1. Hitzeschutzsymposium für Mecklenburg-Vorpommern: Ministerin Drese wirbt für stärkeren gesundheitlichen Hitzeschutz
Mit etwa 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vom Land, Kommunen, Gesundheitsämtern, Verbänden sowie aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und Wissenschaft findet am (heutigen) Freitag in Schwerin das erste landesweite Hitzeschutzsymposium statt. Gesundheitsministerin Stefanie Drese hob zum Start des Symposiums die wachsende Bedeutung des gesundheitlichen Hitzeschutzes gerade hervor.
„Der Hitzeschutz ist längst auch in Mecklenburg-Vorpommern und im gesamten Norden Deutschlands zu einem gesellschaftlich relevanten Thema geworden. Der Klimawandel zeigt sich zunehmend durch längere Hitzeperioden, tropische Nächte, Temperaturen von über 30 Grad in Gebäuden, aber auch durch mehr Starkregenereignisse und milde Winter“, erklärte Drese.
Bereits über Pfingsten habe es in diesem Jahr erste spürbare Hitzebelastungen gegeben. Mit Blick auf die aktuellen extremen Hitzeperioden in Frankreich und Großbritannien werde deutlich, worauf sich auch Deutschland künftig einstellen müsse.
Während bei klimawandelbedingten Extremwetterlagen häufig an Landwirtschaft, Hochwasser oder Waldbrände gedacht werde, seien die Auswirkungen auf die Gesundheit bislang noch nicht ausreichend im öffentlichen Bewusstsein verankert, so die Ministerin. „Dabei sind die gesundheitlichen Folgen gravierend.“
Wesentliche Ziele des Symposiums seien deshalb, Aufmerksamkeit auf ein immer wichtiger werdendes Thema zu lenken, Fachakteure zu vernetzen und voneinander zu lernen. Viele der Teilnehmenden seien wichtige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die das Thema Hitzeschutz in ihre Einrichtungen, Kommunen und Organisationen tragen können, so die Ministerin.
Drese betonte, dass besonders ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, Kinder, aber auch Beschäftigte unter hohen körperlichen Belastungen betroffen sind. „Vor allem diese Gruppen brauchen unsere Unterstützung für einen wirksamen Hitzeschutz“, sagte Drese.
Neben den direkten Auswirkungen von Hitze verwies Drese auch auf neue gesundheitliche Risiken infolge des Klimawandels. So nähmen Infektionskrankheiten wie das West-Nil-Virus oder die durch Zecken übertragene FSME zu. Auch Allergien durch verlängerte Pollenflugsaisons sowie höhere UV-Belastungen für Haut und Augen stellten zusätzliche Herausforderungen dar. Darüber hinaus könnten hohe Temperaturen die Wirkweise bestimmter Medikamente beeinträchtigen.
Die Ministerin betonte, dass bereits zahlreiche Maßnahmen angestoßen worden seien. „Wir brauchen hitzeresiliente Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, mehr schattenspendende Grünflächen in unseren Städten sowie eine stärkere Verankerung von Klimawissen in der medizinischen Ausbildung“, so Drese. Ebenso wichtig seien präventive Gesundheitskonzepte und klare Notfallpläne für extreme Wetterlagen.
Vor etwa einem Jahr habe das Gesundheitsministerium den „Gesundheitsbezogenen Hitzeschutzplan Mecklenburg-Vorpommern“ veröffentlicht. Dieser diene als praxisnahe Handreichung zum Schutz der Bevölkerung und enthalte konkrete Empfehlungen sowie Best-Practice-Beispiele aus anderen Bundesländern und Institutionen mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit Hitzeereignissen.
„Mit dem Hitzeschutzplan haben wir bewusst einen langfristigen Austauschprozess mit möglichst vielen Akteurinnen und Akteuren angestoßen. Das heutige Symposium hebt diesen Austausch auf ein neues Niveau und ist ein weiterer wichtiger Baustein für einen nachhaltigen gesundheitlichen Hitzeschutz in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte Drese.
Der „Gesundheitsbezogene Hitzeschutzplan Mecklenburg-Vorpommern“ ist dieser Pressemitteilung angehängt.