Große Temperaturunterschiede bremsen Pflanzenwachstum in MV
Die vorherrschenden Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sowie Nachtfröste haben das Pflanzenwachstum auf den Feldern in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar gebremst. Mit nun steigenden Temperaturen, vor allem nachts, wird mit einem deutlichen Wachstumsschub gerechnet.
Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus schätzt die Lage wie folgt ein: „Dank der teilweise sehr ergiebigen Niederschläge am vorletzten Wochenende sind, dort, wo diese gefallen sind, die Böden noch ausreichend mit Wasser versorgt. Dagegen weisen jedoch die leichten, sandigen Standorte im Süden und vor allem im Nordosten des Landes aktuell bereits deutlich geringere Bodenfeuchtegehalte auf. Hier ist der Oberboden nahezu ausgetrocknet, teilweise bis in 30 cm Tiefe. Dennoch entspricht die derzeitige Vegetationsentwicklung dem langjährigen Mittel“.
Die Sorten im Überblick:
- Beim Wintergetreide befinden sich die Bestände derzeit in der Steckungsphase. Spätsaaten sind in der Entwicklung noch deutlich im Rückstand. Aufgrund der bisherigen Witterung sind die Bestände überwiegend gesund. Bei trockenem sowie sonnigem Wetter ist vor allem bei der organischen Düngung aktuell mit einem erhöhten Risiko für Ammoniakverluste zu rechnen.
- Der Winterraps steht bereits in der Blüte. Die Bestände sind gesund, jedoch sind auf leichten Sandstandorten bereits Anzeichen von Trockenheit erkennbar. Bedingt durch die wärmere Wetterlage ist mit einem erhöhten Insektenzuflug zu rechnen. Die Gelbschalen müssen intensiver kontrolliert werden.
- Sommergetreide und Leguminosen: Für die Sojaaussaat ist es weiterhin zu kühl. Das Sommergetreide befindet sich, je nach Saattermin, in der Blattentwicklung bis Bestockung. Erbsen und Ackerbohnen sind ebenfalls in der Blattentwicklung. Bisher gab es ein geringes Auftreten von Blattrandkäfern. Die Lupinen laufen auf.
- Mais und Kartoffeln: Die Maisaussaat läuft auf Hochtouren. Bei den Kartoffeln läuft derzeit die Pflanzung.
- Grünland: Die Pflege und Düngung sind nun auch im Niedermoor abgeschlossen. Ausnahme sind einige wenige tiefer liegende und stark vernässte Teilflächen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen in der Nacht ist das Massewachstum sehr verhalten. Besonders auf den Niedermoorflächen ist kaum Zuwachs zu verzeichnen. Die Niederschläge der vergangenen Woche brachten in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns Entlastung, im Osten und Nordosten jedoch nicht. Auf Weiden mit sehr zeitigem Austrieb im April gibt es keinen nennenswertem Massenwachstum.
- Beim Feldfutter (Gräser und Luzerne) gab es in den vergangenen Tagen gute Massezuwächse. Es ist zeitnah mit einem durchschnittlichen ersten Schnitt zu rechnen. Erste Ackerfutterflächen mit Futterroggen und frühen Weidelgräsern wurden bereits geerntet. Die Erträge fielen dabei unterdurchschnittlich aus.
Anlagen
Stand der Kulturen
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