Dünenverstärkung und Strandaufspülung für 6,2 Mio. Euro bei Glowe
Im Ostseebad Glowe auf Rügen wurde mit der Pflanzung von Strandhafer eine größere Küstenschutzmaßnahme des Landes MV abgeschlossen. Die Pflanzung ist der letzte Arbeitsschritt einer Sandaufspülung im Bereich von Strand und Düne. Die Sandaufspülung selbst wurde bereits zum Jahreswechsel fertiggestellt. Aufgrund der kalten Witterung konnte die Strandhaferpflanzung aber erst jetzt erfolgen.
Das Küstenschutzsystem seeseitig von Glowe wurde mit dieser Maßnahme deutlich gestärkt und soll nun planmäßig wieder über mehrere Jahre sehr schweren Sturmfluten standhalten. Heute fand neben der technische Abnahme der Bauleistungen auch eine symbolische Übergabe der Bauwerke an die Gemeinde durch Minister Dr. Backhaus statt.
„Oft werde ich gefragt, ob der Herbst oder der Winter die richtige Jahreszeit für solche Maßnahmen ist. Grundsätzlich könnten Aufspülungen und die Neuprofilierung von Dünen und Strand auch im Sommer stattfinden. Das würde aber bedeuten, dass wir dann die Strände für touristische Aktivitäten sperren müssen. Insofern stellen Herbst und Winter einen guten Kompromiss zwischen Küstenschutz und Tourismus dar“, erklärt der für Küsten- und Hochwasserschutz zuständige Minister Dr. Till Backhaus. „Mit dieser Baumaßnahme investieren das Land und Bund insgesamt etwa 6,2 Mio. Euro in die Verbesserung des Küstenschutzes. Davon profitiert nicht nur das Ostseebad Glowe hinsichtlich der Sicherheit gegen Sturmhochwasser, sondern auch die Touristen, die in der kommenden Badesaison einen verbreiterten Strand vorfinden werden.“
Insgesamt wurde auf einem Küstenabschnitt von 1.860 m ca. 240.000 m³ Sand aufgespült. Der Sand wurde aus einer landeseigenen marinen Sandlagerstätte vor Koserow gewonnen. Bevor der Sand in den Laderaum des Schiffes gelangt, wird er in zwei Stufen gesiebt. So wird verhindert, dass in der Ostsee befindliche Munitionsreste an den Strand gelangen. Darüber hinaus wurde eine Fläche von ca. 16.000 m² mit Strandhafer bepflanzt.
Bauherr ist das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM), das auch die Planung in Eigenregie und die Bauoberleitung durchgeführt hat. Die bauliche Realisierung der Maßnahme hatte das dänische Unternehmen „Rohde Nielsen A/S“ aus Kopenhagen übernommen.
Die letzte Aufspülung an diesem Küstenabschnitt fand im Jahr 2017 statt. Damals wurden rund 131.000 Kubikmeter Sand aufgespült. Dieses Wiederholungsintervall von ca. 8 Jahren für Aufspülungen entspricht den im Küstenschutz in M-V üblichen Zeiträumen. Grundsatz an im Zusammenhang bebauten sandigen Küsten ist, dass Sanddefizite regelmäßig ausgeglichen werden, um an Rückgangsküsten stabile Verhältnisse und natürliche Sedimenttransportprozesse zu gewährleisten.