Milchwirtschaft hat für MV enorme wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung
Zum bevorstehenden Tag der Milch am 1. Juni wird Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus am Montag ab 9 Uhr die zentrale Veranstaltung für Mecklenburg-Vorpommern auf dem Neuen Markt in Rostock eröffnen.
Für diesen Tag hat die AG Milch Schulen aus Rostock eingeladen. Die Molkereien des Landes, der Rinderzuchtverband und der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern werden mit Informationsständen vertreten sein. Besucherinnen und Besucher können sich auf Verkostungen regionaler Milchprodukte, Informationen rund um die Milchviehhaltung sowie einen Traktor-Parcours freuen.
„Milch entsteht nicht im Supermarkt, sondern auf unseren Höfen. Hinter jedem Liter Milch stehen Menschen, die an 365 Tagen im Jahr Verantwortung für ihre Tiere übernehmen. Der Tag der Milch ist deshalb auch ein Tag der Wertschätzung für unsere Milchbäuerinnen und Milchbauern“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.
Die Milchwirtschaft zählt zu den wichtigsten Bereichen der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Aktuell werden im Land rund 145.100 Milchkühe in 594 Milchviehbetrieben gehalten. Sie erzeugen jährlich weit über eine Milliarde Kilogramm Milch und sichern Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze weit über die Landwirtschaft hinaus – in Molkereien, im Transportgewerbe, in der Futtermittelwirtschaft, im Handwerk, in der Landtechnik und in der Verarbeitung.
„Milchwirtschaft hat für Mecklenburg-Vorpommern enorme wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Sie steht für regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und lebendige ländliche Räume. Deshalb sage ich ganz klar: Ein Mecklenburg-Vorpommern ohne Tierhaltung wäre ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich ein Fehler“, betont Backhaus.
Gleichzeitig beobachtet der Minister die Entwicklung der Tierhaltung mit Sorge. 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern rund 443.900 Rinder gehalten – rund zehn Prozent weniger als noch 2019. Besonders deutlich wird der Rückgang bei den Milchkühen: Ihre Zahl sank von 161.900 Tieren im Jahr 2019 auf aktuell 145.100 Tiere.
Hinzu kommt die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe. Die Auszahlungspreise für Milch sind zuletzt deutlich gesunken. Gleichzeitig haben sich wichtige Betriebskosten erheblich erhöht. Besonders die Preise für Energie, Kraftstoffe und Betriebsmittel belasten die Unternehmen. Der Dieselpreis stieg innerhalb kurzer Zeit von rund 1,33 Euro auf zeitweise etwa zwei Euro je Liter.
„Wer hohe Standards beim Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz fordert, muss auch über deren Finanzierung sprechen. Tierwohl gibt es nicht zum Nulltarif. Stallmodernisierungen, Klimaanpassung und moderne Technik kosten Geld. Deshalb brauchen unsere Betriebe Planungssicherheit und verlässliche politische Rahmenbedingungen“, so der Minister.
Einen wichtigen Beitrag leistet das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP). Nachdem die Förderobergrenze von zwei auf 2,5 Millionen Euro angehoben wurde, konnten deutlich mehr Investitionen unterstützt werden. Die Zahl der geförderten Projekte stieg von 36 im Jahr 2023 auf 89 im Jahr 2025. Das Fördervolumen erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 5,8 auf 12,2 Millionen Euro. Dadurch wurden Gesamtinvestitionen von rund 40 Millionen Euro ermöglicht.
Mit Sorge blickt Backhaus zudem auf die Diskussionen zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) nach 2028. Nach ersten Berechnungen könnten mehr als 1.000 landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern von geplanten Kürzungen durch Kappung und Degression betroffen sein.
„Die Einkommensstützung der GAP ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Landwirtschaft unter europäischen Standards wirtschaftlich bestehen kann. Wer Versorgungssicherheit, regionale Lebensmittel und starke ländliche Räume will, muss auch die wirtschaftlichen Grundlagen dafür sichern. Dafür werde ich mich persönlich einsetzen“, erklärt Backhaus.
Abschließend dankt der Minister der AG Milch, den Molkereien des Landes, dem Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern, dem Rinderzuchtverband sowie allen beteiligten Unternehmen, Lehrerinnen und Lehrern, Ehrenamtlichen und Helferinnen und Helfern.
„Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Landwirtschaft sichtbar zu machen. Gerade junge Menschen sollen erleben können, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie moderne Landwirtschaft heute funktioniert. Solche Begegnungen brauchen wir dringender denn je.“
Anlagen
Tag der Milch 2026
(PDF, 0,15 MB)
Tag der Milch 2026