Drese: Gesundes Altern ist gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunftsaufgabe
Gesundheitsministerin Stefanie Drese fordert weitere gesamtgesellschaftliche Anstrengungen und mehr Präventionsangebote für ein gesundes Altern und die Gesunderhaltung im Job. „Die Frage, wie wir gesund alt werden und unsere Arbeitskraft erhalten, ist mit Blick auf unsere demografische Entwicklung längst nicht mehr nur ein individuelles Anliegen, sondern muss eine zentrale Zukunftsaufgabe für Politik und Wirtschaft werden“, betonte Drese anlässlich des Forums „Longevity at work“ auf der 21. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock.
„Mehr als 440.000 Menschen im Land sind inzwischen älter als 65 Jahre. Und diese Entwicklung spiegelt sich in Zeiten, in denen der Fachkräftemangel und der Geburtenknick zusammentreffen, auch in den Unternehmen wider“, so Drese. So seien schon jetzt mehr als 37 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 50 Jahre und älter.
„Wir müssen deshalb unsere Arbeitsplätze so gestalten, dass sie unsere Gesundheit fördern, statt ihr zu schaden. Wir müssen Maßnahmen weiterentwickeln, um möglichst lange fit im Beruf bleiben zu können, aber auch darüber hinaus“, unterstrich Drese. Aus ihrer Sicht müsse sich daher auch das grundsätzliche Verständnis von Gesundheit am Arbeitsplatz weiterentwickeln. „Neben dem klassischen Arbeitsschutz zur bloßen Vermeidung von Gefahren sind zunehmend auch gesundheitsfördernde Maßnahmen wichtig, die körperliche und psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten stärken“, sagte sie.
Von solch einem guten betrieblichen Gesundheitsmanagement profitierten sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte. „Denn gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen steigern die Attraktivität von Unternehmen, erhöhen die Produktivität und stärken die Bindung von Fachkräften“, so Drese. Gleichzeitig verbesserten sie Wohlbefinden, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten.
Um Arbeitskultur und Prävention stärker zu verzahnen, helfe auch die im vergangenen Jahr veröffentlichte Landesstrategie für Gesundheit und Prävention. Diese verfolgt nach Aussage von Drese unter anderem das Ziel, arbeitsbedingte Erkrankungen zu reduzieren und die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken. Schwerpunkte der Strategie sind die Bewegungsförderung, die psychische Gesundheit, die Suchtprävention sowie die Stärkung von Gesundheitskompetenzen.
Drese: „Je früher wir in Prävention, Gesundheitsförderung und gute Arbeitsbedingungen investieren, umso eher schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass auch der Generationenwechsel in der Arbeitswelt gelingt und Menschen länger leistungsfähig bleiben können, auch über die Arbeit hinaus.“