„KI birgt Risiken und Chancen für ein gerechtes Leben.“
Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt eröffnet den Fachtag Gleichstellung in Güstrow.
„Für das Erreichen des Verfassungsziels der Gleichstellung sind die Gleichstellungsbeauftragten von großer Bedeutung. Dank ihres Engagements sind wir mittlerweile ein gutes Stück vorangekommen. Sie sorgen dafür, dass Gleichstellung nicht nur ein gesetzlicher Auftrag bleibt, sondern im Alltag von Verwaltungen tatsächlich gelebt wird. Daher ist es gut, dass an dem Fachtag hier in Güstrow erstmals auch die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten teilnehmen. Der Fachtag bietet Raum für Begegnung, für kollegiale Vernetzung, aber auch für neue fachliche Impulse“, begrüßt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt die Teilnehmenden des Fachtags Gleichstellung an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow.
„Das Thema Künstliche Intelligenz greift auch in die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten. Denn längst geht es nicht mehr nur um technische Abläufe. Die KI birgt Risiken für ein Leben, das gerecht sein soll. Sie verändert Entscheidungsprozesse, Kommunikation, Arbeitsorganisation und damit auch die Bedingungen, unter denen Gleichstellung gestaltet wird. KI übernimmt bestehende gesellschaftliche Muster und Ungleichheiten, weil sie aus vorhandenen Daten im Internet lernt. Solche Daten können verzerren und bestehende Diskriminierungen festigen oder sogar verstärken. Betroffen sind Bereiche wie Bewerbungsverfahren, automatisierte Vorauswahlen oder Sprachmodelle, die bestimmte Rollenbilder reproduzieren. Fragen der Fairness, Transparenz und Chancengleichheit müssen daher von Anfang an mitgedacht werden“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.
„Künstliche Intelligenz mahnt uns zu handeln. Persönlichkeitsrechte müssen geschützt, digitale Gewalt muss bekämpft und diskriminierende Auswirkungen verhindert werden. Hochaktuell ist unser Kampf gegen sogenannte Deepfakes, also manipulierte Bilder, Videos oder Audiodateien, die mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt werden. Gerade Frauen sind hiervon überdurchschnittlich häufig betroffen, etwa durch sexualisierte oder pornografische Deepfakes, die ohne Zustimmung verbreitet werden. Es ist gut, dass sich der Bundesrat im März eine Entschließung auf Initiative Mecklenburg-Vorpommerns gefasst hat mit dem Ziel, sogenannte Deepfakes unter Strafe zu stellen. Somit unterstützen wir aktiv wir die Initiative der Bundesministerin der Justiz für einen Schutz vor sexualisierter digitaler Gewalt“, so Justizministerin Bernhardt weiter.
„KI bietet aber auch Chancen. Sie kann Verwaltungsprozesse erleichtern, Wissen besser zugänglich machen und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen. Die neuen Möglichkeiten machen aber auch Dinge sichtbar, die ohne KI vielleicht verborgen geblieben wären. Am heutigen Fachtag hier in Güstrow zeigt die Ausstellung ‚Versäumte Bilder‘ genau das. Das Projekt macht Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen sichtbar, deren Leistungen häufig zu wenig Beachtung gefunden haben. Gleichstellung und Digitalisierung gehören zusammen. Wenn wir die digitale Zukunft gestalten, müssen wir sie gerecht gestalten. Dafür braucht es starke, engagierte und gut vernetzte Gleichstellungsbeauftragte“, sagt Ministerin Jacqueline Bernhardt.