20 Jahre Landesforstanstalt: Erfolgsmodell für Klimaschutz und ländliche Entwicklung
Mit einer Festveranstaltung in Parchim hat Mecklenburg-Vorpommern heute das 20-jährige Bestehen der Landesforstanstalt gewürdigt. Zugleich blickt das Land auf über 320 Jahre organisierte Forstverwaltung zurück – eine Erfolgsgeschichte, die Tradition, wirtschaftliche Stärke und ökologische Verantwortung verbindet.
„Jeder vierte Quadratmeter in Mecklenburg-Vorpommern ist Wald. Das zeigt, welche zentrale Rolle unsere Wälder für unser Land spielen – für den Klimaschutz, die biologische Vielfalt und die Lebensqualität der Menschen“, erklärte Forstminister Dr. Till Backhaus. „Die Landesforstanstalt ist seit 20 Jahren ein Garant dafür, dass wir diesen Schatz nachhaltig bewahren und weiterentwickeln.“
Insgesamt umfasst die Waldfläche im Land rund 582.000 Hektar, davon bewirtschaftet die Landesforstanstalt etwa 193.000 Hektar Landeswald. Die Entwicklung ist dabei eindeutig: Die Wälder sind heute nicht nur größer, sondern auch strukturreicher und artenreicher als je zuvor. Erstmals übersteigt der Anteil von Laubholz den von Nadelholz, zugleich wurden die höchsten Holzvorräte und Totholzanteile seit Beginn der Messungen erreicht.
„Unsere Wälder werden vielfältiger, stabiler und widerstandsfähiger. Das ist ein entscheidender Fortschritt im Umgang mit den Folgen des Klimawandels“, betonte Backhaus. „Der Wald ist eines unserer wichtigsten natürlichen Klimaschutzinstrumente.“
Auch wirtschaftlich ist die Landesforstanstalt ein zentraler Akteur im ländlichen Raum. Rund 1.000 Beschäftigte, darunter über 100 Auszubildende, arbeiten heute für den Wald im Land – damit ist etwa jeder zehnte Beschäftigte in Ausbildung. Die jährliche wirtschaftliche Gesamtleistung liegt bei rund 120 Millionen Euro, davon entfallen etwa 60 Millionen Euro auf den Holzverkauf. Allein im vergangenen Jahr wurden zudem über 5,3 Millionen Euro zur Unterstützung des Privat- und Kommunalwaldes bereitgestellt.
Die nachhaltige Bewirtschaftung zeigt sich auch in konkreten Maßnahmen: In der aktuellen Aufforstungskampagne wurden über 600 Hektar Wald neu angelegt – das entspricht rund 840 Fußballfeldern. Gleichzeitig erfolgt auf etwa 1.300 Hektar intensive Waldpflege, um die Bestände langfristig zu stabilisieren und an den Klimawandel anzupassen.
„Die Landesforstanstalt zeigt, dass Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig stärken können“, so der Minister. „Gerade im ländlichen Raum ist der Wald ein wichtiger Motor für Beschäftigung und Zukunftsperspektiven.“
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung klimaresilienter Dauerwälder sowie innovativer Projekte wie den europaweit ersten Kur- und Heilwäldern, die neue Impulse für Gesundheit, Tourismus und regionale Entwicklung setzen.
„Der Wald ist ein Multitalent: Er schützt das Klima, sichert Lebensräume, bietet Erholung und liefert den nachwachsenden Rohstoff Holz“, sagte Backhaus. „Deshalb investieren wir konsequent in eine nachhaltige und zukunftsfähige Forstwirtschaft.“
Die heutige Veranstaltung würdigte insbesondere die Leistungen der Beschäftigten der Landesforstanstalt.
„Sie können mit Stolz auf das Erreichte blicken. Gleichzeitig liegt eine große Aufgabe vor uns: den Wald der Zukunft zu gestalten. Ich bin überzeugt, dass wir diesen Weg gemeinsam erfolgreich weitergehen werden“, so Backhaus abschließend.