Arche-Tag auf dem Luisenhof in Wiebendorf im Zeichen der Milchkühe
Unter dem Motto „Milchkühe“ findet am kommenden Sonntag, 7. Juni, der 13. Arche-Tag auf dem Luisenhof in Wiebendorf bei Boizenburg statt. Ab 11 Uhr öffnet der Luisenhof seine Stalltore. In alter Gewohnheit stellen Arche-Bauernhöfe der Arche-Region Flusslandschaft Elbe ihre Arbeit, Tiere und Produkte vor. Zudem präsentieren sich Kooperationspartner mit Informations- und Verkaufsständen Es werden Vorträge über das Thema Milchkühe gehalten, es gibt Hofführungen und Mitmach-Angebote für Kinder.
„Traditionell präsentieren Arche-Bauernhöfe ihre Arbeit, ihre Tiere und ihre Produkte. Dabei haben Interessierte die Gelegenheit, die hinter diesen Produkten stehenden Menschen persönlich kennenzulernen und etwas über die Arche-Region Flusslandschaft Elbe zu erfahren. Das ist wichtig und gut und macht den Reiz solcher Veranstaltungen aus. Denn Transparenz schafft Vertrauen“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.
Der Luisenhof in Wiebendorf ist ein Demeter- und Bioland-zertifizierter Milchviehbetrieb. Der Arche Bauernhof hält neben Rindern (Angler Rind - alte Zuchtrichtung und Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind) ebenso Milchkühe und zieht Kälber auf. Ebenfalls wird eine kleine Herde des vom Aussterben bedrohten Rauwolligen Pommerschen Landschafes gehalten sowie Hühner und mehrere Bienenvölker.
Die bewirtschaftete Fläche des Luisenhofs beträgt 370 Hektar. (Dauergrünland und Acker). In der Landwirtschaft sind fünf Mitarbeitende tätig. Hofladen und Café werden von vier weiteren Mitarbeitenden bewirtschaftet. Eigentümer ist die Familie Böhmann. Sie erwarb den Hof 2016 und wandelte das bis dahin konventionell geführte Landwirtschaftsunternehmen innerhalb von drei Jahren in einen biologisch wirtschaftenden Betrieb um.
Seit 2019 werden die Bio-Milchprodukte in Velten am Berliner Stadtrand in der eigenen Bio-Molkerei, der Luisenhof Milchmanufaktur hergestellt. Die Kuhmilch stammt vom Hof in Wiebendorf sowie von weiteren, rund 35 engagierten Landwirten in der Region, die auch Bio-Schafs- und Bio-Ziegenmilch zur Verfügung stellen.
Im Rahmen der Agrarinvestitionsförderung erhielt das Unternehmen 2020/ 2021 rund 402.330 Euro Förderung, unter anderem für die Modernisierung der Milchviehanlage, die , Erweiterung der Hofbefestigung sowie für den Kauf von mobilen Bio-Legehennenställen.
Zusätzlich wurde der Luisenhof im Rahmen der Richtlinie zur Förderung der Erhaltung tiergenetischer Ressourcen in der Landwirtschaft gefördert. So wurden im Jahr 2021 weitere Zuwendungen in Höhe von 16.000 Euro für die Haltung von zwölf weiblichen und zwei männlichen Tieren der Rasse Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind bewilligt.
Da dem Luisenhof eine nachhaltige Fleischproduktion sehr am Herzen liegt, wird die Aufzucht der Tiere über drei Jahre geplant. Gleichzeitig hat eine regionale Vermarktung des Fleisches, insbesondere über den eigenen Hofladen, oberste Priorität.
Der Gastgeber des 13. Arche-Tags ist Partner des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe und seit 2020 von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) als Arche-Betrieb anerkannt.
„Der Region Flusslandschaft Elbe kommt eine besondere Bedeutung zu, denn sie wurde im Jahr 2011 als erste Arche-Region Deutschlands durch die GEH anerkannt. Bis heute beteiligen sich rund 30 landwirtschaftliche Betriebe sowie weit über 190 Familien und Einzelpersonen (Arche-Halter) in diesem Netzwerk zum Erhalt gefährdeter Haustierrassen. Bemerkenswert ist, dass in der Arche-Region Flusslandschaft Elbe insgesamt weit mehr als 50 Prozent der gefährdeten Nutztierrassen gehalten werden, welche derzeit auf der rund 130 Rassen zählenden Roten Liste der GEH stehen. Besonderer Wert wird auf regionale Rassen gesetzt“, sagt Minister Backhaus.
Der Förderverein Arche-Region Flusslandschaft Elbe e.V. unterstützte von 2014 bis 2024 die Arche-Region. Mittlerweile hat sich eine Regionalgruppe der GEH gebildet, die sich insbesondere um das Thema der Zucht kümmert. Weitere Unterstützung erfolgt durch das Biosphärenzentrum Amt Neuhaus.
Anschließend geht Backhaus auf Bio-Unternehmen in MV ein, denen eine besondere Rolle zukommt. „Wir haben bei uns Strukturen, die zukunftsgerichtet und wettbewerbsfähig sind. Denn auch die ökologisch wirtschaftenden Betriebe versorgen uns in Krisenzeiten mit guten, sicheren und gleichzeitig bezahlbaren Nahrungsmitteln. Von daher ist mir die kontinuierliche Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus ein großes Anliegen.“
Gleichzeitig steht die Bio-Branche vor enormen Herausforderungen, etwa durch gestiegene Produktionskosten und Inflation. „Gerade deshalb ist die Förderung der ökologischen Wirtschaftsweise ein wichtiger Pfeiler für die Entwicklung des ökologischen Landbaus in MV.“
In der aktuellen Förderperiode werden insgesamt 230 Millionen Euro für die Honorierung der ökologischen Wirtschaftsweise zur Verfügung gestellt. Die geplante jährliche Auszahlung stieg ab dem Jahr 2024 von jährlich ca. 35 Millionen Euro auf ca. 45 Millionen Euro/Jahr.
Zum 31. März 2026 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 206.504 Hektar biologisch bewirtschaftet, dies entspricht rund 16 Prozent der gesamten Agrarfläche des Landes. Insgesamt sind 1.469 Unternehmen biozertifiziert, davon 1.191 landwirtschaftliche Betriebe.
Abschließend dankt Backhaus allen Akteuren des 13. Arche-Tages. „Mit Menschen wie Ihnen wird es auch zukünftig gelingen, die Arche-Region als auch den ökologischen Landbau im Land nachhaltig zu entwickeln und zu befördern. Mein besonderer Dank gilt dem Luisenhof, Familie Böhmann, dem Biosphärenzentrum Amt Neuhaus sowie allen Beteiligten. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Öko-Landwirtschaft sichtbar zu machen. Solche Begegnungen brauchen wir dringender denn je.“
Anlagen
Archetag
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Archetag