„Kuddelmuddel“ ist plattdeutsches Wort des Jahres

Kulturministerin Bettina Martin gratuliert den Gewinnerinnen und Gewinnern

Nr.106/26  | 30.05.2026  | WKM  | Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten

Am 30. Mai wurden im Schloss in Stavenhagen die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs „Plattdeutsches Wort des Jahres 2026“ ausgezeichnet.

Der vom Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. und dem Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen ausgelobte Preis wurde in mehreren Kategorien vergeben. Neu ist in diesem Jahr der Jugendpreis „Junge Lüd bet 25“.

Kulturministerin Bettina Martin gratuliert allen Gewinnerinnen und Gewinnern und dankt dem Organisationsteam:

„Plattdeutsch ist mehr als Tradition. Es ist Heimat, Sprache mit Witz, Wärme und Plattdeutsch hat Zukunft. Genau das zeigt das große öffentliche Interesse, das der ganze Wettbewerb jedes Jahr auf die plattdeutsche Sprache lenkt.

Ich finde es toll, dass dieses Interesse mit dem Preis für Einreichungen von Personen unter 25 Jahren nun noch mehr honoriert und besonders ausgezeichnet wird. Sie sollen schließlich die plattdeutsche Sprache in Mecklenburg-Vorpommern in die Zukunft tragen.“

Hauptpreis 2026: „Kuddelmuddel“

Der Hauptpreis geht in diesem Jahr an den Plattdeutschkurs des Evangelischen Schulzentrums Demmin „Katharina von Bora“ für das Wort „Kuddelmuddel“, das so viel wie „Durcheinander“ oder „Unordnung“ bedeutet. Eingereicht hatte es die stellvertretende Schulleiterin Bianka von Pokrzywnicki.
Die Jury bezeichnete in Ihrer Entscheidung den Ausdruck als überzeugendes, humorvolles und zugleich sehr gebräuchliches Wort für Situationen, in denen alles ein wenig durcheinandergerät.

Neu: Plattdeutsches Jugendwort: „gnadellig“

Neu ist 2026 der Jugendpreis „Junge Lüd bet 25“. Hier gewann das Wort „gnaddelig“.

Das Wort bedeutet „mürrisch“ oder „schlecht gelaunt“. Gewinnerin ist Jule Bolz, 16 Jahre alt und aus Siedenbrünzow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte).

Die Jury befand, dass die Einreichung sehr gut zeigt, dass Plattdeutsch auch für junge Menschen ein lebendiger Sprachschatz ist.

Redewendung 2026: „Man möt ierst krupen, ihrer man löppt.“

Gerlinde Block aus Lübz reichte diese alte Weisheit ein, die übersetzt bedeutet „Man muss erst kriechen, bevor man läuft“.

Die Redewendung bringt in knapper, anschaulicher Form eine Lebenserfahrung auf den Punkt: Entwicklung braucht Zeit, Geduld und kleine Schritte.

„Tauhusmarachen“ ist Publikumsliebling

Außerdem wurde in einem Online-Voting der Publikumspreis für 2026 vergeben, eingereicht von Siegfried Kasten aus Goldenstädt. Rund 40 Prozent der Abstimmungen entschieden sich für die Niederdeutsche Version von „Homeoffice“ bzw. „Heimarbeit“.

Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier:
https://frlm-mv.de/plattwort-des-jahres-2026/

 

Plattdeutsche Wochen starten ebenfalls am 31. Mai

Vom 31. Mai bis zum 28. Juni findet unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit den 6. Plattdeutschen Wochen in Mecklenburg-Vorpommern ein weiteres Highlight für die Pflege der Niederdeutschen Sprache statt. Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
Bis Ende Juni bieten die Wochen unter ihrem Dach eine große Vielfalt von Veranstaltungen überall in Mecklenburg-Vorpommern an. Von Lesungen und Bücherabenden bis hin zu Theateraufführungen.

Das Plattdeutsche Wort und die Plattdeutschen Wochen werden über den Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern mit Kulturfördermitteln des Landes unterstützt.

Das Kulturministerium unterstützt die Arbeit des Heimatverbandes in Mecklenburg-Vorpommern e.V. jährlich mit rund 70.000 Euro.