„Das Wunder von Plüschow“ ist ab 9. Mai in einer Ausstellung zu sehen
Zentraler Teil ist eine aufwendig restaurierte barocke Wandbespannung
Die Geschichte der Ausstellung „Das Wunder von Plüschow – Das verlorene Landschaftszimmer kehrt zurück“, die am 9. Mai im Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow eröffnet wird, geht bis in das Jahr 1990 zurück. Damals entdeckte ein aufmerksamer Bauarbeiter bei seiner Arbeit in einem Nachbargebäude des Schlosses unter Bauschutt eine historische bemalte Wandbespannung aus der Frühzeit des Schlosses. Mehr als 30 Jahre befand sich das Stück in der Obhut seiner Familie, bis diese es im Sommer 2023 an den Förderkreis Schloss Plüschow e.V. übergab.
In einem gemeinsamen Projekt des Künstlerhauses und des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege MV (LAKD) wurde der außergewöhnliche Fund von den beiden Restauratorinnen Susanne Buch und Annette Seifert restauriert. Gleichzeitig ging es auch darum, das Motiv, eine prachtvolle Fantasielandschaft, wissenschaftlich zu untersuchen und die Bespannung nach seiner Fertigstellung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Dies ist nun gelungen: Am 9. Mai eröffnet die Ausstellung „Das Wunder von Plüschow – Das verlorene Landschaftszimmer kehrt zurück“ um 15 Uhr mit einem Dialogformat mit der Künstlerin Juliane Laitzsch.
Sie hat sich als Teil der Ausstellung künstlerisch mit der Rückseite des Fundstückes auseinandergesetzt.
Bei einem Pressepreview am 5. Mai machte sich auch Kulturministerin Bettina Martin einen Eindruck von der prächtigen Textilie an ihrem neuen, alten Ort.
„Dass diese verloren geglaubte Wandbespannung heute wieder in neuem Glanz für alle Menschen zugänglich ist, ist ein kleines Wunder.
Dass sie nach so vielen Jahren wieder auftaucht ist und bewahrt werden kann, ist in diesem Fall direkt der Verdienst von bürgerlichem Engagement und Wertschätzung für unsere Geschichte. Mehr als 30 Jahre wurde die Bespannung aufbewahrt und kehrt nun nach Plüschow zurück und ist hier dauerhaft zu sehen“, so Ministerin Martin: „Die Ausstellung bietet uns nun ein Fenster in die Zeit des 18. Jahrhunderts. Und das an einem historischen Ort, der heute zugleich für moderne, zeitgenössische Kunst und große Kreativität steht. Dieses Zusammenspiel macht Plüschow zu einem besonderen Ort.“
Die Leiterin des Künstlerhauses, Miro Zahra:
„Das Zusammenspiel zwischen Geschichte, kultureller Kontinuität und zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die im Künstlerhaus arbeiten und ausstellen, macht Schloss Plüschow zu einem generationenübergreifenden, offenen und inspirierenden Erlebnis. Geschichte wird hier nicht nur bewahrt, sondern es wird sich mit ihr auseinandergesetzt – und sie wird fortgeschrieben.
Das Motiv der Bespannung zeigt, wie weltoffen und kosmopolitisch die Bildwelt des Adels im 18. Jahrhundert war. Daran können wir uns heute ein Beispiel nehmen.“
Das Projekt wurde maßgeblich ermöglich durch die finanzielle Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest. Auch der Förderkreis Schloss Plüschow e.V. steuerte Eigenmittel zu dem Projekt bei.
Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege stellte fachliche Expertise zur Verfügung und beteiligte sich an den in einem Gesamtvolumen von rund 11.200 Euro.
Kay Facklam, Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest:
„Als regionale Sparkassenstiftung kennen wir das Mecklenburgische Künstlerhaus Schloss Plüschow schon lange als Kulturträger mit einer großen Strahlkraft, auch über Nordwestmecklenburg hinaus. Es freut mich, dass wir in Zusammenarbeit mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung auch dieses Projekt unterstützen konnten.“
Bei den Fragen zur Restaurierung, Forschung und Vermittlung des Fundstückes entwickelten das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege (LAKD) und das Mecklenburgische Künstlerhaus Schloss Plüschow ein gemeinsames Konzept.
Mit der Restaurierung ist auch ein Begleitheft zur Tapete entstanden das die Informationen ansprechend zusammenfasst.
Patrica Werner, Geschäftsführerin der Ostdeutschen Sparkassenstiftung: „Für die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest ist es von zentraler Bedeutung, dass die restaurierte Wandbespannung dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Wir unterstützen an vielen Orten in Mecklenburg-Vorpommern den Erhalt und die Sichtbarmachung historischer Schätze von besonderer geschichtlicher und kultureller Bedeutung.“
LAKD-Direktorin Dr. Ramona Dornbusch:
„Die konservatorische Bewahrung steht für uns in der Denkmalpflege selbstverständlich immer im Mittelpunkt. Gleichzeitig zeigt dieses Projekt, dass Denkmalpflege weit über die reine Sicherung historischer Substanz hinausgeht. Deshalb haben wir die Konservierung bewusst mit einem Vermittlungsprojekt verbunden. Die Wandbespannung soll nicht im Archiv verschwinden, sondern hier sichtbar bleiben und ihre Geschichte erzählen.
Es ist uns ein zentrales Anliegen, wissenschaftliche Erkenntnisse und die Bedeutung solcher Kunstwerke für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Besonders jungen Menschen möchten wir vermitteln, welchen Wert unser kulturelles Erbe hat – denn sie sind es, denen wir dieses Erbe weitergeben.
Solche Funde machen deutlich, dass historische Zeugnisse oft an unerwarteten Orten verborgen liegen. Um sie zu bewahren, braucht es Aufmerksamkeit, Wertschätzung und im Zweifel fachlichen Rat.“
Die Ausstellung wird am 9. Mai 2026 um 15 Uhr mit einem Dialog mit der Künstlerin Juliane Laitzsch eröffnet.
Sie ist danach bis zum 7. Juni 2026 zu sehen.
Das Tapetenfragment soll auch danach dauerhaft in den Ausstellungsräumen des Künstlerhauses zu sehen sein.
Weitere Informationen: https://www.plueschow.de/
Die an diese Pressemitteilung angehängten Bilder dürfen für die Berichterstattung zu dieser PM kostenfrei verwendet werden. Eine Archivierung ist nicht gestattet.
Sollte zwingend ein Fotografenname angegeben werden müssen, können Sie „S.Scholz" angeben.
Bildunterschrift:
Künstlerin Juliane Laitzsch, Kay Facklam (Sparkasse Mecklenburg-Nordwest), Künstlerhaus-Leiterin Miro Zahra, Ministerin Bettina Martin, LAKD-Direktorin Dr. Ramona Dornbusch vor der historischen Wandbespannung.
Anlagen
074 - Wandbespannung Plüschow.pdf (PDF, 0,24 MB)
Plüschow20260505_S.Scholz.jpg
(JPG, 3,28 MB)
Künstlerin Juliane Laitzsch, Kay Facklam (Sparkasse Mecklenburg-Nordwest), Künstlerhaus-Leiterin Miro Zahra, Ministerin Bettina Martin, LAKD-Direktorin Dr. Ramona Dornbusch vor der historischen Wandbespannung.