Ministerpräsidentin gratuliert diakonischen Werken in MV zu Jubiläen
Bei einem Festakt im Dom zu Schwerin gratulierte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu 175 Jahren Stift Bethlehem, 35 Jahren Diakoniewerk Neues Ufer und 5 Jahren Diakonie Westmecklenburg-Schwerin: „Die diakonische Arbeit mit all ihren Angeboten ist ein wichtiger Teil unseres Landes und unseres Sozialstaates. Sie tragen dazu bei, dass bei allem gesellschaftlichen Wandel und bei allen individuellen Schicksalsschlägen niemand durchs soziale Netz fällt. Sie machen unser Land menschlicher“, würdigte sie das Wirken der Diakonie.
„Diakonie meint „Dienen“: den Dienst am Menschen im kirchlichen Rahmen. Die Wahrnehmung sozialer Verantwortung und praktische Nächstenliebe. Gemeinnützige Unternehmen folgen nicht der Gewinnmaximierung als oberstem Ziel, sondern dem Wohl der Menschen“, betonte die Ministerpräsidentin. Gemeinnützige Unternehmen müssten jeden Tag den Spagat meistern, effiziente Arbeitsprozesse und wirtschaftlichen Mitteleinsatz mit dem Wohl der ihnen anvertrauten Menschen in Einklang zu bringen. Die Diakonie Westmecklenburg-Schwerin habe in ihrer Geschichte immer wieder bewiesen, dass sie als soziales Unternehmen wirtschaftlich am Puls der Zeit sei.
Schwesig machte zudem auf die aktuellen Herausforderungen aufmerksam, vor denen gemeinnützige Unternehmen gegenwärtig stehen: „Auch den gesellschaftlichen und sozialpolitischen Veränderungen muss die Diakonie immer wieder neu begegnen. Zum Beispiel bei der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes und in der Diskussion um die Pflegereform. Mir ist wichtig, dass bei allen Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit der Mensch im Mittelpunkt steht.“ Immer neue Vorschläge zu Mehrarbeit und Leistungskürzungen seien ungerecht, verunsicherten und führten zu nichts. Eine Pflegereform, die nur ein Belastungspaket ist, verfehle ihre Wirkung. „Deshalb ist meine Forderung, dass der Bundeskanzler alle an einen Tisch holt: die Ministerpräsidenten, die Sozialpartner, Unternehmen und Gewerkschaften. Ein Gesamtpaket für Reformen in Deutschland muss gleichzeitig die Wirtschaft ankurbeln und die sozialen Sicherungssysteme modernisieren“, so Schwesig weiter.