Ministerpräsidentin Manuela Schwesig dankt allen Pflegenden
Landespflegemedaille an drei pflegende Angehörige
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat zum „Tag der Pflege“ die Leistungen und das Engagement aller Pflegenden gewürdigt: „Zum heutigen Tag der Pflegenden möchte ich allen Danke sagen, die pflegen. In unseren Pflegeheimen, in ambulanten Pflegediensten, in Tagesstätten, in Intensivpflege und in Familien. Wir brauchen sie alle. Gute Pflege braucht genau diesen Mix von guten Angeboten.“
Erstmals wurde als Zeichen der Wertschätzung und Würdigung im Rahmen einer Festveranstaltung im Goldenen Palais in Schwerin die Pflegemedaille an pflegende Angehörige verliehen. „Wir wollen mit der Pflegemedaille die enorme Leistung aller Pflegenden sichtbarer machen. Menschen, die sich um ihre pflegebedürftigen Männer, Frauen, Väter, Mütter, Geschwister oder Kinder kümmern, fühlen sich oft übersehen. Einige Menschen reden die eigene Sorgearbeit klein. Ist doch selbstverständlich, sagen sie. Einige empfinden vielleicht sogar Scham über die Erkrankung von Eltern, Partnern oder Kindern. Ich möchte ganz deutlich sagen: Es ist keine Selbstverständlichkeit, es ist eine enorme Leistung, sich selbst hinten anzustellen und Angehörige zu pflegen“, so die Regierungschefin. Es brauche mehr Aufmerksamkeit für pflegende Angehörige, für die Menschen, die ihre Lebenszeit anderen widmen, die sich zum Teil neben beruflichen und privaten Verpflichtungen in ihrer Freizeit aufopfern und immer wieder über persönliche Grenzen hinweggingen.
Bärbel Neumann pflegt ihre Tochter seit 53 Jahren, da diese seit ihrer Geburt geistig beeinträchtigt ist und an einer Epilepsie leidet. Frau Neumann, die inzwischen 76 Jahre alt ist, hat für die Pflege ihrer Tochter ihren Beruf als Krippenerzieherin aufgegeben. Sie wird für diese jahrzehntelange Pflegearbeit mit der Pflegemedaille des Landes geehrt.
Der Ehemann von Kathrin Meyer ist an Frontotemporaler Demenz und Parkinson erkrankt. Sie pflegt ihn seit sechs Jahren, obwohl sie selbst an Multipler Sklerose leidet. Vor der wertvollen Pflegearbeit war Frau Meyer ehrenamtlich bei Schiedsgericht Grabow tätig. Frau Meyer erhält die Pflegemedaille des Landes.
Katharina Storm pflegt ihre schwer kranke Tochter seit sieben Jahren. Die kleine Tochter ist schwer chronisch erkrankt und lebt mit erheblichen körperlichen Einschränkungen. Trotz einer eigenen Erkrankung pflegt sie ihr Kind. Dafür erhält Frau Storm die Pflegemedaille des Landes.
Die Regierungschefin sagte: „Ich bin dankbar, dass es viele Menschen gibt, die sich für Pflegebedürftige engagieren. Sie tragen damit auch zu einem Gemeinschaftsgefühl bei, das uns nicht verlorengehen darf. Wir setzen mit der Verleihung der Pflegemedaille ein Zeichen für Solidarität, Verantwortung und Wertschätzung.“
Auch Sozialministerin Stefanie Drese hob die Bedeutung der häuslichen Pflege hervor: „Pflegende Angehörige tragen eine Verantwortung, die oft im Verborgenen bleibt. Sie sind da, wenn Menschen Unterstützung brauchen. Sie reichen die Hand, spenden Trost, hören zu und geben Halt, selbst dann, wenn die eigene Kraft längst an ihre Grenzen stößt.
Dieses Engagement verdient unsere höchste Anerkennung. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir heute erstmals die Landespflegemedaille verleihen konnten.“
Die Jury hatte sich nach Sichtung der eingegangenen Vorschläge entschieden, die Landespflegemedaille in diesem Jahr gleich dreimal und damit in der höchstmöglichen Anzahl zu vergeben.