Im Zeichen des Insektenschutzes: Backhaus würdigt BROMMI-Projekt

Nr.185/2026  | 17.06.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 „Gemeinsam Insekten schützen“ lautet das Motto des Projektes „Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“, dessen Abschluss Umweltminister Dr. Till Backhaus heute in Zarrentin/ Schaalsee gewürdigt hat.

Mit einem Gesamtvolumen von rund 7,94 Millionen Euro gehört BROMMI zu den größten Insektenschutzprojekten, die in deutschen Biosphärenreservaten umgesetzt wurden.

Finanziert wurde es über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.

„Insektenschutz ist die Grundlage funktionierender Ökosysteme. Rund 80 Prozent unserer heimischen Wildpflanzen sind auf Bestäubungsleistungen angewiesen. Etwa 75 Prozent der wichtigsten Kulturpflanzen weltweit profitieren direkt oder indirekt von Insektenbestäubung. Gleichzeitig zeigen wissenschaftliche Untersuchungen seit Jahren deutliche Rückgänge vieler Insektenarten. Daher hat die Landesregierung dieses Projekt von Beginn an, seit Juli 2020, aktiv unterstützt. Unser Land beteiligte sich mit 240.000 Euro sowie personeller Unterstützung durch das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe. Die Bedeutung des Projektes wurde auch bundesweit anerkannt: Bereits 2022 wurde BROMMI als Top-10-Projekt der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen ausgezeichnet“, betonte der Minister.

In fünf Biosphärenreservaten Deutschlands wurden gemeinsam mit Akteuren vor Ort Lösungen zum Thema Insektenschutz entwickelt: im Biosphärenreservat Schaalsee, im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, im Biosphärenreservat Mittelelbe, im Biosphärenreservat Bayerischen Rhön und im Biosphärengebiet Schwarzwald.

Dabei arbeiteten bundesweit rund 130 Projektpartner zusammen.

Allein im Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe konnten 15 verschiedene Umsetzungspartner gewonnen werden. Dazu gehörten Landwirte, Kommunen, Kirchen, Straßenbauverwaltungen und weitere Akteure der Region. Gemeinsam wurden auf 58 verschiedenen Flächen Insektenschutzmaßnahmen realisiert. Auf 179 Hektar wurden flächige Maßnahmen, darunter Blühstreifen und Untersaaten, umgesetzt. Außerdem wurden 1.551 Meter lineare Strukturen angelegt, etwa mehrjährige Säume und Beetle Banks sowie 57 punktuelle Maßnahmen, beispielsweise Erdanrisse, Lesesteinhaufen oder Totholzstrukturen.

Die begleitenden entomologischen Erfassungen ergaben, dass auf den untersuchten Blühstreifen des BROMMI-Projektes im Durchschnitt 15 Prozent mehr Laufkäfer- und 20 Prozent mehr Wildbienenarten gefunden worden als auf dem bewirtschafteten Ackerland. Dabei stieg insbesondere der Anteil an Arten an, die spezielle Habitatansprüche benötigen. Die Bodenruhe innerhalb der Maßnahmenflächen ermöglichten zudem mehr Insektenarten, sich vollständig zu entwickeln und zu vermehren. Dadurch stiegen auch die Individuenzahlen im Durchschnitt um 38 Prozent (Laufkäfer) bzw. 43 Prozent (Wildbienen) an.

„Diese Zahlen beweisen: Insektenschutz findet nicht nur auf dem Papier statt, sondern konkret in unserer Kulturlandschaft“, sagte Backhaus. Und ergänzt: „Bemerkenswert ist die enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Gerade hier im Schaalseegebiet hat sich gezeigt, dass erfolgreiche Maßnahmen dann entstehen, wenn Naturschutz und Landnutzung gemeinsam gedacht werden. Ein Erfolgsfaktor war die kontinuierliche Begleitung durch die Projektmanagerin vor Ort. Sie war Ansprechpartnerin, Netzwerkerin, Beraterin und Vermittlerin zugleich. So entstanden wertvolle Vernetzungsstrukturen zwischen Lebensräumen - ein wesentlicher Schlüssel für den langfristigen Erhalt vieler Insektenarten“.

Daher fand das Projekt heute zwar seinen offiziellen Abschluss. Aber zu Ende ist es nicht. Denn dauerhafte Ergebnisse bleiben erhalten. Dazu zählen eine digitale Wissensplattform, Erklärfilme, Handreichungen und Broschüren, ein Katalog praxiserprobter Insektenschutzmaßnahmen sowie zahlreiche Netzwerke zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen.

Außerdem verwies der Minister auf die Initiative für ein neues Projekt. Geplant ist, die erfolgreichen Ansätze aus dem Schaalseegebiet auf das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe MV auszuweiten und stärker mit Fragen der Klimaanpassung und des Klimaschutzes zu verknüpfen. Für den Zeitraum 2027 bis 2032 wurde hierfür bereits ein Förderantrag beim Bundesamt für Naturschutz eingereicht. Das vorgesehene Projektvolumen beträgt ca. 2,4 Millionen Euro.

„Ich halte diesen Weg für richtig. Denn Biosphärenreservate sind Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. BROMMI hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie dieser Aufgabe gerecht werden“, sagte Backhaus.

Abschließend dankte er allen Beteiligten: dem WWF Deutschland, den Nationalen Naturlandschaften, dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe sowie allen Projektpartnern und beteiligten Landwirten.

Anlagen

Brommi Abschluss (PDF, 0,15 MB)
Brommi Abschluss