Zukunftsplan bringt mehr Qualitätsverbesserungen

Oldenburg: Kleinere Gruppen – größere Förderung

Nr.094-26  | 28.05.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

„Nach intensiven und konstruktiven Beratungen hat die Landesregierung, den gemeinsamen ‚Zukunftsplan Kita‘ mit den kommunalen Spitzenverbänden, den Trägern, mit der GEW, mit Verdi und dem Landeselternrat-Kita zu verabschieden“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Ich freue mich sehr über diesen Durchbruch. Mit diesem finanziellen Kraftakt werden in einem ersten Schritt die Gruppen in Krippe und Hort bereits ab dem kommenden Jahr kleiner. Das bedeutet, dass die Erzieherinnen und Erzieher mehr Zeit für die Förderung, Betreuung und Bildung der Kinder haben. Mit unserem Zukunftsplan bieten wir den Kindern, Eltern sowie den Erzieherinnen und Erzieher verlässliche Perspektiven.“ 

Der „Zukunftsplan Kita“ sieht ab 2027 eine schrittweise Reduzierung des Fachkraft-Kind-Verhältnisses und damit spürbare Entlastungen für das pädagogische Fachpersonal vor:

Ab dem 1. Januar 2027 wird das Fachkraft-Kind-Verhältnis in der Krippe von 1 zu 6 auf 1 zu 5 gesenkt. Zum 1. August 2027 wird zudem die Gruppengröße im Hort von 1 zu 22 auf 1 zu 21 reduziert. Für beide Verbesserungen bringt die Regierungskoalition aus SPD und Die Linke noch im Juli einen entsprechenden Antrag zur Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes in den Landtag ein.

  • Ab dem 1. Januar 2028 folgt eine Absenkung der Gruppengröße im Kindergarten auf 1 zu 13.
  • Ab dem 1. Januar 2029 wird der Personalschlüssel im Hort auf 1 zu 20 weiter reduziert.
  • Ab 2030 werden mit allen Beteiligten weitere Verbesserungen beraten. 

Die Qualitätssteigerungen haben keine finanziellen Auswirkungen auf die kommunalen Haushalte. Sondern sie werden aus zusätzlichen finanziellen Mitteln des Bundes aus dem Anspruchs- und Anwartschaftsüberführungsgesetz (AAÜG) für ehemalige DDR-Staatsbedienstete finanziert. 

„Unser Ziel ist eine weitere Qualitätssteigerung in der pädagogischen Arbeit durch die Absenkung der Fachkraft-Kind-Relation. Wir geben den Erzieherinnen und Erziehern Beschäftigungsperspektiven in der Kindertagesförderung, aber auch beispielsweise in Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, durch Fortbildungsangebote“, so die Bildungsministerin. „Dafür beginnen bereits im Juni regionale ‚Runde Tische‘ unter Federführung der Kommunen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten. Hier sprechen wir konkret mit allen Beteiligten standortgenau über die Zukunft der Kindertagesförderung in den jeweiligen Regionen.“ 

Diese Verbesserungen des Zukunftsplans folgen auf umfassende Maßnahmen für Kinder, Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher, die die Landesregierung in dieser Wahlperiode bereits umgesetzt hat:

Über 1.200 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher konnten durch mehr Landesgeld eingestellt werden, um den Mindestpersonalschlüssel in den Kitas umzusetzen.

  • Abschluss des Landesrahmenvertrages.
  • Übernahme der Sprachkitas in die Landesförderung.
  • Schrittweise Senkung des Fachkraft-Kind-Verhältnisses von 1:18 auf 1:14.
  • Beitragsfreiheit für alle Kinder in Krippe, Kita, Kindertagespflege, Hort und Ferienhort entlastet die Familien. Eltern sparen je Kind bis zu 18.000 Euro an Betreuungskosten.
  • Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird für Grundschulkinder der Rechtsanspruch auf einen Hortplatz schrittweise eingeführt. Dieser gilt unabhängig von der Erwerbstätigkeit der Eltern.
  • Kitas in MV haben die längsten Öffnungszeiten bundesweit und bieten den Eltern eine hohe Verlässlichkeit durch wenige Schließtage im Jahr.