„bunt statt blau“: Zwillinge aus Hagenow gewinnen Plakatwettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern
„bunt statt blau“: Unter diesem Motto beteiligten sich bis März bundesweit mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler am diesjährigen Plakatwettbewerb der DAK-Gesundheit gegen das sogenannte Rauschtrinken bei Jugendlichen. Das beste Plakat 2025 aus Mecklenburg-Vorpommern kommt von den 14-jährigen Zwillingen Justus und Johann Lojewski vom Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow. Sie setzten sich gegen mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch und wurden zusammen mit den weiteren Landessiegerinnen und -siegern in Schwerin geehrt. Sozialministerin Stefanie Drese übergab als Schirmherrin der Aktion in MV die Preise und Urkunden.
Das Plakat der beiden Schüler zeigt bunte Engel, die versuchen, in einer großen Alkoholflasche ertrinkende blaue Gestalten zu retten. Mit ihrer beeindruckenden Arbeit gewannen sie den Hauptpreis auf Landesebene in Höhe von 300 Euro. Der zweite Platz ging an die 13-jährige Maya Lovell und die 12-jährige Emma Schneider vom Ecolea Gymnasium Schwerin. Rang drei belegten Martha Benzien, Belinda Borkowski und Mira Cassandra Burmeister (alle 14 Jahre alt), ebenfalls vom Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow. Emma Jane Lackmann (14) und July Marie Westphal (12) von der Astrid-Lindgren-Schule in Schwerin erhielten für ihr Plakat den Sonderpreis „Junge Talente“.
Ministerin Drese: Wettbewerb macht Jugendliche zu Botschaftern
Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport in MV betont: „Die Kunst ist gerade bei schwierigen Themen ein herausragendes Medium für starke Botschaften, das beweist „bunt statt blau“ Jahr für Jahr. Mit viel Kreativität und emotionalen Botschaften sorgen die Jugendlichen dafür, dass über den riskanten Alkoholkonsum und Komasaufen als das gesprochen wird, was es letztlich auch ist: Nämlich kein cooles Zeichen des Dazugehörens, sondern eine große Gefahr für die Gesundheit mit möglicherweise bleibenden Schäden und ein völlig aus der Zeit geratenes Ritual. Diesen notwendigen Gesinnungswandel schaffen wir aber nicht, in dem wir als Erwachsene immer wieder darauf hinweisen. Deshalb liegt der Schlüssel des Wettbewerbs für mich darin, dass es die Jugendlichen selbst sind, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und mit Kunstwerken, die auch in diesem Jahr wieder mit viel Talent berührende Geschichten erzählen, zu Multiplikatoren in ihrem eigenen Umfeld werden. Das wirkt auf eine ganz andere Art, als es ein erhobener Zeigefinger je könnte“.
Mecklenburg-Vorpommern: erneut erheblich weniger jugendliche Rauschtrinker
„Erfreulicherweise hält der Rückgang von Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen in MV weiter an. Die Zahl der betroffenen Schülerinnen und Schüler liegt gar auf einem Tiefststand der vergangenen Jahre“, sagt Andreas Mirwald, Landeschef der DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern. „Leider trinken dennoch weiterhin jährlich hunderte Kinder und Jugendliche sprichwörtlich, bis der Arzt kommt. Wir lassen daher in unseren Bemühungen um eine altersgerechte Alkoholprävention nicht nach. Deshalb setzten wir gemeinsam mit Gesundheitsministerin Stefanie Drese unsere erfolgreiche Präventionskampagne ‚bunt statt blau‘ fort und haben das wichtige Thema in den Schulalltag gebracht. Ich bin beeindruckt mit welcher Kreativität und starken Botschaften die Schülerinnen und Schüler sich am diesjährigen Wettbewerb beteiligt haben.“ Laut Daten des Statistischen Bundesamts mussten 2024 rund 8.781 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs in deutschen Krankenhäusern behandelt werden, ein erneuter Rückgang um 5,3 Prozent zum Vorjahr. In Mecklenburg-Vorpommern sank die Zahl der sogenannten Rauschtrinker im Alter von 10 bis 19 Jahren gar um rund 24 Prozent auf 284, ein Tiefststand der vergangenen Jahre. Im Jahr davor waren es noch 374.
Selbstgestaltete Plakate wirken
Die Plakate, die Schülerinnen und Schüler bei „bunt statt blau“ gestalten, sind für Gleichaltrige besonders eindrucksvoll: Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel hat in einer umfangreichen Studie die Wirkung der selbst gemalten Plakate im Vergleich zu konventionellen Warnhinweisen untersucht. Demnach verstärken die von Kindern und Jugendlichen gestalteten „bunt statt blau"-Plakate bei jungen Menschen die Wahrnehmung, dass Alkoholkonsum schädlich ist. Sie haben eine stärker sensibilisierende Wirkung als traditionelle, eher an Erwachsene gerichtete, Warnhinweise.
Im Mai wählt eine Bundesjury mit dem Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung Prof. Dr. Hendrik Streeck, dem DAK-Vorstandschef Andreas Storm und Leiter des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) Prof. Dr. Reiner Hanewinkel die Bundesgewinnerinnen und Bundesgewinner 2026. Die Bundessiegerehrung findet am 2. Juni in Berlin statt.
17 Jahre „bunt statt blau“
„bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ 2026 ist bereits die siebzehnte Auflage des kreativen Plakatwettbewerbs. Insgesamt haben seit 2010 mehr als 149.000 Schülerinnen und Schüler an der Aktion teilgenommen, die im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung als beispielhafte Präventionskampagne genannt wird. Sie ist seit April 2010 von der Europäischen Kommission zertifiziert und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
Informationen zum Wettbewerb gibt es in allen Servicezentren der DAK-Gesundheit oder im Internet unter www.dak.de/buntstattblau.