Niemanden am Lebensende allein lassen: Drese würdigt auf dem 4. Palliativtag in Mirow das Engagement für schwerstkranke Menschen
Beim 4. Palliativtag in Mirow am (heutigen) Freitag betonte Gesundheitsministerin Stefanie Drese, dass die Auseinandersetzung mit dem Lebensende wieder stärker Teil des gesellschaftlichen Diskurses werden müsse. „Der Tod und das Sterben gehören zu unserem Leben, auch wenn es vielen Menschen schwerfällt, darüber zu sprechen. Umso wichtiger ist es, dass wir als Gesellschaft offen, menschlich und würdevoll mit diesem Thema umgehen“, sagte Drese als Schirmherrin bei der Eröffnung der Veranstaltung.
Wie das gelinge, zeige die Palliativmedizin im Land eindrucksvoll. „Sie macht deutlich, dass es am Lebensende nicht nur um medizinische Behandlung geht, sondern vor allem auch um Nähe, Begleitung und darum, Menschen in einer besonders verletzlichen Phase nicht allein zu lassen. Was unsere Fachkräfte und ehrenamtlich Engagierten in diesem Bereich jeden Tag für schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen leisten, ist von unschätzbarem Wert und verdient unseren größten Respekt und Dank“, so Drese weiter.
Die Ministerin sprach aber auch die Herausforderungen an, vor denen die Palliativmedizin stehe. Dazu gehöre vor allem der demographische Wandel und die damit steigende Bedeutung palliativer Angebote. „Wir müssen uns deshalb schon jetzt darauf vorbereiten, dass der Bedarf an Unterstützung für schwerstkranke und pflegebedürftige Menschen wächst. Dafür brauchen wir starke Versorgungsstrukturen, gute Vernetzung und Kooperationen, die ambulante, stationäre und häusliche Versorgungsbereiche eng miteinander verknüpfen“, erklärte sie.
Eine wichtige Rolle spiele dabei der Runde Tisch Hospiz- und Palliativversorgung. „Damit haben wir als Land eine Plattform geschaffen, um gemeinsam mit Akteuren aus Pflege, Medizin, ehrenamtlicher Hospizarbeit und der Politik zu beraten, wie diese Vernetzung gelingt, mit welchen Maßnahmen wir bestehende Angebote verbessern können und was es braucht, um die Palliativversorgung im Land weiter auszubauen und voranzubringen“, unterstrich die Ministerin.
Auch die stärkere Integration palliativer und hospizlicher Leistungen in die allgemeine Gesundheitsversorgung sei ein wichtiger Bestandteil. Deshalb sei die Palliativ- und Hospizversorgung auch im aktuellen Geriatrieplan des Landesmit einem eigenen Kapitel mitgedacht und verankert.
Drese: „Das Ziel dabei ist klar: Niemanden auf den letzten Lebensweg allein zu lassen, auch wenn Krankheiten nicht mehr geheilt, sondern nur noch gelindert werden können. Dass wir in MV dabei auf so viele engagierte Fachkräfte und Ehrenamtler setzen können, kann uns stolz machen.“
So gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 16 Palliativstationen in Krankenhäusern, 11 vollstationäre Hospize und 27 ambulante Hospizdienste. Darüber hinaus erfolgt eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) durch 14 SAPV-Teams, die z.B. auch in Pflegeeinrichtungen im Einsatz sind. Hinzu kommen mehr als 100 niedergelassene Fach- und Hausärzte mit einer Weiterbildung/ Qualitätssicherungsvereinbarung zur „besonders qualifizierten und koordinierten palliativmedizinischen Versorgung“.
Auch ein eigenes pädiatrisches Angebot existiert, etwa mit dem Arbeitskreis "Mike Möwenherz“, der auf Initiative des Kinderhospizdienstes OSKAR und der Kinder- und Jugendklinik der Universitätsmedizin Rostock bei der Betreuung chronisch kranker Kinder unterstützt. So ist ein Netzwerk im ganzen Bundesland entstanden, aus dem bei Bedarf für jeden einzelnen Fall kurzfristig ein lokales, multiprofessionelles Team rekrutiert werden kann.
Weitere Informationen: https://hospiz-mv.de/ueber-uns/