MV hält Kurs beim Moor- und Klimaschutz
Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hält unverändert an ihren ambitionierten Klimaschutzzielen fest. Weder das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 noch die festgelegten Sektorziele wurden abgeschwächt. Auch die Bedeutung des Moorschutzes für den Klimaschutz bleibt ausdrücklich anerkannt und gesetzlich verankert. Darauf weist Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um das Klimaverträglichkeitsgesetz hin.
„Mecklenburg-Vorpommern bleibt Vorreiter beim Moorschutz. Unsere Ziele stehen fest: Klimaneutralität bis 2045, konsequente Klimaanpassung und ein wirksamer Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Daran gibt es keinerlei Abstriche“, erklärte Backhaus.
Der Minister betonte zugleich, dass erfolgreicher Klimaschutz dauerhaft nur gemeinsam mit den Eigentümerinnen und Eigentümern sowie den Bewirtschaftern der Flächen gelingen könne.
„Gerade beim Moorschutz brauchen wir Akzeptanz, Vertrauen und praktikable Lösungen. Deshalb setzt Mecklenburg-Vorpommern weiterhin auf Kooperation, Beratung und attraktive Förderangebote statt auf starre Verbotsregelungen. Das Land hält am eingeschlagenen Kurs fest: Die Reduzierung der Moorentwässerung bleibt ein zentraler Baustein der Klimaschutzstrategie Mecklenburg-Vorpommerns“, so Backhaus weiter.
Die Landesregierung verweist darauf, dass die Moorrenaturierung weiterhin als „überragendes öffentliches Interesse“ anerkannt bleibt. Gleichzeitig werde das Prinzip der Freiwilligkeit regelmäßig überprüft. Für das Jahr 2035 ist eine externe Evaluierung vorgesehen, um festzustellen, ob die gesetzten Klimaziele auf diesem Weg erreicht werden können.
Mecklenburg-Vorpommern gehört bundesweit zu den Ländern mit den größten Moorflächen und trägt damit eine besondere Verantwortung für den Klimaschutz. Moore zählen zu den effektivsten natürlichen Kohlenstoffspeichern Europas. Entwässerte Moore verursachen dagegen erhebliche Treibhausgasemissionen.
„Es ist nicht sinnvoll, die Augen vor den Folgen der Entwässerung zu verschließen. Langfristig verlieren entwässerte Moorböden ihre landwirtschaftliche Tragfähigkeit. Deshalb unterstützen wir Betriebe dabei, neue Perspektiven und Nutzungsformen zu entwickeln“, erklärte Backhaus.
Hierfür stehen bereits umfangreiche Beratungs- und Förderprogramme zur Verfügung – unter anderem über die Paludikultur-Richtlinie. Ziel ist es, gemeinsam mit der Landwirtschaft tragfähige Lösungen für Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung zu schaffen.
Mecklenburg-Vorpommern baut seine Vorreiterrolle beim natürlichen Klimaschutz zugleich weiter aus. Mit dem neuen Institut zur Ausbildung von Moorspezialistinnen und Moorspezialisten am Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie werden gezielt Fachkräfte für Moorrenaturierung, Wassermanagement und natürlichen Klimaschutz ausgebildet. Damit schafft das Land die Voraussetzungen, um Moor- und Klimaschutzmaßnahmen langfristig fachlich abzusichern und praktisch umzusetzen.
Backhaus hob hervor, dass Transparenz und Beteiligung während des gesamten Gesetzgebungsverfahrens eine zentrale Rolle gespielt hätten. Neben wissenschaftlichen Gutachten und einer externen Sektorstudie habe es zahlreiche Beteiligungsformate mit Öffentlichkeit, Fachverbänden und Expertinnen und Experten gegeben.
„Klimaschutz gelingt nur gemeinsam. Mecklenburg-Vorpommern setzt deshalb auf Verlässlichkeit, Dialog und einen realistischen Weg, der ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbindet“, sagte Backhaus abschließend.