Mecklenburg-Vorpommern stärkt Niederdeutsch
Oldenburg: Niederdeutsch als lebendige Sprache in den Kitas und Schulen im Land weitergeben
Im Zuge der Niederdeutsch-Wochen in Mecklenburg-Vorpommern hat Bildungsministerin Simone Oldenburg heute die Regionale Schule mit Grundschule in Mühlen Eichsen besucht. Dort informierte sie sich über die Niederdeutsch-Angebote an der Schule, unter anderem erhielt sie einen Einblick in ein Kunst-Niederdeutsch-Projekt. „Mit Angeboten für Niederdeutsch an unseren Schulen und Kindertageseinrichtungen wollen wir die Lütten an die niederdeutsche Sprache heranführen, Plattdeutsch in ihren Alltag bringen und so dafür sorgen, dass es als lebendige Sprache bewahrt wird“, sagte die Bildungsministerin.
Aktuell lernen mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler an 35 Schulen Niederdeutsch. An sogenannten Profilschulen wird ein besonderer Schwerpunkt auf Niederdeutsch gelegt. Zu den Profilschulen gehören das Goethe‑Gymnasium Demmin, das Gymnasiale Schulzentrum Dömitz, der RecknitzCampus Laage und der Reuterstädter Schulcampus Stavenhagen. Ab dem kommenden Schuljahr eröffnen die KGS Am Sund in Stralsund und das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Wismar Niederdeutsch‑Profilschwerpunkte, sodass künftig noch mehr Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur Niederdeutsch lernen können.
Folgende Angebote setzt das Land im Bereich Niederdeutsch bereits um:
- Neues Landesprogramm: Die Neufassung von „Meine Heimat – Mein modernes Mecklenburg‑Vorpommern“ erscheint unter dem Titel „Hier bün ik Tauhus“ und richtet sich langfristig an die Förderung von Niederdeutsch und Heimatpflege vom frühkindlichen Bereich bis zum lebenslangen Lernen. Die niederdeutsche Übersetzung soll bis Ende 2026 fertig sein.
- Förderung von Kitas: 15 000 € wurden 2025 bewilligt und 2026 erneut bereitgestellt, um Niederdeutsch‑Angebote in Kindertageseinrichtungen zu stärken.
- Digitale Infrastruktur: Ausbau der Lernplattform itslearning zur Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien für Grund- und weiterführende Schulen.
- Systematisches Mapping & Qualitäts‑Siegel: Erfassung aller Niederdeutsch‑Angebote, Evaluation nach der Europäischen Sprachencharta und Auszeichnung weiterer Kitas/Schulen mit dem Plattdeutsch‑Siegel.
- Plattdeutsch‑Wettbewerb (alle 2 Jahre)
- Sprachcamp „Plietsch & Platt“
- Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte
- Landesfachtage Niederdeutsch: Mit Vorträgen, Workshops und Netzwerkgelegenheiten
- Curriculare Verankerung: Das Querschnittthema „Niederdeutsch und Heimatpflege“ ist bereits in die Rahmenpläne aller Schulformen integriert; ab dem Schuljahr 2026/27 wird der Grundschul‑Rahmenplan überarbeitet, um die Vorgaben weiterzuentwickeln.