Gedenkstätte „Karlshagen I“ feierlich eingeweiht

Zwei Gedenkstätten in Peenemünde erinnern an die KZ-Außenlager der Luftwaffenanlage

Nr.075/26  | 08.05.2026  | WKM  | Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten

Am Freitag (8. Mai) wurde mit einem Festakt die Gedenkstätte „Karlshagen I“ eröffnet. Fünf Text-Bild-Tafeln erzählen dort nach neustem Forschungsstand, wie ab 1943 rund 2.000 Häftlinge nach Karlshagen I deportiert und dort im Luftwaffen-Sperrgebiet zur Arbeit gezwungen wurden. Die Gedenkstätte „Karlshagen II“ war bereits 2024 eröffnet worden. Beide waren Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück. Damit sind die Gedenkstätten Teil der Erinnerungsarbeit im Historisch-Technischen Museum Peenemünde (HTM). Museumsgeschäftsführer Axel Prüser begrüßte die Gäste und der wissenschaftliche Leiter des Museums, Dr. Philipp Aumann, berichtete über die Geschichte des Außenlagers und ihre Aufarbeitung.

Auch persönliche Erinnerungen der Nachkommin eines getöteten Häftlings, Axelle de Savigny und Worte des Greifswalder Probstes Frank Hoffmann rahmten die feierliche Veranstaltung ein.

Auch zwei Schulklassen waren zugegen, sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft.
Für die Landesregierung sprach die Staatssekretärin im Wissenschafts- und Kulturministerium und Aufsichtsratsvorsitzende des HTM Susanne Bowen und betonte die wichtige Rolle moderner Museums- und Erinnerungsarbeit:

„Dieser Ort ist eine Respektbekundung an die Opfer des Leids, das hier verursacht wurde und noch viel mehr: Wir erzählen diese Geschichten, wir erinnern an die Geschichte unseres Landes, damit sich die Schrecken von damals nie wiederholen.

Und dazu gehört es, dass wir uns dieser Geschichte stellen. Die Landesregierung bekennt sich zu dieser historischen und politischen Verantwortung, Orte der Erinnerungsarbeit zu stärken und auszubauen. Wir wollen die Gedenkstätten im Land zu Orten des Verstehens und des Lernens weiterentwickeln.“

Um die Opferperspektive in der Schul- und Erwachsenenbildung zu stärken, bietet die Museumspädagogik des HTM vertiefende Workshops über die beiden ehemaligen KZ-Außenlager an. In diesem Format sind Ortsbesuche obligatorisch vorgesehen.

 

Das Historisch-Technische Museum Peenemünde wird durch das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert, aktuell mit rund 930.000 Euro im Jahr. Außerdem ist das Land Zuwendungsgeber für den Aufbau der neuen Dauerausstellung des Museums mit rund 5 Mio. Euro Landesmitteln und weiteren 5 Mio. Euro an Bundesmitteln.

 

 

Mehr Informationen zum Museum finden Sie auf der Webseite.