Vergiss mein Nicht: Aktionstag gegen Demenz

Drese: Landesweiter Demenzplan im Sommer

Nr.080  | 24.04.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Mit einer landesweiten Pflanzaktion machen die Alzheimer Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern und die regionalen DemenzNetzwerke in diesen Tagen auf die Krankheit Demenz aufmerksam. Sozialministerin Stefanie Drese, die ebenfalls an der Pflanzaktion teilnahm, nannte Demenz heute eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen und kündigte die Fertigstellung des landeseigenen Demenzplanes noch in diesem Sommer an. 

„Demenzielle Erkrankungen betreffen Schätzungen zufolge schon jetzt rund 40.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Prognosen zufolge wird sich diese Zahl bis zum Jahr 2060 verdoppeln“, erklärte die Ministerin. Dabei spiele das hohe Durchschnittsalter der Landesbevölkerung eine Rolle. „Aber: Demenz ist nicht nur eine Frage der Demografie. Auch der eigene Lebensstil spielt eine Rolle“, hob Drese hervor.

Neuen Erkenntnissen zufolge könnten zum Beispiel rund 40 Prozent aller Demenzerkrankungen durch die Vermeidung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, Rauchen und Bewegungsmangel verhindert oder verzögert werden. Aber auch soziale Isolation ist ein Risikofaktor. „Auch darauf wollen wir mit dem Aktionstag noch einmal hinweisen und die Bedeutung der Prävention bei einer Erkrankung, deren Entstehen und Verlauf lange Zeit als nicht beeinflussbar galt, hervorheben“, so Drese weiter.

Die Ministerin wies darauf hin, dass in Mecklenburg-Vorpommern eine umfangreiche Expertise zu Demenz vorhanden ist. „Unser Landesverband der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen aber auch unsere Universitätskliniken und Hochschulen setzen sich mit viel Engagement für die Betroffenen und ihre Angehörigen ein, auch in unseren Landesgremien wie dem Pakt für Pflege, das sich in einem eigenen Handlungsfeld mit der Herausforderung Demenz beschäftigt“, erklärte die Ministerin.

Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe fließen unterdessen in den ersten Demenzplan Mecklenburg-Vorpommerns ein, der derzeit erarbeitet werde. „Das entsprechende Beteiligungsverfahren soll noch im kommenden Monat starten, mit der Fertigstellung rechnen wir im Sommer“, so Drese. Mit dem Demenzplan sollen die zur Verfügung stehenden Ressourcen und die vorhandene Expertise landesweit gebündelt, entsprechende Strukturen auf- und ausgebaut und vor allem die Lebensqualität von Menschen mit Demenz aber auch derer An- und Zugehörigen verbessert werden.

Drese: „Wir wissen, dass eine demenzielle Erkrankung die Betroffenen aber auch ihr Umfeld vor große Umbrüche und gesundheitliche wie pflegerische Fragen stellt. Sie alle wollen wir künftig so noch besser unterstützen und uns zukunftsgewandt auf die Veränderungen im Land einstellen, damit wir mit der Diagnose Demenz niemanden allein lassen.“  

 

Hintergrund:

Demenz ist kein einzelnes Krankheitsbild, sondern eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen des Gehirns, die mit Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Konzentration, der Sprache oder der Orientierung einhergehen. Die Alzheimer-Krankheit ist mit 60-70 Prozent aller Fälle die häufigste Form der Demenz und eine unheilbare Störung des Gehirns.