72. Deutsche Forstvereinstagung in Rostock – 16 Millionen Bäume für MV
Mecklenburg-Vorpommern setzt beim Waldumbau und der Waldmehrung bundesweit Maßstäbe. Das betonte Forstminister Dr. Till Backhaus heute bei der Eröffnung der 72. Deutschen Forstvereinstagung in der Rostocker Stadthalle. Zu Deutschlands größtem forstlichen Fachkongress werden in den kommenden Tagen rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Europa und Vietnam erwartet.
„Unsere Wälder sind weit mehr als Holzlieferanten. Sie sind Klimaschützer, Wasserspeicher, Lebensraum, Erholungsort und ein Stück Heimat zugleich. Wer über Klimaschutz spricht, darf über den Wald nicht schweigen. Deshalb investieren wir so stark wie nie zuvor in die Zukunft unserer Wälder“, sagte Backhaus.
Mecklenburg-Vorpommern gehört bundesweit zu den wenigen Ländern, deren Waldfläche weiterhin wächst. Seit 2012 hat sie um 5.688 Hektar zugenommen und umfasst heute 582.361 Hektar. Der Waldanteil liegt inzwischen bei 25 Prozent der Landesfläche. Als Backhaus 1998 das Amt des Forstministers übernahm, lag dieser Wert noch bei rund 20 Prozent.
Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet die Landesinitiative „Unser Wald in MV“. Mit 20 Millionen Euro Landesmitteln wurde das größte staatliche Aufforstungsprogramm in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns aufgelegt. Bis zum Ende der aktuellen Pflanzsaison entstehen dadurch mehr als 2.000 Hektar neuer Wald. Bei durchschnittlich 8.000 Bäumen pro Hektar entspricht dies rund 16 Millionen neu gepflanzten Bäumen. Allein im Rahmen von Bürgerpflanzaktionen wurden bereits mehr als 100.000 Bäume gemeinsam mit den Menschen im Land gepflanzt.
Für Backhaus ist dabei nicht allein die Waldfläche entscheidend, sondern vor allem deren Zukunftsfähigkeit.
„Wir pflanzen nicht einfach mehr Wald, sondern den Wald der Zukunft. Unser Ziel sind stabile, klimaresiliente Mischwälder mit hoher biologischer Vielfalt. Damit stärken wir die Anpassungsfähigkeit unserer Wälder an Trockenheit, Stürme und Schädlinge und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“
Die Bedeutung der Wälder für den Klimaschutz sei enorm. Die Wälder Mecklenburg-Vorpommerns binden jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Kohlenstoff und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele.
Zugleich verwies der Minister auf die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes. Das Cluster Forst und Holz umfasst in Mecklenburg-Vorpommern rund 2.800 Unternehmen mit etwa 15.500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 1,4 Milliarden Euro.
Die Deutsche Forstvereinstagung bringe Wissenschaft, Praxis, Politik und Gesellschaft zusammen und leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels.
„Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass Waldschutz, nachhaltige Nutzung und Klimaschutz kein Widerspruch sind. Waldmehrung ist möglich – wenn man den politischen Willen dazu hat“, so Backhaus.