Drese: Produktionsschulen eröffnen Perspektiven, stärken Selbstvertrauen und schaffen Zukunftschancen
Mit dem Aktionstag „Zukunft zum Anfassen – Produktionsschulen im Landtag MV“ stellen die fünf Produktionsschulen in Mecklenburg-Vorpommern am heutigen Mittwoch ihre Arbeit vor und zeigen im Landtag ihre Erfolgsgeschichten. Sozialministerin Stefanie Drese würdigte bei ihrem Besuch die Produktionsschulen als wichtigen Baustein für mehr Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.
„Hinter jedem jungen Menschen steckt eine Geschichte, ein Talent und das Potenzial für einen erfolgreichen Lebensweg. Manchmal braucht es nur jemanden, der daran glaubt und die passende Unterstützung bietet. Genau das leisten unsere Produktionsschulen jeden Tag mit großem Engagement und viel Herzblut“, hob Drese hervor.
Die Ministerin betonte, dass viele Jugendliche den Weg in Ausbildung und Beruf nicht ohne Unterstützung bewältigen können. Schulische Schwierigkeiten, persönliche Krisen oder fehlende Orientierung führten häufig dazu, dass junge Menschen den Anschluss verlieren. Produktionsschulen eröffneten ihnen dann einen neuen Weg.
„Produktionsschulen sind Orte der zweiten und manchmal sogar der dritten Chance. Sie geben junge Menschen nicht auf, sondern zeigen ihnen, was in ihnen steckt. Dort erleben sie Erfolg, gewinnen Selbstvertrauen zurück und entwickeln Perspektiven für ihre Zukunft“, sagte Drese.
Im Mittelpunkt steht dabei das praxisnahe Lernen. In betriebsnahen Werkstätten, beispielsweise in den Bereichen Tischlerei, Garten- und Landschaftsbau oder anderen handwerklichen Tätigkeiten, sammeln die Teilnehmenden konkrete Arbeitserfahrungen. Gleichzeitig erhalten sie Unterricht in Fächern wie Mathematik und Deutsch und können sich auf den Schulabschluss „Berufsreife“ vorbereiten.
„Viele Jugendliche lernen am besten, wenn sie mit ihren Händen etwas erschaffen können und unmittelbar sehen, was sie geleistet haben. Ein gebautes Möbelstück, ein gestalteter Garten oder ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt vermitteln Stolz und Selbstwirksamkeit. Diese Erfahrungen sind oft der erste Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben“, so die Ministerin.
Besonders wertvoll sei die individuelle Begleitung in den Produktionsschulen. Kleine Gruppen, persönliche Entwicklungspläne und eine enge sozialpädagogische Betreuung ermöglichten es, auf die jeweiligen Stärken und Herausforderungen der jungen Menschen einzugehen.
„Es geht nicht nur um einen Schulabschluss oder einen Ausbildungsplatz. Es geht darum, jungen Menschen Halt zu geben, sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen das Vertrauen zu vermitteln: Du wirst gebraucht, du kannst etwas und du hast eine Zukunft“, sagte Drese.
Der Aktionstag im Landtag macht nach Ansicht der Ministerin sichtbar, welche beeindruckenden Leistungen die Jugendlichen erbringen. Zugleich zeige er, wie wichtig die Produktionsschulen für Mecklenburg-Vorpommern sind – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels.
Hintergrund:
In Mecklenburg-Vorpommern bestehen derzeit fünf verschiedene Produktionsschulen mit insgesamt 320 Plätzen, in der Trägerschaft von drei Trägern: CJD (PS Müritz, PS Vorpommern-Rügen, PS Vorpommern-Greifswald), Jugendhilfe Stadt und Land e.V. (Hanseproduktionsschule Rostock) sowie All Pütter gGmbH (PS Westmecklenburg). Sie stellen ein niederschwelliges, unverzichtbares Angebot beim Übergang Schule/Beruf dar. Das Land fördert die Produktionsschulen über den Europäischen Sozialfonds (ESF). In der aktuellen Förderperiode erhalten die Träger bis 2028 aus Mitteln des ESF+ 27,7 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten.