Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung: Drese ruft zur gelebten Inklusion auf

Nr.089  | 05.05.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Jährlich am 5. Mai findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“. Sozialministerin Stefanie Drese rief deshalb heute zu mehr Rücksicht, Solidarität und Teilhabe auf.

„Allein in Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit rund 400.000 Menschen mit einer Behinderung, sichtbar oder unsichtbar. Das ist immerhin ein knappes Viertel unserer Landesbevölkerung und eine Zahl die sehr eindrücklich zeigt, dass Inklusion kein Nischenthema ist, sondern die Mitte unserer Gesellschaft und unseres Zusammenlebens betrifft“, betonte die Ministerin anlässlich des Aktionstages.

Sie verwies in diesem Zuge aber auch auf die vielfältigen Hürden, die Menschen mit Beeinträchtigungen noch immer überwinden müssen. „Das beginnt manchmal schon damit, dass nicht jede Behinderung etwa an einem Rollstuhl oder Blindenstock zu erkennbar ist. Viele chronische Erkrankungen, psychische Erkrankungen oder Spektrumstörungen bleiben unsichtbar, schränken die Betroffenen im Alltag jedoch genau so ein“, erklärte sie.

„Ich würde mir wünschen, dass wir gesamtgesellschaftlich dafür noch ein besseres Verständnis für diese Vielfalt entwickeln und Barrieren nicht nur dort abbauen, wo sie aus Beton sind, sondern vor allem in unseren Köpfen. Gerade diese sind es, die ein vorurteilsfreies Miteinander erschweren und dafür sorgen, dass Betroffene noch immer und viel zu oft strukturelle Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren“, unterstrich die Ministerin.

Sie hoffe, dass das diesjährige Motto dahingehend eine klare Botschaft an alle sende, sich gegen Diskriminierungen zu wenden und sich für das Recht auf ein freies, friedliches und selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen einzusetzen. „Schließlich sind das Grundrechte und keine Zugeständnisse“, betonte Drese.

In Mecklenburg-Vorpommern fließen die Erfahrungen und Expertise der Betroffenen deshalb in Form des Inklusionsförderrates (IFR) auch direkt in die politischen Entscheidungen mit ein. „Aus meiner Sicht müsste das absolut selbstverständlich sein, miteinander statt übereinander zu reden. Dennoch ist unser Inklusionsförderrat deutschlandweit das einzige Gremium dieser Art. Darauf sind wir stolz, denn niemand kennt die Lebensrealität so gut, wie die Betroffenen selbst“, führte die Ministerin aus.

Deshalb werde der IFR, der vor wenigen Tagen für die neue Amtsperiode berufen wurde, bei allen neuen Gesetzesentwürfen und Rechtsvorschriften der Landesregierung angehört, wann immer die Belange dieser Zielgruppe berührt werden. Er hat außerdem das Recht, der Landesregierung Initiativen vorzuschlagen. „Genau so setzen wir in MV konsequent das Recht auf Partizipation um und sorgen dafür, dass Mitbestimmung und Mitgestaltung gelingen“, hob Drese hervor.

Abschließend rief die Ministerin dazu auf, den Protesttag nicht nur als symbolischen Anlass zu verstehen, sondern als dauerhaften Auftrag: „Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die uns jeden Tag begleiten muss. Nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir eine Gesellschaft schaffen, in der Vielfalt als Stärke verstanden wird und alle Menschen die gleichen Chancen erhalten.“