Drese: Psychische Gesundheit junger Menschen stärker in den Fokus rücken

Nr.124  | 04.06.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen müsse angesichts zunehmender Belastungen noch stärker in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen und politischen Handelns rücken. .„Die Nachwirkungen der Pandemie, globale Unsicherheiten und der Leistungsdruck im digitalen Zeitalter hinterlassen bei vielen jungen Menschen deutliche Spuren“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese heute während einer Aussprache des Landtags zum Thema psychische Gesundheit junger Menschen.

Gefühle von Überforderung, Einsamkeit und Zukunftsängsten prägten für viele längst den Alltag. „Deshalb ist es unsere gemeinsame Verantwortung, psychische Gesundheit genauso ernst zu nehmen wie körperliche Gesundheit: durch niedrigschwellige Hilfsangebote, verlässliche Ansprechpartner und eine Kultur des Hinsehens. Junge Menschen brauchen die Gewissheit, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind“, so Drese.

Die Ministerin verdeutlichte, dass das Land in den letzten Jahren vielfältige Aktivitäten entfaltet hat, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Drese verwies dabei auf die Ende 2025 verabschiedete Landesstrategie „Gesundheitsförderung und Prävention“. Mit einem Fördervolumen von vier Millionen Euro sei sie das bislang größte Präventionsprogramm des Landes. Psychische Gesundheit bildet darin eines von vier Schwerpunktthemen.

Als weitere Beispiele benannte Drese das Projekt „Prävention, Früherkennung und Frühintervention von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen“ des Landesverbandes Sozialpsychiatrie. Dieses sorge dafür, dass Fachkräfte mit einem Konzept zur Früherkennung und Frühintervention von psychischen Erkrankungen von jungen Menschen ausgestattet sind. „Für schnellere Hilfe, wenn es drauf ankommt“, so Drese.

„Besonders wertvoll ist aus meiner Sicht außerdem unser Präventionsprogramm „Verrückt? Na und!“. Das Angebot für Schulen wirkt als Eisbrecher für das noch oft tabuisierte Thema, ermutigt Schulen, über eigene Strategien nachzudenken und hilft vor allem den Schülerinnen und Schülern. Sie hören im Projekt direkt von Menschen, die selbst psychisch erkrankt waren, sprechen über den konstruktiven Umgang mit Belastungen oder Problemen und fungieren vor allem auch als Türöffner in Unterstützungsangebote“, erklärte Drese.

Es sei zuletzt außerdem gelungen, ganz neue Angebote aufzubauen. Etwa die KipsFam-Landesfachstelle mit ihren acht Regionalstellen, die erstmal Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen, deren Eltern mit erheblichen psychischen Belastungen zu kämpfen haben. Die Unterstützung endet heute also nicht mehr bei den Eltern, sondern schließt die gesamte Familie mit ein“, betonte die Ministerin. Noch in diesem Jahr solle es außerdem eine neue Wanderausstellung geben, die mentale Gesundheit vor allem im Kontext der digitalen Welt beleuchte. Das kündigte die Ministerin heute an.

Drese: „Trotzdem muss mentale Gesundheit auch fernab dieser Projekte gesamtgesellschaftlich mehr Berücksichtigung finden. Dazu kann auch jede und jeder etwas beitragen, indem wir hinsehen, nachfragen und signalisieren: Niemand muss mit seinen Sorgen allein bleiben.“