Weltnierentag 2026 in Greifswald: Menschen in MV überdurchschnittlich stark von chronischen Nierenerkrankungen betroffen
Anlässlich des Weltnierentages am 15. Mai hat Gesundheitsministerin Stefanie Drese die enorme Bedeutung der Nierengesundheit hervorgehoben und zu mehr Prävention sowie frühzeitiger Diagnostik aufgerufen. “Wir müssen die Gesundheitskompetenz der Menschen stärken, damit sie Warnsignale verstehen und Präventionsangebote nutzen“, erklärte Drese in ihrem Grußwort im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald.
Die Ministerin verwies darauf, dass laut SHIP-Studie Vorpommern überdurchschnittlich stark von chronischen Nierenerkrankungen betroffen sei. Während bundesweit rund zehn Prozent der Bevölkerung betroffen seien, liege der Anteil im östlichen Landesteil bei etwa 17 Prozent. Gründe hierfür seien wie in ganz MV insbesondere eine höhere Verbreitung von Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Nikotinkonsum sowie die vergleichsweise ältere Bevölkerungsstruktur.
Chronische Nierenerkrankungen gehören zu den oft unterschätzten Gesundheitsrisiken unserer Zeit, verdeutlichte die Ministerin. „Nieren leiden leise.“ Dabei sei die Niere eines unserer wichtigsten Organe: „Sie reguliert den Blutdruck, den Wasserhaushalt und die Elektrolytkonzentration; sie produziert lebensnotwendige Hormone und Vitamin D“, betonte Drese.
Umso wichtiger sei es, Aufmerksamkeit für dieses lebenswichtige Organ zu schaffen und die Menschen frühzeitig für Risiken und Vorsorge zu sensibilisieren. „Oft genügen eine Blutprobe und eine Urinuntersuchung. Und ein Check-Up, der ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre kostenlos möglich ist“, so Drese.
Die Ministerin hob hervor, dass das Land mit der neuen Landesstrategie für Gesundheitsförderung und Prävention genau diesen Weg gehe und damit die Voraussetzung für mehr Gesundheitsbewusstsein, Bewegung, Vorsorge und Früherkennung in Mecklenburg-Vorpommern schaffe.
Zugleich unterstrich die Ministerin die hohe Bedeutung von Forschung und moderner medizinischer Versorgung. Da es bislang keine heilenden Therapien für chronische Nierenerkrankungen gebe, seien Dialyse oder Transplantation häufig die einzigen Überlebensmaßnahmen. „Deshalb brauchen wir weiterhin starke Forschung, innovative Therapien und eine enge Vernetzung von Wissenschaft und medizinischer Praxis“, sagte Drese.
„Wir brauchen die Expertise, die hier in Greifswald gebündelt ist – vom Nordverbund Niere bis hin zu innovativen Start-ups wie NIPOKA“, so die Ministerin.
Der Weltnierentag in Greifswald habe sich inzwischen als wichtiger Treffpunkt für Wissenschaft, Medizin und Öffentlichkeit etabliert. „Der heutige Tag vernetzt Fachleute, treibt die Forschung voran und – das ist das Entscheidende – rettet Leben durch Aufklärung. Ich danke dem Förderverein „Nordverbund Niere – Save the Kidney“ und der Universitätsmedizin Greifswald für ihr unermüdliches Engagement. Sie sorgen dafür, dass die Niere in unserem Land nicht mehr vergessen wird“, sagte Drese am Freitag in Greifswald.