Gülzow-Prüzen: Ehemaliger Pferdestall wird modernes Bürogebäude

Nr.152/2026  | 21.05.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

Ein Leuchtturm-Projekt für energetische Sanierungen historischer Gebäude mit modernster Ausstattung ist in Gülzow-Prüzen umgesetzt worden. Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus eröffnet dort heute ein neues Bürogebäude für die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), für das ein 250 Jahre alter und unter Denkmalschutz stehender einstiger Pferdestall umgebaut wurde.

Der Minister würdigt die gelungene Sanierung des betagten Fachwerkbaus, der zum Gutsensemble Gülzow gehört. „Das Projekt verbindet im Sinne der Nachhaltigkeit die Erhaltung historischer Bausubstanz mit zeitgemäßer Nutzung. Die Sanierung durch die Landgesellschaft MV, von meinem Haus mit 3,1 Millionen Euro unterstützt, war dringend notwendig. Das zuletzt unter anderem als Lagerstätte genutzte Bauwerk wies massive Schäden an der Fachwerkkonstruktion der Innen- und Außenwände auf. Der Fachwerkbau hat sich nun in ein modernes Gebäude mit neun Büros für 22 Mitarbeitende verwandelt“, sagte er.

Für die Umgestaltung kamen überwiegend nachwachsende Rohstoffe und ein intelligentes Energiekonzept zum Einsatz. Dazu zählen etwa Hanfdämmung und Lehmputz der Wände,  Hanfbauplatten für die Unterkonstruktion des Deckenputzes, Holzfaserdämmung des Fußbodens und auf Naturmaterialien basierendes Linoleum als Fußbodenbelag.

„Dadurch wurde CO2 eingespart und ein Schritt in Richtung CO2-neutrales Bauen gegangen. Zudem ist ein Mehrwert an Nachhaltigkeit gegeben. Ferner schafft man so ein angenehmes und gesünderes Raumklima. Dass gleichzeitig das Klima und die Umwelt geschützt werden, ist für mich als Klimaschutzminister von besonderer Bedeutung. Ich hoffe auf viele Nachahmer in unserem Land und auch in anderen Regionen. Ich danke der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH als Bauherrin sowie allen am Bau beteiligten Gewerken, den Handwerkern und ausführenden Firmen für ihre hervorragende Arbeit“, sagte er abschließend. 

Die FNR ist ein Projektträger des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Sie wurde 1993 auf Initiative der Bundesregierung mit der Maßgabe ins Leben gerufen, Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte zu nachwachsenden Rohstoffen und anderen biogenen Ressourcen zu koordinieren.

Minister Backhaus: „Wir sind wirklich froh, dass die Fachagentur ihren Sitz in unserem Bundesland hat. Denn damit ist 1993 ein überaus wichtiges Fachthema zu uns ins Land gekommen. Ein Thema, das in Zeiten des Klimawandels noch einmal massiv an Bedeutung gewonnen hat. Es geht um nicht weniger, als Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Klimaneutralität umzusteuern. Ich bin sicher, dass angesichts dieser großen Herausforderungen der Energiewende, des Umwelt- und des Klimaschutzes die Bedeutung der FNR weiter steigen wird. Aber nicht nur das: Die Entscheidung, die FNR in Gülzow zu errichten, war eine Entscheidung für den ländlichen Raum. Das ist für unser Bundesland enorm wichtig.“

Die FNR startete 1993 mit 22 Mitarbeitenden. Heute sind hier mehr als 200 hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

Die FNR hat im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums und des Bundesumweltministeriums seit 1993 knapp 5.600 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe bzw. Nachhaltige erneuerbare Ressourcen koordiniert und dafür Fördermittel in Höhe von 1,56 Milliarden Euro ausgereicht. Weitere 500 Vorhaben wurden seit 2013 mit 185 Millionen Euro aus dem Waldklimafonds gefördert. Daraus ergibt sich für den Zeitraum seit 1993 für die FNR die Gesamtzahl von rund 6.100 Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit einer Förderhöhe von insgesamt 1,75 Milliarden Euro.

Darüber hinaus reichte die FNR während der Laufzeit der Bundeswaldprämie zwischen November 2020 und Oktober 2021 an 113.700 förderberechtigte Antragsteller insgesamt 400 Millionen Euro aus.

Am aktuellen Förderprogramm für ein Klimaangepasstes Waldmanagement nehmen bislang 8.600 Waldbesitzer teil, die insgesamt 1,7 Millionen Hektar Wald bewirtschaften. Seit Inkrafttreten der Förderrichtlinie des BMLEH und BMUKN im Jahr 2022 zahlte die FNR im Auftrag beider Ministerien für den Erhalt, die Entwicklung und Bewirtschaftung klimaangepasster Waldbestände insgesamt mehr als 525 Millionen Euro aus.

Anlagen

Eröffnung Pferdestall FNR (PDF, 0,15 MB)
Eröffnung Pferdestall FNR