Mecklenburg-Vorpommern hilft Zukunft des Bundesmelkwettbewerbs zu sichern
Der traditionsreiche Bundesmelkwettbewerb stand vor dem Aus – nun wurde er mit einem grundlegend modernisierten Konzept erfolgreich fortgeführt. Maßgeblich daran beteiligt waren Fachleute aus Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig kommt auch die neue Bundessiegerin erneut aus dem Norden: Ingrid Vogt aus Langenfelde gewann den Wettbewerb bereits zum zweiten Mal.
„Der Bundesmelkwettbewerb ist weit mehr als ein Traditionsformat. Er steht für berufliche Exzellenz, Tierwohl, moderne Landwirtschaft und Leidenschaft für die Arbeit mit Milchkühen. Deshalb war es wichtig, diesen Wettbewerb nicht sterben zu lassen“, erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.
Der Wettbewerb wird seit 1951 durchgeführt und zählt zu den ältesten bundesweiten Berufswettbewerben der Landwirtschaft. Nachdem die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ihre organisatorische Unterstützung nicht fortführen wollte, drohte das Ende der traditionsreichen Veranstaltung.
Insbesondere Steffen Schildt als langjähriger Preisrichter beim Wettbewerb sowie Dr. Anke Römer von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern setzten sich gemeinsam mit Fachleuten aus mehreren Bundesländern für den Erhalt ein. Ergebnis war ein umfassend modernisiertes Wettbewerbsformat, das aktuelle Anforderungen der Milchviehhaltung stärker berücksichtigt.
„Dank des Engagements der Fachkommission konnte der Wettbewerb nicht nur erhalten, sondern zukunftsfähig weiterentwickelt werden. Das ist ein wichtiges Signal für die Fachkräftesicherung, die Wertschätzung landwirtschaftlicher Berufe und die Zukunft der Milchviehhaltung in Deutschland“, sagte Backhaus.
Künftig stehen nicht mehr Geschwindigkeit und Routine im Vordergrund, sondern Qualität, Tierwohl, Fachwissen und moderne Verfahren. Das bisherige „Melken auf Zeit“ wurde abgeschafft. Stattdessen werden neue Disziplinen eingeführt – darunter automatische Melkverfahren mit Melkrobotern, Tierwohlbewertungen direkt am Tier, die korrekte Probenahme für bakteriologische Milchuntersuchungen sowie die Beurteilung der Eutergesundheit anhand von Milchkontrolldaten.
Darüber hinaus wird der Wettbewerb künftig stärker ganzheitliches Wissen rund um die moderne Milchviehhaltung abbilden – von Gesundheitsmonitoring und Sensortechnik bis hin zu Fragen der Kälberaufzucht und Klauengesundheit.
„Moderne Milchviehhaltung bedeutet heute weit mehr als nur Melken. Es geht um Tiergesundheit, digitale Verfahren, Hygiene, Tierwohl und verantwortungsvolle Bestandsführung. Genau das muss sich auch in einem zeitgemäßen Berufswettbewerb widerspiegeln“, so Backhaus.
Der Minister betonte zugleich die hohe Bedeutung des Wettbewerbs für den landwirtschaftlichen Nachwuchs: „Der Wettbewerb motiviert junge Tierwirtinnen und Tierwirte, macht Spitzenleistungen sichtbar und stärkt das gesellschaftliche Bewusstsein für die Professionalität moderner Milchproduktion. Wer täglich Verantwortung für Tiere übernimmt, verdient Anerkennung und Respekt.“
Ende April fand an den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf in Bayern ein erster Testlauf des neuen Formats mit neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland statt.
Besonders erfolgreich verlief der Wettbewerb erneut für Mecklenburg-Vorpommern: Ingrid Vogt aus Langenfelde verteidigte ihren Bundessieg erfolgreich. Ihre Ausbildung absolvierte sie im Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog in Steinhagen, heute arbeitet sie im elterlichen Betrieb.
„Der erneute Bundessieg zeigt eindrucksvoll die hohe Qualität der Ausbildung und der praktischen Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu gratuliere ich Frau Vogt ganz herzlich“, sagte Backhaus.
Das neue Wettbewerbsformat soll dauerhaft etabliert und in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Der nächste Wettbewerb ist bereits für 2028 im baden-württembergischen Aulendorf geplant. Ziel bleibt es, moderne Milchviehhaltung praxisnah abzubilden, junge Fachkräfte bundesweit zu vernetzen und die Freude an der Arbeit mit Nutztieren zu stärken.