Kulturstaatssekretärin Bowen spricht auf Sommertagung „Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken!“

„Wir dürfen einen Zustand, in dem sich viele Menschen nicht mehr mitgenommen fühlen, nicht als normal akzeptieren“

Nr.119/26  | 11.06.2026  | WKM  | Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten

Kulturstaatssekretärin Susanne Bowen hat heute (11. Juni 2026) in Greifswald anlässlich der Sommertagung des Landesprogramms Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken: „Klare Kante und Dialog – Demokratie lebt vom Mitmachen“ die mehr als 100 Teilnehmenden aus zivilgesellschaftlichen Demokratieprojekten, aus der Verwaltung und weitere Akteure des Landesprogramms „Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken!“ begrüßt. In ihrer Ansprache betonte sie die unverzichtbare Rolle der Demokratieakteure im Land für ein liberales, tolerantes Miteinander:

 

„Unterschiedliche Interessen sind selbstverständlicher Bestandteil demokratischer Gemeinwesen. Genauso selbstverständlich sollte die Fähigkeit zur Lösung von Meinungsverschiedenheiten und zur Aushandlung demokratischer Entscheidungsprozesse sein. Politische Bildung und Demokratiestärkung sind dafür wesentliche Grundlagen. Wir müssen Menschen in Debatten einbeziehen, Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und Prozesse transparent und nachvollziehbar kommunizieren.“

 

Den Teilnehmenden dankte Bowen für ihr intensives Engagement:

 

„Wir blicken in diesem Jahr auf 20 Jahre „Landesprogramm Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken!“ zurück und auf das in dieser Zeit Aufgebaute dürfen alle Akteure zu Recht stolz sein. Seien Sie gewiss, dass sich das Kulturministerium auch künftig für die Beratungs- und Unterstützungsstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern einsetzen wird.“

Ausrichter der Sommertagung sind die Landeskoordinierungsstelle für Demokratie und Toleranz in der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und die Geschäftsstelle der Initiative „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“. Einmal jährlich versammelt das Netzwerktreffen die Akteure aus dem landesweiten Beratungsnetzwerk Demokratie und Toleranz, aus Projekten der Bundesprogramme „Demokratie leben!“ und „Zusammenhalt durch Teilhabe“ sowie aus weiteren demokratiestärkenden Projekten und Initiativen.

 

Im Mittelpunkt der Tagung steht in diesem Jahr die Frage, wie die Demokratie durch eine aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an politischen Prozessen und gesellschaftlichen Diskussionen gestärkt werden kann. Wie können beispielsweise auch Menschen, die der demokratischen Praxis skeptisch gegenüberstehen, wieder für eine aktive Mitgestaltung des demokratischen Gemeinwesens gewonnen werden? Ebenso soll diskutiert werden, wo gegenüber demokratiefeindlichen und extremistischen Bestrebungen klare Grenzen gesetzt werden müssen, sowohl im direkten Umfeld als auch in der digitalen Welt.

 

Als Referenten konnten Tobias Jaeck von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und David Jugel von der John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie an der Technischen Universität Dresden gewonnen werden. Tobias Jaeck wird in seinem Vortrag „Demokratie auf dem Prüfstand – Ergebnisse des Deutschland-Monitors“ über Entwicklungen und Erkenntnisse aus der aktuellen Erhebung des Deutschland-Monitor berichten, einer jährlichen Studie zu politischen Einstellungen und gesellschaftlichen Stimmungen in Deutschland. Einen Blick auf die ländlichen Räume wird David Jugel in seinem Vortrag „Brückenräume, Rucksackveranstaltungen und Entlastungsangebote – Herausforderungen in ländlichen Regionen als Möglichkeitsräume der politischen Bildung nutzen“ werfen. Er wird Ergebnisse der Studie „Demokratische Bildung im ländlichen Raum“ präsentieren und Potenziale außerschulischer politischer Bildung jenseits städtischer Perspektiven aufzeigen.

 

In fünf Workshops und Austauschforen werden sich die Teilnehmenden der praktischen Ebene widmen und erörtern, wie man einerseits demokratiefeindlichen Bestrebungen wirksam begegnet und wie anderseits die Beteiligung an demokratischen Prozessen gestärkt werden kann. Der Bogen reicht dabei vom Umgang mit Radikalisierungsprozessen im pädagogischen Raum über die Vorstellung unterschiedlicher Dialogformate bis zu Ansätzen, wie die Demokratie auch im digitalen Raum gestärkt werden kann.

 

Programm

https://www.beratungsnetzwerk-mv.de/fileadmin/user_upload/Dateien/Bilder/Neuigkeiten/Programm_Sommertagung_Landesprogramm_11.06.2026.pdf

 

Das im April 2006 vom Landtag verabschiedete Landesprogramm war Ausdruck des gemeinsamen Willens der damals im Landtag vertretenen Fraktionen, Mecklenburg-Vorpommern nach den Grundprinzipien von Demokratie und Toleranz zu entwickeln und Rechtsextremismus, Antisemitismus, Gewalt und Rassismus einzudämmen. Es gibt hierzu einen breiten Konsens im politischen Raum, dem seit 2006 wiederholt mit fraktionsübergreifenden Anträgen Ausdruck verliehen wurde. Die dazugehörige Umsetzungsstrategie unterlegt das Landesprogramm mit über 200 konkreten Maßnahmen aller Ressorts.

 

Die Federführung für das gesamte Landesprogramm liegt seit 2012 bei der Landeskoordinierungsstelle für Demokratie und Toleranz in der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern. Die Umsetzung des Landesprogrammes wird maßgeblich aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus, aus Mitteln des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ sowie aus Landesmitteln finanziert.