LandGesund: Neues Projekt in Jarmen fördert Gesundheit von Kindern

Nr.072  | 15.04.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Prävention für Kinder erlebbar machen, das ist das Ziel des neuen Projekts „LandGesund“, für das heute in Jarmen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) der Startschuss fiel. „Wir wissen aus der Forschung, dass die Grundlagen für einen gesunden Lebensstil schon in der Kindheit gelegt werden. Wie das mit Spiel, Spaß und Neugierde gelingen kann, zeigt das neue Modellprojekt aus Vorpommern-Greifswald auf vorbildliche Weise“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese, die das Projekt feierlich eröffnete.

Bis zum Ende des Jahres sollen die Kinder in Jarmen in verschiedenen Veranstaltungsformaten selbst zu Forscherinnen und Forschern werden und auf altersgerechte Weise erlernen, wie eine gesunde Ernährung aussieht, warum die Zahngesundheit wichtig ist und was man für seine mentale Gesundheit tun kann. Dafür kooperieren die Universitätsmedizin Greifswald und der Verein „Kulturbrücke Peene-Tollense“, die das Projekt ins Leben gerufen haben, auch mit Ärztinnen und Ärzten, der Lehrerschaft vor Ort und mit prominenten Vereinen wie den Rostock Seawolves. Deren Nachwuchstrainer werden gemeinsam mit dem Kreissportbund zum Beispiel die Grund- und Regionalschule im Ort besuchen. 

„Im Projekt geht es darum, eine gesunde Lebensweise eben nicht nur auf dem Papier zu vermitteln. Die Kinder werden ermuntert, ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Durch attraktive Bewegungsangebote wird der Spaß am Sport geweckt. Und wie viel Zucker in Lebensmitteln steckt, wird in mobilen Mitmachstationen viel anschaulicher, als im Lehrbuch“, erklärte Drese den Ansatz von LandGesund, der Gesundheitsthemen direkt in die Lebenswelt von Familien im ländlichen Raum bringen soll.

Dass es diese neuen Wege brauche, zeige auch ein Blick auf die Statistiken. „In Mecklenburg-Vorpommern erhalten bereits 5,2 Prozent der Kinder bis 14 Jahre die Diagnose Adipositas. Allein im Vergleich zum Jahr 2005 ist das ein Anstieg um 36,8 Prozent. Auch die Zahngesundheit ist ausbaufähig: Fast jedes fünfte Kind bis zum Alter von sechs Jahren, das eine Zahnarztpraxis aufsucht, wird wegen Karies behandelt“, weiß die Ministerin.

Die Ursachen, betonte sie, liegen dabei aber nicht nur im individuellen Verhalten. „Sie sind oftmals auch strukturell bedingt, gerade im ländlichen Raum, wo Wege länger und Angebote manchmal schwerer erreichbar sind. Die Idee vom Projekt LandGesund, eine ganze Stadt mit einzuspannen und ein Jahr lang mitzunehmen auf dem Weg zu mehr Prävention direkt vor der eigenen Haustür ist aus meiner Sicht daher genau der richtige Weg“, so Drese weiter.

Überzeugt hat das Projekt aber nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch auf Bundesebene. Dort konnte sich LandGesund unter mehr als 450 Projekten, die sich für eine Förderung im Rahmen des bundesweiten Wissenschaftsjahres 2026 beworben hatten, durchsetzen und gehört nun zu den lediglich 25 geförderten Initiativen. „Auf diesen Pioniergeist aus MV können wir stolz sein“, hob Drese hervor und dankte allen Beteiligten, die das Projekt mit viel Engagement aufgesetzt haben.