Gut für Usedom und Wolgast – Baustart für die neue Brücke über den Peenestrom
Wichtiger Meilenstein für die neue Ortsumgehung Wolgast im Landkreis Vorpommern-Greifswald: Mit den ersten Arbeiten für die Brückenpfeiler hat heute (21. Mai 2026) der Bau der neuen Brücke über den Peenestrom begonnen.
Geplant ist eine sogenannte Zügelgurtbrücke: Bei dieser besonderen Konstruktion werden die vorgesehenen Stahlhohlkästen nicht im Boden verankert, sondern direkt mit dem Fahrbahnträger verbunden. Mit einer Gesamtlänge von rund 1,4 Kilometern, einer lichten Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom und etwa 70 Meter hohen Pylonen wird sie die größte Brücke ihrer Art in Europa sein.
In den vergangenen Monaten wurden bereits wichtige Vorarbeiten abgeschlossen. Dazu gehörten unter anderem die Kampfmittelsondierung, die Baufeldfreimachung, die Herstellung von Arbeitsebenen für die Festlandspfeiler sowie die Errichtung der Baustraßen.
„Das ist eine gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger in Wolgast und auf der Insel Usedom. Bisher fließt der Verkehr über eine Klappbrücke, die mehrmals am Tag für den Schiffsverkehr geöffnet und demzufolge für den Autoverkehr gesperrt wird. Mit der neuen Brücke werden die Menschen in Wolgast vom Straßenverkehr und von Staus entlastet. Die Usedomer kommen schneller aufs Festland und unsere Urlaubsgäste zügiger an den Strand von Usedom“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Veranstaltung in Wolgast. „Ich bin dem Bundeskanzler und dem Bundesfinanzminister sehr dankbar, dass die Bundesregierung zusätzliche Mittel für den Bau der Brücke bereitstellt. Dafür habe ich mich persönlich eingesetzt.“
Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, sagte: „Der Bund sorgt dafür, dass der Bau der Peenebrücke für die Ortsumgehung Wolgast endlich losgeht! Die Menschen haben lange darauf gewartet. Es ist wichtig, dieses Projekt zu vollenden. Davon wird die gesamte Region profitieren. Ich freue mich sehr, dass wir für die in der Projektplanung entstandenen Mehrkosten Lösungen gefunden haben. Es ist genauso wichtig, den neu gesteckten und vertraglich vereinbarten Zeit- und Kostenrahmen zu realisieren.“
Die neue Brücke ist Teil der insgesamt 6,8 Kilometer langen Ortsumgehung Wolgast. Diese wird den Verkehr der Bundesstraße 111 künftig südöstlich um die Stadt herumführen. Ziel ist es, die Verbindung zwischen der A 20, der Insel Usedom sowie dem Hafen- und Industriestandort Wolgast nachhaltig zu verbessern und die Stadt spürbar vom Durchgangsverkehr zu entlasten.
Das neue Bauwerk erhält eine acht Meter breite, zwei-spurige Fahrbahn. Durch die lichte Höhe von 42 Metern können Schiffe den Peenestrom künftig ohne Brückenöffnungen passieren. Bisher muss die Brücke in der Ortsdurchfahrt Wolgast dafür bis zu fünfmal täglich geöffnet werden. Die neue Verbindung soll den Verkehrsfluss auf der B 111 deutlich verbessern.
Die Auftragssumme für das Brückenbauwerk beträgt allein 421 Millionen Euro. Für das Gesamtprojekt Ortsumgehung Wolgast stehen Bundesinvestitionen von etwa 500 Millionen Euro bereit.
Nach aktuellem Stand kann die Ortsumgehung Wolgast Ende 2029 für den Verkehr freigegeben werden.
Weitere Informationen und Hintergründe entnehmen Sie der Projektseite: www.strassen-mv.de/ou-wolgast