zur Unterstützung von Menschen mit Demenz erprobt, erklärte der Co-Vorsitzende.

Drese und Fleßa bedankten sich heute bei allen Beteiligten für die engagierte Arbeit und eingebrachte Expertise zur Erarbeitung des neuen Geriatrieplans MV. „So stellen wir sicher, dass der Geriatrieplan die tatsächlichen Bedarfe vor Ort widerspiegelt und praktikable Lösungen aufzeigt, die wir gemeinsam umsetzen wollen“, so die Kommissionsvorsitzenden.

Der Geriatrieplan ist auf der Website des Sozialministeriums sozial-mv.de abrufbar und dieser Pressemitteilung angehängt.

 

Hintergrund:

Mit der Einrichtung der Gesundheitskommission MV setzt das Gesundheitsministerium eine der Empfehlungen der Enquete-Kommission „Zukunft der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern“ um. Die Überarbeitung des Geriatrieplans ist dabei der Arbeitsauftrag Nr. 4.

Die Gesundheitskommission setzt sich aus Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Bereiche des Gesundheitswesens, wie der Kassenärztlichen Vereinigung, der Landeskrankenhausgesellschaft, Kommunen, der Wissenschaft und Praxis, Patientenvertretungen, sowie des Gesundheitsministeriums zusammen.